18.04.12

VooMote Zapper im Test: iPhone und iPad als Universalfernbedienung

Der VooMote Zapper am Dock-Connector des iPad. (Bild: swe)

Mit dem VooMote Zapper der Berliner zero1.tv GmbH werden diverse iOS-Geräte zur allmächtigen Universalfernbedienung. Die Idee ist gut und das Konzept an sich überzeugend. Unser Praxistest zeigte allerdings auch Probleme auf.

Der VooMote Zapper am Dock-Connector des iPad. (Bild: swe)Fünf Fernbedienungen auf dem Wohnzimmertisch sind heutzutage keine Seltenheit. Das ist lästig und umständlich. Kommen dann noch Freunde vorbei, die mit geschätzten 10.000 Urlaubsfotos gelangweilt werden möchten, geht das Jonglieren los. Die eine Fernbedienung ist für den Fernseher, die andere für den Mediaplayer, in dem die Speicherkarte von der Digitalkamera steckt und wieder eine für den Verstärker, schließlich hat man auch Nacktvideos vom Strand mitgebracht.

Kurzum: Eine furchtbare und anstrengende Platzverschwendung. Das gilt vor allem dann, wenn sowieso schon ein iOS-Gerät zur Hand ist. Hier soll nun der VooMote Zapper helfen. Damit wird ein iPhone (ab 3GS), ein iPod Touch (ab 3. Generation) oder ein iPad (alle Modelle) zur universellen Fernbedienung.

Anstecken, App laden, loslegen

Das Konzept ist simpel: Der VooMote Zapper ist ein kleiner Sender/Empfänger, den man an den Dock-Connector des Geräts steckt und prompt meldet sich das iOS und möchte die passende App aus dem App Store laden. Ist auch das erledigt, kann es schon losgehen.

Dank vier Infrarot-Transmittern soll der knapp 70 Euro teure VooMote Zapper in der Lage sein, nahezu alle Geräte mit Infrarot-Schnittstelle anzusprechen. Um den Fernbedienungsberg auf dem Wohnzimmertisch endlich verschwinden zu lassen, müssen Fernseher, Soundanlage, Receiver, Spielkonsole(n), Blu-ray-Player und so weiter aber zunächst mit dem Zapper und dem mobilen Apfel vertraut gemacht werden. Hier kommt die VooMote App zum Einsatz.

Die Ernüchterung folgt gleich nach den ersten Minuten: keine Universal-App? Auf dem iPad muss man die Software hochskalieren, was nicht wirklich schön aussieht. Der Hersteller verspricht ein Update für iPads noch in diesem Jahr. Außerdem soll eine digitale Fernsehzeitschrift integriert werden. Aktuell ist von Ende April als Erscheinungstermin der neuen Version die Rede.

Nicht ganz so universell wie erhofft

So richtig überzeugend ist das Einrichten der Geräte leider nicht. Es ist zwar praktisch, dass man für jeden Raum in der Wohnung eigene Profile anlegen kann, um so den Überblick nicht zu verlieren. Doch das ändert nichts daran, dass einige der getesteten Kandidaten nicht zur vollen Zufriedenheit mit der Universalfernbedienung funktionieren.

Beispiel: Ein Toshiba-Fernseher aus dem Jahr 2006 (Toshiba 37 WL 67 Z), damals wie die 66er-Variante sehr beliebt und weit verbreitet, konnte sich nicht so recht mit dem Zapper anfreunden. Nach dem einfachen Setup, bei dem einige Tasten durchgetestet werden, empfiehlt die Software sechs verschiedene Konfigurationen für die virtuelle neue Fernbedienung. Die Ernüchterung: keine funktioniert wirklich gut. Wichtige Optionen, darunter der Wechsel zwischen HDMI 1, HDMI 2 oder Komponenteneingang, sind gar nicht vorhanden oder ansprechbar. Für die Praxis ist das unbrauchbar. Zwar kann man die Anordnung der Bildschirm-Knöpfe anpassen und weiteren Tasten manuell hinzufügen, aber auch das bringt nicht den erwünschten Erfolg.

 

Sowieso wäre es gut, könnte man gezielt Geräte auswählen statt das nur über den Hersteller und abhängig von mehreren Kategorien wie Fernseher, DVD-Player, Satellitenempfänger, Videorekorder, Festplattenrekorder etc. zu ermöglichen. Das hätte die Konfiguration enorm erleichtert, schließlich dürften viele Menschen wissen, was sie sich in die heimischen vier Wände gestellt haben. Nett wäre es ferner, hätten die auf dem Touchscreen dargestellten Fernbedienungen wenigstens entfernt Ähnlichkeit mit den Originalen gehabt. Zwar kann man durch besagten Edit Mode selbst visuelle Änderungen am Fernbedienungs-Layout vornehmen, aber das ist eine fummelige Angelegenheit.

Nützliche Komfortfunktionen

Trotzdem: Die Geräte-Datenbank des VooMote Zappers ist umfangreich. Und wird ein Gerät korrekt erkannt, gibt es auch kaum Schwierigkeiten. Ein üblicher TV-Receiver von Kabel Deutschland beispielsweise funktionierte tadellos nach ein paar Sekunden, genauso auch ein (etwas älterer) Surround-Verstärker von Yamaha. Und ein Apple TV wird sogar ohne Setup aktiviert. Die PlayStation 3 wollte hingegen nicht so recht Verbindung aufnehmen, obwohl sie in der VooMote-Liste ausgewählt werden kann. Die Xbox 360 dagegen bereitete keinerlei Schwierigkeiten.

Im Zweifelsfall kann man dem Zapper „fremde“ Fernbedienungen lernen lassen. Hier hält man die alte Fernbedienung an den Zapper und drückt die von der App gewünschten Tasten. Das klappt soweit ganz gut, brachte im Fall des Toshiba-Fernsehers aber keinen Erfolg. Denn die Videoeingangs-Tasten wurden gar nicht erst abgefragt. Ärgerlich.

Sollte man das Glück haben und alle Elektronikgeräte harmonieren mit dem VooMote Zapper, dann wird man Gefallen an den Komfortfunktionen der Software finden. Unter anderem können die Fernbedienungen von Receiver, Fernseher und Hi-Fi-Anlage verschmolzen werden. Alle wichtigen Elemente finden sich so in einem Layout zusammen. Das ist praktisch und eine feine Idee, schließlich muss man so nicht mehr zwischen den digitalen Fernbedienungen wechseln. Auf Knopfdruck schaltet man dann auch alle Geräte ein oder aus. Optional kann man Eingaben mittels Gesten ausführen. Wer möchte, kann z.B. durch das Wischen über das Display den Sender wechseln oder die Lautstärke ändern. Das funktioniert, ist aber in meinen Augen keine entscheidende Bereicherung.

Fazit zum VooMote Zapper

Der VooMote Zapper hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Definitiv ist die Idee gut, denn oftmals liegen ein iPad oder ein iPhone schon in der Wohnung herum. Wieso diese nicht mittels eines kleinen Gerätes zur Universalfernbedienung erweitern und so für mehr Platz sorgen?

Leider hapert es in diesem Fall an der Umsetzung beziehungsweise Software. So einfach die Bedienung der nötigen App auch sein mag, sie überzeugt nicht vollends. Es fehlt an einer iPad-Anpassung (die hoffentlich bald kommt) und an der Möglichkeit, beim Setup selbst gezielt Geräte auszuwählen. Wenn wie in diesem Fall ein Fernseher nicht mit dem Zapper harmoniert, ist der Ärger natürlich groß - und dann hat man das Gefühl, als sei das Zubehör keine Bereicherung für den Heimkinogenuss.

Man kann nur hoffen, dass das nächste Update der App hier Besserungen mitbringt. In dieser Form ist der VooMote Zapper nur dann eine eine prima Sache, wenn alle Geräte im Haushalt korrekt erkannt werden. Hier hilft im Zweifel nur Ausprobieren und den Zapper im Fall der Fälle wieder zurückzuschicken.

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