30.12.13

Vigo: Bluetooth-Headset mit Einschlafalarm

Vigo - alarmiert den Träger bevor er einschläft

Vigo ist ein Bluetooth-Headset mit einer Zusatzfunktion: Es registriert die Lidfrequenz und alarmiert den Träger, wenn er einzuschlafen droht. Technisch gesehen kann das zumindest in einigen Fällen durchaus hilfreich sein - aber wer soll dieses Gestell bloß tragen?

 

Manchmal wirft man ein Blick auf eine Kickstarter-Kampagne und denkt sich gleich beim ersten Foto, das man sieht: "Kann nicht funktionieren". Ein Bluetooth-Headset ist schon unästhetisch genug, aber Vigo ist noch einmal ein Stück länger. Es reicht bis zum Auge, damit es die Frequenz des Lidschlags messen kann. Und doch sind zwei Aspekte des Gadgets interessant.

Ruhig mal Pause machen

Wo so etwas sinnvoll sein kann? Auf jeden Fall am Steuer für den Fahrer, der eine lange Reise vor sich hat. Hier neigt man ja schon einmal dazu, zu wenige Pausen einzulegen, was die Gefahr eines Unfalls erhöht. Im Video erklären die drei Gründer die Technik und wie sie zustande kam:

Nichts gegen das Video, aber wer außer einem Autofahrer soll das denn benutzen? Einmal davon abgesehen, dass man mit dem Vigo am Ohr völlig lächerlich aussieht, ist das Gestell aus dem Augenwinkel immer sichtbar und dürfte schnell nerven. Die Gründer preisen Vigo für die Schule oder Büroarbeiten an. Aber ganz ehrlich: Warum denn? Wie benebelt muss man denn sein, wenn man selbst nicht merkt, dass die eigene Konzentrationsfähigkeit nachlässt? Und ein Unternehmen, in dem man nicht wenigstens ab und an mal eine Pause einlegen darf, gehört verlassen, aber nicht unterstützt dabei, die Konzentrationsfähigkeit seiner Mitarbeiter zu überwachen.

 

Interessant mag die Technik vielleicht trotzdem sein: Ein Beschleunigungssensor ist darin eingebaut und ein Infrarotsensor. Via Bluetooth kommuniziert das Gestell mit einem Smartphone und lässt sich auch zum Telefonieren benutzen. Und natürlich gibt es eine hübsche App dazu, die die Daten direkt auswertet. Und das ist wirklich nicht uninteressant: Das System protokolliert, zu welchen Zeitpunkten der Träger wann wie konzentriert war. Die App teilt ihm dann mit, wann er auf Basis früherer Werte als nächstes wieder eine Pause einlegen sollte.

Das eigene Verhalten studieren

Nicht schlecht also, um etwas über sein eigenes Verhalten zu erfahren. Vigo könnte somit von der Medizin eingesetzt werden oder von interessierten Trägern, die mehr über ihren persönlichen Tagesrhythmus erfahren und etwa ermitteln wollen, wann ihre leistungsfähigste Phase ist. Dass irgendjemand das Gestell dauerhaft benutzt, wage ich aber ernsthaft zu bezweifeln.

 

Hinter Vigo steckt unter anderem Seriengründer Jason Gui. Sein letztes Projekt, der Fitness-Tracker Notch, war auf Kickstarter kürzlich gescheitert. In Vigo setzt er größere Hoffnungen - mit einem diesmal nur halb so großen Finanzierungsziel von 50.000 statt 100.000 US-Dollar. Die Summe ist schon fast zusammen und es bleibt noch bis zum 1. Februar Zeit, den Rest einzusammeln.

Wer Vigo interessant findet, der kann das Gerät auf der Kickstarter-Seite zum Projekt für 79 US-Dollar plus 15 Dollar Lieferkosten ins Ausland vorfinanzieren. Im Mai soll Vigo dann geliefert werden.

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