21.01.08

Videobrillen: Sichtschutz statt nur Ohrstöpsel

Zeiss Cinemizer Lifestyle Brille

 


Der Schönheit nicht förderlich, aber cool - der Cinemizer von Zeiss. (Bild: Zeiss)

Videobrillen der Extra-Klasse: Die Edeloptiker von Zeiss verwandeln mit dem Cinemizer alle videofähigen iPods in eine Kinosimulation. Von Myvu stammt mit Crystal die erste hübsche Videobrille. Die höchste Bildauflösung liefert allerdings der Indicube , bei dem Player und Videobrille kombiniert sind.

Dass sich die Mitreisenden im Zug akustisch abstöpseln, ist heute normal. In Zukunft wird man aber auch auf den Augenkontakt verzichten müssen, wenn sich das Gegenüber mit einer Videobrille in sein Mobilkino verabschiedet. Und dazu gibt es jetzt diverse bemerkenswerte neue Geräte:

An der diesjährigen Macworld demonstrierte die Carl Zeiss AG stolz die ersten Modelle des Cinemizer. Die Videobrille wurde speziell für den iPod entwickelt und lässt sich mit diesem via Dock-Connector verbinden. Wer dann auf seinen iPod ein Video abspielt und die Brille aufsetzt, hat das Gefühl, in zwei Meter Abstand vor einem Bildschirm mit 115 Zentimetern Diagonale zu sitzen.


Den Cinemizer wird es in fünf Farben geben. (Bild:Zeiss)

Für diese Kinosimulation sind zwei kleine Bildschirme in der Brille verantwortlich, die je eine Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten haben. Wer bereits im Alltag eine Brille trägt, kann die Optik des Cinemizer getrennt für jedes Auge anpassen. Die kleinen LCD-Displays werden mit LED-Technologie hinterleuchtet, der dadurch geringe Strombedarf soll bis zu vier Stunden Akkulaufzeit verhelfen. Das Nasenkino wiegt rund 115 Gramm. Der Akkupack, der direkt unter den iPod geschoben wird, erhöht das Gewicht um zusätzliche 80 Gramm. Geladen wird er über eine Mini-USB-Buchse. Neben dem iPod-Connector steht auch eine Video-In-Buchse zur Verfügung, über die herkömmliche Videosignale eingespiesen werden können. Mit einer kleinen Fernsteuerung im Verbindungskabel lässt sich der iPod kommandieren. Ferner kann man so zwischen drei voreingestellten Helligkeits- und Kontrastkombinationen wählen. Der Ton kommt aus Ohrhörern, die seitlich an der Brille heruntergeklappt werden.

Für das Aussehen der Brille zeichnet Frog-Design verantwortlich, den Cinemizer gibt es in fünf Farben.

Er soll noch im Februar über die Shops von Gravis erhältlich sein. Sein Preis von 370 Euro ist aber happig.

Hübsches von Myvu

Dass es auch schicke Videobrillen gibt, beweist Myvu mit ihrem neuen Crystal-Modell. Auch hier beträgt die Auflösung 640 x 480 Pixel, allerdings kann man auch problemlos über den Brillenrand schielen.


Myvu Crystal erlaubt den Blick über den Brillenrand. (Bild: Myvu)

Die Crystal soll sich mit beliebigen Videoquellen verbinden lassen. Die Videobrille ist für "Frühling 2008" angekündigt und soll dann 299,95 US-Dollar kosten.

OLED und 800x600

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt der Indicube von Dreamax. Hier werden Brille und Player gemeinsam geliefert. Die Videos befinden sich auf einer SD-Karte und laut Hersteller soll der Indicube mit gängigen Video- und Audioformaten (WMV, MPEG2, DivX, Xvid, WMA, MP3, AC3, AAC, OGG) bis HD-Auflösung zurechtkommen.


Der Indicube ist ein Linux-Player mit OLED-Videobrille. (Bild: Dreamax)

Bei der Brillenauflösung ist das fernöstliche Produkt mit 800 x 600 Bildpunkten dem deutschen Cinemizer überlegen. Der Indicube, der auf Linux basiert, soll ebenfalls im März erscheinen. Ein Preis wurde bisher noch nicht kommuniziert.

Das OLED-Display des Indicube stammt übrigens von Emagin. Von dieser Firma stammt auch die Gamer-Videobrille 3DVisor . Sie zeichnet sich durch einen Bewegungssensor aus, wobei sich die Blickrichtung in 3D-Games automatisch der Kopfbewegung anpasst.


Gamers-Dream: Der 3DVisor mit Motionsensor. (Bild: Emagin)

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!