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21.11.14

Wearables: zukünftiger Milliardenmarkt oder Spielerei?

Samsung Gear S (Fotos: Maurizio Pesce)

Eine Uhr am Handgelenk ist für viele seit Jahren überflüssig geworden. Wenn es nicht gerade um ein wertvolles Familienerbstück geht, hat das Smartphone in der Tasche die Armbanduhr überflüssig gemacht. Wearables wie Smart Watches wollen den frei gewordenen Platz dank neuer Funktionen zurückerobern. Ob das gelingt?

Samsung Gear S (Fotos: Maurizio Pesce)Fotos: Maurizio Pesce

Glaubt man den Medien, liegen Wearables voll im Trend und sind ein potenzieller Milliardenmarkt. Intel schreibt einen Wettbewerb für Entwickler aus mit dem Titel Make it Wearable, bei dem eine tragbare Selfie-Drohne den Hauptpreis erhält.

Apple stellt mit viel Tamtam die Apple Watch vor, die aber weniger in Richtung Innovation als vielmehr Modeartikel geht - genau wie die Samsung Gear S-Modelle. Und die Datenbrille Google Glass verliert zwar laut aktuellen Berichten langsam an Fahrt, hat aber schon jede Menge Aufmerksamkeit erregt. Die Umsatzprognosen für Wearable Technology in Europa sehen ziemlich positiv aus.

Infografik: Wearables: Der kommende Milliardenmarkt? | Statista

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Sowohl Apple als auf Google stellen nicht mehr nur Techniker ein, sondern Manager, die vorher in Mode-Unternehmen gearbeitet haben. Wearables wie Datenbrillen und Smartwatches verwischen die Grenzen zwischen Mode und Technologie. Gerade Fitnessbänder werden mit jeder neuen Generation eleganter.

Sogar Online Shops wie Redcoon, die damit werben, besonders günstig zu sein, haben inzwischen eine eigene Rubrik Werables, unterteilt in Fitness, Gesundheit, Kameras, Smartwatches und Family & Home. Inklusive Erklärfilm, der den potenziellen Kunden erst einmal leicht verständlich beibringt, was man darunter eigentlich versteht. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass Wearables im Massenmarkt angekommen sind.

Jürgen Vielmeier nimmt im aktuellen Upload Magazin den Hype kritisch unter die Lupe und schreibt gar von einem Kampf ums Handgelenk.

Aber nicht jeder will sich auf diesen Kampf einlassen. Laut Statista wären nur etwa zwei von fünf Deutschen bereit, eine Smartwatch zu tragen.

Infografik: Etwa zwei von fünf Deutschen würden eine Smartwatch tragen | Statista

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Und so verwunderlich ist das nicht. Anders als das oben erwähnte Familienerbstück verliert die teure Smartwatch schnell an Wert und ist spätestens in der übernächsten Generation veraltet - also in wenigen Jahren. Außerdem benötigt man in der Regel noch das passende Smartphone, am besten der gleichen Marke. Das geht ins Geld.

Fitnessbänder sind da schon langlebiger. Sie benötigen in der Regel kein Smartphone, um nützlich zu sein und können auch am Rechner ausgewertet werden.

Aber vielleicht ist es ja gerade das, was Smartwatches so sexy macht. Niemand braucht sie wirklich. Sie sind ein Luxus, den sich der Träger gönnt und der zeigt, dass er es sich leisten kann. Warum nicht ein paar Hundert Euro in ein schickes Spielzeug investieren, das für ein wenig Distinktionsgewinn sorgt? Ein Smartphone besitzt ja heute wirklich jeder.

Mir wird das Smartphone in der Hosentasche für die Zukunft reichen, eventuell kommt mal ein Fitnessband ans Handgelenk, um zu mehr Bewegung zu animieren. Ansonsten wird wohl eher alle paar Jahre in ein neues Smartphone/Tablet oder einen Rechner investiert, wenn die vorhandenen wirklich veraltet sind. Und das geht heute ja schneller denn je. Wie haltet Ihr es mit Wearables? Sind sie für Euch Luxus, modischer Schnickschnack oder eine Bereicherung, die das Smartphone sinnvoll ergänzt?

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