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28.08.11

Western Digital Nomad im Test: Mit dem (Festplatten-)Kopf durch die Wand

Harte Schale, weicher Kern

Je hektischer das Berufsleben, desto mobiler wird die benötigte Hardware. Die Western Digital Nomad soll wichtigen Daten auch unter harten Bedingungen gegen mechanische Einflüsse schützen. Unser Test zeigt, ob ihr das gelingt.

 

Vor längerem berichtete ich über das Western Digital Nomad Gehäuse, welches Festplatten den nötigen Schutz gegen Stürze, Regen und tolpatschige Kollegen gewährt. Jetzt hatte ich die Möglichkeit die Nomad einem gnadenlosen Praxistest zu unterziehen!

Die Nomad ist zertifiziert nach dem Standard MIL-STD-810G. Ganze 804 Seiten umfasst die einschlägige Dokumentation – bis hin zur Beschreibung des Pilz-Tests auf Seite 186. Man darf davon ausgehen, dass die Nomad die Anforderungen der MIL-STD 810G erfüllt; also wollen wir die Messlatte ein bisschen höher legen. Im Video am Ende des Postings könnt Ihr Euch anschauen, wie ich die Nomad malträtiert habe.

 

Open Water Diver?

Über den Regentest nach MIL-STD-810G kann ich nur müde lächeln - wieso sich mit Regen abgeben, wenn man die Nomad auch gleich im Teich versenken kann? Also habe ich die Nomad mit ins Freibad genommen und ein paar Längen hinter mir hergezogen – die Öse am Gehäuse erwies sich als überraschend praktisch in diesem Zusammenhang. Die recht lose hängenden Abdeckklappe lässt erahnen: Regen, Spritzwasser und kurzzeitiges Untertauchen verkraften Nomad und Inhalt gut. Längere Tauchorgien dagegen sollte man ohne die Nomad unternehmen.

Höhenangst?

Laut Western Digital übersteht der Inhalt der Nomad Stürze aus ca. 2 Metern Höhe. Wenn wir uns an das Kletterpärchen erinnern, dann werden die sicherlich nicht nur Bouldern ("auf Absprunghöhe klettern"), sondern hoch hinaus wollen. In Ermangelung einer Kletterwand beschloss ich also Festplattenklettermalheur mit einem Sturz aus dem zweiten Stock eines Einfamilienhauses zu simulieren. Siehe da: Als ich die Festplatte nach dem "Kletterunfall" an einen Rechner anschloss und mit "chdsk" nach fehlerhaften Sektoren suchte, zeigte sich: Die HDD hatte den Sturz problemlos überstanden.

Eiszapfen?

Das stabile ABS-Material könnte nach den heissen Tests erstmal eine Abkühlung verkraften, dachte ich mir und legte das Gehäuse für 24 Stunden in die Gefriertruhe. Nach diesem Kältetest war der Kunststoff wohl härter, aber das Gehäuse zeigte keinerlei Risse und auch die beweglichen Teile brachen nicht. Wer immer schon seine HDD mit zum Schlittenfahren nehmen wollte, den dürfte dieser Befund erfreuen.

Folgendes bleibt anzumerken: Ich empfehle diese Tests nicht zur Nachahmung. Eine Festplatte mit mechanischen Teilen ist trotz allem ein Gerät, das behutsam zu behandeln ist. Wer also beispielsweise seine HDD einfrieren will, muss diese vorher für ein paar Stunden chambrieren, sonst bildet sich unerbauliches Kondenswasser im Gehäuse.

Fazit

Häufig übertreiben Firmen mit ihren Werbeversprechen. Western Digital dagegen gibt sich ziemlich zurückhaltend – das Festplattengehäuse schützt nämlich noch besser als angepriesen. Bis auf ein paar Schrammen am Gehäuse trug die Western Digital Nomad keine Spuren der Tests davon. Eine klare Kaufempfehlung für alle Outdoor-Fanatiker, die sich keine Sorgen um ihre IT-Ausrüstung machen wollen.

Die Nomad gibt es bei Western Digital. Update (23.9.2011): Die Western Digital Nomad ist auch bei Amazon zu haben und zwar für EUR 15,28.

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