21.07.10

TVCenterr: Zattoo-TV auf Android-Handys

Zattoo, respektive ZDF auf Android-Handy: Möglich mit TV-Centerr

Ab sofort gibt es rund 30 TV-Kanäle des Internet-Streamers Zattoo auch auf Android-Handys. Eine Datenflatrate oder Wlan vorausgesetzt, wird jedes Froyo-Handy zum Fernseher. Ein Schweizer Student hat eine inoffizielle Zattoo-App geschrieben.

"Heute" irgendwo im Bus gucken, das Wetter in der Bar und den Spielfilm auf dem Heimweg im Zug: Handy-TV war bisher weitgehend auf (selten anzutreffendes) DVB-T beschränkt. Die Technologie hat sich aber zumindest ausserhalb von Japan und Korea nirgends wirklich durchgesetzt.

Andernorts setzt man auf IP-TV via Internet, und das kommt jetzt auch aufs Handy: Wer ein Android-Gerät mit Froyo und Flash 10.1 besitzt, kann dank der kostenlosen Applikation "TV.Centerr" des Schweizer Studenten Corsin Camichel das Zattoo-Angebot in gewissen Gebieten beziehen.

Der Programmierer der App, die im Android-Market zum Download bereit steht, hat allerdings nicht offiziell mit Zattoo zusammengearbeitet, sondern gemäss Zeitungsbericht einfach den Stream aus einer in einem Schweizer Medienangebot bereitstehenden TV-Webapplikation herausgefischt und darauf aufbauend seine Anwendung geschrieben.

Sie bietet rund 30 Kanäle aus dem Zattoo-Angebot, darunter ARD und ZDF, SF1 und 2 und Info, ORF, BBC und weitere. Zu sehen sind die Kanäle aber aufgrund der Schweizer Links, die der Programmierer Corsin Camichel angezapft hat, fast nur in der Schweiz und in Teilen Deutschlands.

Die Anwendung funktionierte auf meinem Nexus One auf Anhieb, und ein Login bei Zattoo ist nicht nötig - den Werbevorspann und einige Sekunden Puffer-Ladezeit muss man aber über sich ergehen lassen, bevor man einen Sender sehen kann.

Auf dem Arbeitsweg Senderzappen ist also nicht. Oder mindestens sehr mühsam.

Zattoo zeigt sich gelassen und will das piratöse Handy-Fernschauen vorerst jedenfalls nicht unterbinden. Mittelfristig, macht Zattoo-VP Niklas Brambring auf Anfrage von neuerdings.com deutlich, wird das aber wohl geschehen: Die Streams, welche die Anwendung benutzt, sind eigentlich Premium-Angebote für Partner von Zattoo; sie seien nicht für beliebige Zugriffe von irgendwo vorgesehen, sondern für die Einbettung bei bestimmten Partnern wie Zeitungen ausgeliefert worden. Die Werbung von Zattoo wird dabei zwar ebenfalls ausgeliefert, aber die Werbekunden hätten natürlich ein bestimmtes Umfeld (NZZ oder ähnliche Titel) gebucht. Auch mit den Rechteinhabern der Inhalte (den TV-Sendern) müsse Zattoo seine Verträge einhalten.

Brambring weist darauf hin, dass die App keine Hacker-Meisterleistung sei und die Links zu den einzelnen Senderangeboten nicht sehr geschützt in den jeweiligen Partnerangeboten eingebunden gewesen seien, trotzdem sei es nicht ganz sauber von Camichel, sich dort einfach zu bedienen. Rechtliche Schritte wolle Zattoo nicht einleiten, sondern zunächst das Gespräch mit dem Studenten suchen.

Immerhin zeige TV.Centerr ja auch, dass der Backbone von Zattoo sehr stabil ist und das System auf Android-Smartphones stabil läuft - was wohl den Weg für die ohnehin geplante, offizielle Zattoo-Android-App ebne.

Via 20Minuten

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!