24.09.13

Valve SteamOS: Mit Volldampf (und Linux) ins Wohnzimmer

Steam möchte ins Wohnzimmer und am liebsten gleich in alle Räume.

Die vor allem auf Spiele spezialisierte Plattform Steam drängt mit Macht ins Wohnzimmer und zielt dabei nicht nur auf Spielkonsolen wie Xbox oder Playstation, sondern auch auf Streamingboxen wie das Apple TV. In der ersten von drei Ankündigungen wurde nun das kostenlose SteamOS gezeigt.

Steam möchte ins Wohnzimmer und am liebsten gleich in alle Räume.

Valve, die Firma hinter Steam, macht es dieser Tage spannend. "Das Steam Universum expandiert im Jahr 2014" heißt es auf einer Ankündigungsseite, mit dem vielsagenden Keyword "Livingroom" in der Adresse. Drei Neuigkeiten wird es geben und das kostenlose, auf Linux basierende Steam OS ist die erste.

Über eine "Steambox" wird schon länger gesprochen, also einer eigenen Hardware für das erfolgreiche Angebot. Wer Steam nicht kennt: Über diese Plattform werden Spiele vertrieben, aber sie bietet dabei auch Communityfunktionen bis hin zu Multiplayer. Wer mehrere Rechner hat, kann sich auf allen mit seinem Account anmelden und so sehr einfach auf seine Spiele zugreifen und dabei auch ein Spiel nahtlos fortsetzen, das man auf einem anderen Rechner angefangen hat. Auch die Installation wird über die Steam-Oberfläche abgewickelt. Steam-Clients für den Desktop gibt es inzwischen nicht mehr nur für Windows, sondern ebenso für den Mac und Linux.

SteamOS zielt nun ganz und gar darauf, diese Plattform ins Wohnzimmer zu bringen und dabei gleich noch zu erweitern. So wird man darauf einerseits wie erwartet spielen können, wobei SteamOS die Spiele von einem Windows-PC oder Mac auf den Fernseher streamen kann. Zugleich arbeiten wohl namhafte Spieleentwickler daran, ihre Titel entsprechend zu portieren. Andererseits will Valve andere Medien- und Unterhaltungsangebote wie Musik, Filme und Serien integrieren. Welche Partnerschaften sie genau eingehen oder ob es am Ende nur darum geht, bereits vorhandene Medien über SteamOS auf den Fernseher zu bringen, bleibt noch nebulös.

Das Wohnzimmer ist bei alldem nicht das einzige Ziel. Laut früherer Ankündigungen möchte Valve am liebsten jeden Raum eines Haushalts an Steam anbinden.

Insgesamt drei Ankündigungen soll es geben, SteamOS war die erste.

Offenheit als Argument

Vor allem die Offenheit des Systems betont Valve in der Ankündigung und das erinnert sicher nicht von ungefähr an die erfolgreiche Android-Strategie:

"In Bezug auf SteamOS bezieht sich „Offenheit“ auf die Tatsache, dass die Hersteller von Hardware ihre Entwicklungen öfter überarbeiten können und damit im Wohnzimmer Innovationen schneller hervorbringen. Ersteller von Inhalten können sich direkt mit ihren Kunden in Verbindung setzen. Benutzer können wählen welche Hardware am Sinnvollsten für sie ist. Spieler können sich an der Erstellung ihrer Lieblingsspiele beteiligen. SteamOS wird trotz stetiger Weiterentwicklung immer eine Umgebung bieten, die Innovationen wie diese fördern wird."

Eine Box, um PC-Spiele auf den Fernseher im Wohnzimmer und andere Displays in der Wohnung zu holen, Musik zu hören, Filme und Serien zu schauen? Das alles klingt sehr interessant und könnte definitiv auf fruchtbaren Boden fallen. Steam ist inzwischen in 185 Ländern aktiv, in 25 Sprachen übersetzt und hat bereits 50 Millionen Nutzer sowie 3.000 verfügbare Titel. Hier kommt also alles andere als ein Neuling angedampft.

Jetzt kommt es noch darauf an, was die anderen beiden Ankündigungen sind. Sehr wahrscheinlich wird Steam seine Hardwarepartner vorstellen. Zur CES zu Jahresbeginn waren sie mit mindestens 15 Herstellern im Gespräch. Und da sind wir dann mal gespannt, welche Eckdaten und vor allem welche Preise wir sehen. Im Interview mit The Verge hatte Valve-CEO Gabe Newell im Januar drei Varianten angedeutet. Die einfachste würde nur auf das Streaming von Spielen setzen, wäre dafür aber auch schon ab 99 Dollar zu haben. Das mittlere Modell würde entsprechend portierte Spiele dann auch selbst ausführen können und etwa 300 Dollar kosten. Über das Topmodell ist noch nichts bekannt.

Die nächste Ankündigung soll es am morgigen Mittwoch um 19 Uhr unserer Zeit geben.

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