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10.12.12

Arduino-Projekt "Volume and Noise": Ein Antikradio, das Tweets vorliest

Sean Hatahways Twitter-Radio in Aktion

Man nehme ein altes Radio und mache es per Arduino zum Twitter-Empfänger – fertig ist der Rundfunk des 21. Jahrhunderts. Das Selbstbau- und Kunstprojekt "Volume and Noise" präsentiert den Kurznachrichtendienst einmal auf eine ganz andere Weise.

In den 1930ern Jahren war ein Radio noch ein besonderes Medium, das Menschen die Welt auf bis dahin unbekannte Art näher brachte. Man kann sicher behaupten, dass das Radio damals die Entsprechung zum heutigen Realtime Web war, wie wir es unter anderem durch Twitter kennen. Wenn etwas auf der Welt geschieht, erfährt man es oftmals zuerst da. Insofern ist es nicht nur eine witzige Idee, ein Radio dieser Ära mit Twitter zu verknüpfen, sondern es ist sogar auf interessante Weise logisch. Sean Hathaway hat das im Selbstbauprinzip mit Arduino und weiteren Bauteilen umgesetzt.

In diesem Video wird das Twitter-Radio vorgeführt:

Ausgangsbasis des Projekts ist ein "Philco"-Radio, das Sean Hathaway unter anderem mit einem neuen Verstärker versehen hat. Die eigentliche Arbeit verrichtet ein Arduino-Microcontroller. Eine analoge Anzeige in der Front dient dazu, die Tweets per Minute anzuzeigen. Mit einem Regler kann man diese Tweetfrequenz einstellen – bis sich am Ende die vorgelesenen Nachrichten überschlagen und gegenseitig übertönen.

Das "Volume and Noise" genannte Projekt wurde im November in einer Ausstellung in Portland, Oregon gezeigt. Passend zur heißen Phase im US-Wahlkampf war das Radio dabei auf politische Tweets eingestellt. Prinzipiell könne man aber frei bestimmen, welche Inhalte sich das Radio aus Twitter sucht und dann vorliest, schreibt Sean Hathaway in diesem Beitrag.

Wie man im Video oben hört, wird die Illusion des Twitter-Radios gerade auch durch die klassische Geräuschkulisse erzeugt. Die Einstellgeräusche sowie das Knistern und Rauschen werden in Echtzeit digital reproduziert.

Schade fast, dass "Volume und Noise" nur ein Kunstprojekt ist und Sean Hathaway keine Pläne hat, mehr daraus zu machen. Aber wer weiß, wer sich dazu anregen lässt, die Idee weiterzuentwickeln. Schließlich stehen die Bauteile wie Arduino ja allen zur Verfügung.

Quellen: Make, Technabob

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