24.11.08

USB 3.0: Schneller und abwärtskompatibel

Die neuen USB-3.0-Stecker bieten mehr Leitungen (Bild: DCI AG)

Da der USB-2.0-Standard selbst mit 480 Megabit je Sekunde modernen Anforderungen (etwa bei High-Definition-Video-Übertragungen) nicht gerecht wird, gibt es jetzt "Super Speed USB". Das USB Implementers Forum hat jetzt die USB-3.0-Spezifikationen veröffentlicht.

Die neuen USB-3.0-Stecker bieten mehr Leitungen (Bild: DCI AG)Die Schnittstelle ist mit Datenübertragungsrate von max. 5 GBit/s etwa zehnmal so schnell wie der Vorgänger. Der ist auch immerhin schon acht Jahre alt. Das beste an der neuen Norm: sie ist abwärtskompatibel zur alten. Für die höhere Geschwindigkeit der neuen Norm reichen die bisherigen Kabel und Steckverbindungen nicht mehr aus. Doch USB bleibt kupferbasiert (auch wenn im letzten Jahr kurz der Umstieg auf Glasfaser erwogen worden war). Zu den vorhandenen vier Adern gibt es in USB-3.0-Kabeln vier weitere.

 

Damit wird die Schnittstelle "vollduplex", sie kann also in beide Richtungen mit voller Bandbreite (5 Gigabit je Sekunde) senden und empfangen. Auch die bisherige Beschränkung auf 5 Meter (ohne Repeater) entfällt, theoretisch können sie jetzt beliebig lang sein. Trotzdem dürfte USB die Ethernet-Verkabelung nicht ablösen.

Neue Stecker

Weil mehr Adern mehr Verbinder brauchen, gibt es auch neue Stecker. Im "A-Stecker" (dem flachen auf Computerseite) kommen zu den bisherigen 4 Kontakten auf der Platine hinten 4 zusätzliche mit kleinen Federzungen. So können auch USB-2-Geräte mit "alten" Kabeln an die "neue Buchse" angeschlossen werden.

Die Mini-USB-Gerätestecker/Buchsenkombination wird breiter als zuvor. Auch beim Standard-Gerätebuchsen-Typ B, ist der Stecker durch die zusätzlichen Kontakte nun eher hochkant als quadatisch. In die USB-3.0-Buchsen passen auch USB-2.0-Kabel, um die Kompatibilität zu wahren.

Verabschiedet hat man sich allerdings von der Kompatibilität zu USB 1.1. USB-3.0-Geräte funktionieren an USB-1.1-Schnittstellen nicht mehr unbedingt (das war aber auch bei USB 2.0 eher ein Glückspiel).

Geringer Energieverbrauch

Damit der Rechner die Präsenz von USB-2.0-Geräten bemerkt, werden sie regelmäßig vom Host "abgefragt". Das kostet Strom und verringert die mögliche Bandbreite. Bei USB-3.0-Geräten reicht eine einzelne Meldung, danach lässt der Host sie in Ruhe. Dadurch können mobile Geräte auch im stromsparenden Standby-Modus agieren und müssen nicht permanent ihre Bereitschaft bekunden. Aktiviert werden sie dann mit einem "Weckruf", oder sie stoßen selbst den Datentransfer an (etwa bei eingehenden Informationen, wie z. B. Webcams).

Statt 500 Milliampere wie bisher stehen über USB 3.0 900 Milliampere pro Port zur Verfügung. Das vermeidet den Einsatz von (bisher auch nicht normgerechten) Y-Steckern für stromhungrige USB-Verbraucher ohne eigenes Netzteil.

Keine Eile notwendig

Jetzt, da die Specs auf dem Tisch liegen, ist es fraglich, wie lange die Hersteller brauchen werden, um die neue Norm umzusetzen. Viele Computer haben ja schon mit dem ordnungsgemäßen Betrieb von USB 2.0 Schwierigkeiten, doch die meisten Geräte im PC-Bereich werden mit 2.0 weiterhin prima auskommen. Achten sollte man nur darauf, dass die USB-3.0-Geräte mit dem entsprechenden Logo ausgestattet sind und keine eigene Variante, wie sie z. B. Dell schon hin und wieder in seine Dockingstationen einbaute.

Pressemeldung des USB Inventor Forum (englisch)

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