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01.07.08

Volks-iPhone ab 11. Juli bei Swisscom für CHF 99.-

Swisscom hat heute, zehn Tage vor dem Launch am 11. Juli, als erster der beiden Schweizer Anbieter (der andere ist Orange) seine Tarife für das iPhone und die Abos bekannt gegeben.

Ganz im Sinne von Steve Jobs, der neulich in seiner Ansprache sagte, das iPhone sei bisher uneingeschränkt toll gewesen, nur etwas zu teuer, wird es zum «Volks-iPhone»: Mit einem günstigsten Preis von CHF 99.- für die kleine 8 GB-Version (was man aber von aussen nicht sieht) dürfte das iPhone seinen Nimbus als Statussymbol schnell verlieren.

Auch wird das iPhone zum ganz normalen Handy, denn auch die Tarife sind jetzt gestaffelt, wie wir es seit Jahren kennen: Mit dem grössten Vertrag - «NATEL® liberty grande» für 55 Franken pro Monat - ist das Gerät am billigsten - CHF 99 für die «kleine» bzw. 199 für die «grosse» Version - und je geringer die monatlichen Kosten, desto teurer ist das Gerät, bis zum Prepaid-«Vertrag», bei dem es das Maximum von CHF 619.- kostet. Das ist also der «reguläre» Verkaufspreis, an dem sich auch Media Markt und andere messen werden. Alle Geräte mit Vertrag sind SIM-locked. Übersichtstabelle in der länglichen Swisscom-Pressemitteilung.

Nun kann man sein Excel-Sheet anwerfen und schauen, wie hoch die Gesamtkosten für die zwei Jahre Abolaufzeit sind, wie es kopflastige Menschen und deutsche Journalisten gern machen, oder man kann einfach das günstigste iPhone nehmen und sich einreden, dass 55 Franken pro Monat eigentlich gar nicht so viel sind, wie ich es machen werde.

Wichtig beim iPhone sind natürlich die Datentarife: Sie reichen von 100 MB inklusive beim kleinsten bis zu 1 GB beim grössten Vertrag. Ob das reicht oder knapp werden könnte, vor allem jetzt mit den schnellen Verbindungen, ist für mich noch nicht abschätzbar. Mit meiner Mobile-Unlimited-Datenkarte komme ich trotz mehr als zwei Stunden Zugfahrt pro Tag bei weitem nicht an die Grenze von 1.5 GB ran, so dass ich auch nie aktiv darauf achten muss. Beim iPhone könnte das anders sein, wenn man mit dem schnellen HSPA-Datenübertragungsstandard auch YouTube-Videos schauen kann - oder demnächst mit dem iPhone etwa Videos livestreamen. Dann wird 1 GB sehr schnell verbraucht sein. Von einer Flatrate für Daten, wie sie in den USA üblich ist, sind wir damit also noch weit entfernt. Hoffen wir, dass Swisscom eine simple Art anbietet, das aktuell verbrauchte Volumen auf dem iPhone anzuzeigen und hier gelegentlich noch eins drauflegt.

Beim Prepaid-Tarif «NATEL® easy liberty uno» (waren eigentlich alle Deutschschweizer in den Ferien, als die Namen festgelegt wurden?) kostet 1 Megabyte einen Franken, was zwar billiger ist als die Abzocktarife bisher, aber noch recht teuer, zumal erst die wenigsten Websites ein schlankes iPhone-Theme ausliefern (neuerdings.com gehört natürlich dazu). Wer einmal die Homepage von «20 Minuten» mit 1.2 MB aufruft, wäre so bereits CHF 1.20 los.

Der «Blick» behauptet, man zahle bei dieser Zugangsart nur maximal 5 Franken pro Tag (was dann etwa der «Data Option Day» entsprechen würde, die fast alle Mobilfunkbetreiber inzwischen anbieten, um ihre Kundenbasis auf Gelegenheitsnutzer auszuweiten) - aber das muss Swisscom-Chef Carsten Schloter Blick-am-Abend-Redaktor Thomas Benkö beim Fussball erzählt haben, denn in der Pressemitteilung steht davon nichts.

Fazit: Durchaus attraktive Preise und Tarife für das iPhone bei Swisscom, nun darf man gespannt sein, wie Orange antwortet. Wir vermuten, unter die CHF 99.- werden sie nicht gehen (dürfen?), aber die Tarife werden etwas günstiger sein - auch das wäre dann so wie üblich.

Update:

1. Swisscom hat, nur eine halbe Stunde nach der Medienmitteilung, auch noch die E-Mail rausgesandt an alle, die sich seit der Ankündigung auf der Website registriert hatten. Ein Pluspunkt für Schnelligkeit - Privatpersonen warten nicht länger auf die News als Presseleute. Diese verlinkt auf eine extra das iPhone eingerichtete Flash-Website, auf der man sich die iPhone-Tarife nochmal in stylishem Grau anschauen kann: iphone3g.swisscom.ch . Ein Minuspunkt für nutzlosen Flash-Einsatz.

2. Danke für die Kommentare, die Hotspots sind mir in der Eile durch die Lappen gegangen. Dass man bei Swisscom auch an den WLAN-Hotspots surfen kann (laut Medienmitteilung gibt es von denen «über 1100», laut iPhone-Minisite sogar «über 1200») ist natürlich ein echter Zusatznutzen von Swisscom, mit dem Orange nicht mithalten kann. Orange könnte was basteln mit Partner Monzoon, aber das geht vermutlich nicht so schnell, und die Swisscom-Abdeckung, vor allem an den Bahnhöfen, ist nicht zu schlagen.

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