24.08.10

VideoWeb 600 im Test (1): Schöne bunte Medienwelt

VideoWeb 600 im Test (Bild: VideoWeb)

VideoWeb 600 mischt klassisches Satellitenfernsehen mit Inhalten aus dem Internet - wir testen über einen längeren Zeitraum, ob es sich lohnt.

 

VideoWeb 600 wurde schon längere Zeit angekündigt, jetzt endlich ist es auf breiter Front erhältlich, unter anderem bei Amazon, aber auch andere Elektronikketten erklärten bereits, die Wunderkiste zu führen.

VideoWeb 600 ist ein Kombinations- gerät aus HDTV-Satellitenempfänger und Internet-Empfangsbox für bestimmte Inhalte - welche das sind, werden wir noch (er)klären. Die Box ist erstaunlich kompakt und konsequent digital: Sie bietet nur die rudimentären Anschlüsse, doch die sind für ihre sinnvolle Funktion auch notwendig: HDMI für TV - Scart oder Videoout sucht man vergeblich. Sogar Audio out gibt es nur optisch digital. Die Ethernetbuchse ist für die Internet-basierten Funktionen wichtig und an die Satbuchse wird eine Schüssel angeschlossen. USB dient einer Festplatte für Aufnahmen des TV-Programms.

Die Satbuchse ist durchgeschleift, falls noch ein zweiter Receiver das Signal braucht, der darf dann aber nur auf der gleichen Polarisationsebene agieren. Wer das VideoWeb 600 besitzt, braucht vor allem eines: Geduld. Wie ein kleiner Computer "bootet" es und startet nicht im TV-Programm, sondern im VideoWeb-eigenen Menü. Dort steht Fernsehen zwar an erster Stelle, doch auch die übrigen Punkte sind interessant - ob sie auf Dauer den gleichen Wert darstellen, muss sich noch zeigen.

Das TV-Programm empfängt auch HDTV, und zwar auch die Privatsender, die via CI+ verschlüsseln. Die Karte ist bereits für ein Jahr freigeschaltet, wie es danach weitergeht, wurde noch nicht gesagt. Weil meine Schüssel zurzeit keine HDTV-Sender empfangen kann, verschiebe ich den HDTV-Test auf eine der späteren Folgen. Die grundsätzliche Handhabung des Sat-Empfängers ist eindeutig und eingängig. Besonders praktisch: die Favoriten lassen sich im Internet sortieren. Mehr zu TV aber jetzt erst einmal nicht.

Über die Ethernet-Buchse schließt man VideoWeb an einen Router an - falls das Kabel nicht vorhanden ist, muss man über Powerline den Umweg über das Stromnetz nehmen. Das klappt ganz gut, sogar mit HD-Content (einen Internetanschluss von 16 MBit/s vorausgesetzt).

Denn VideoWeb bietet einen "Video-on-demand"-Service, in dem man aktuelle Videos auch in HD ansehen kann. Das kostet den Obolus von knapp 5 oder 6 Euro je Titel. Doch dafür starten die Filme wirklich zum Wunschzeitraum und pausieren auch auf Knopfdruck. Ein gutes Dutzend Filme ist auch kostenlos anzusehen, aber meist gut abgehangene Ware wie "Rush Hour".

Im Internet gibt es auch einige Fernsehsender, und denen bietet VideoWeb eine Plattform, sich außerhalb der Welt von Betriebssystem und Browser zu präsentieren. Die Qualität ist durchwachsen, sie erinnert an die Frühzeit des Privatfernsehens, in der auch mehr Mist als sinnvolle Sendungen gezeigt wurden. Daneben gibt es aber auch anspruchsvolle Lieferanten wie die NASA, die sogar einen eigenen Button erhalten. Youtube und andere Videodienste fehlen noch, nur aber das kommt sicher mit der Zeit. Immerhin kann ich meine Twitter-Meldungen ansehen (selbst schreiben noch nicht).

Das soll jetzt erst einmal ein erster Eindruck sein, die Box bietet sicher im Laufe der Zeit noch mehr, vor allem jetzt zur IFA gibt es ein Firmwareupdate, mit dem sich der offizielle Videotext-Nachfolger mit dem sperrigen Kürzel Hbb TV (steht für Hybrid Broadband Broadcast TV) noch flüssiger präsentieren soll.

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