07.12.11

Tumi powered by Zomm im Test: Das Smartphone an der Leine

Tumi - {Tumi;http://www.tumi.com/}

Der Tumi-Schlüsselanhänger ersetzt Freisprecheinrichtung, Gedankenstützte und Panikalarm in einem, zumindest auf dem Papier. Im Test zeigten sich kleinere Schwächen.

Schonmal aus dem Haus gegangen und den Autoschlüssel vergessen? Die wichtigen Unterlagen auf dem Frühstückstisch liegen lassen? Oder in der Bahn gemerkt, dass das Handy fehlt? Alles ärgerlich und vermeidbar. Mit dem Tumi Bluetooth Smart Schlüsselanhänger soll das ein Ende haben - zumindest das Handy vergessen.

Der Tumi Schlüsselanhänger besteht aus einem grau-metallischen Gehäuse, mit einem dicken Knopf in der Mitte, drei Status-LEDs an den Seiten und einem grossen Lautsprecher nebst Mikrofon hinten. Was ihn so besonders macht, ist die Kooperation mit Zomm. Der Zomm verbindet sich über Bluetooth mit dem Handy oder Smartphone und fungiert dann als Freisprecheinrichtung, Verlierschutz und Panikalarm. Dafür wurde der Zomm an der CES 2010 mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.

Freisprechen

Der Tumi unterstützt das HSP/HFP-Protokoll, wodurch er von fast allen Handys und Smartphones als Freisprecheinrichtung erkannt wird. Bei einem eingehenden Anruf vibriert der Tumi und nimmt das Gespräch nach einem Druck auf den Knopf an. Das Mikrofon ist recht gut, die Stimme klingt jedoch kratziger als bei normalen Headsets. Dem Tumi fehlt zudem eine Geräuschunterdrückung, was unterwegs schnell zu Verständlichkeitsproblemen führt.Die eigene Stimme geht im Umgebungslärm unter und man sollte sich den Tumi nah vor den Mund halten, wenn die Geräuschkulisse ansteigt. Der Lautsprecher auf der Rückseite gibt das Gegenüber klar wieder, was sich naturbedingt nur in privaten Situationen nutzen lässt, da sonst die anderen mithören können. Navigationsanweisungen und ähnliche Ausgaben werden leider nicht über den Tumi ausgegeben, ein A2DP-Kopfhörer kann jedoch mühelos gleichzeitig mit dem Handy interagieren. Multipoint beherrscht das Tumi nicht, es kann nur ein Gerät gekoppelt werden.

Verlierschutz

Zomm spricht von einer «unsichtbaren Leine». Im Grunde erkennt der Anhänger lediglich, ob sich das Gerät in Reichweite befindet oder nicht. Im Gegensatz zu anderem BT-Zubehör macht sich der Tumi lautstark bemerkbar, wenn er die Verbindung verliert. Zuerst vibriert es, dann blinken die LED-Lichter und als «ultima ratio» krakehlt der Anhänger, wie die Diebstahlsicherungen im Kaufhaus. Erst nach einem Druck auf den Knopf verstummt der Alarm wieder. Alternativ nähert man sich dem Smartphone und wartet einen Moment. Umgekehrt kann man vom Handy aus auch die Geräte wiederfinden. Eine gute Ergänzung wäre eine Basisstation, da man sonst immer beide in Reichweite belassen muss. Die Reichweite ist zwar auch vom Handy abhängig, doch über ein Stockwerk hinaus geht die Verbindung nicht, weshalb man den Zomm zuhause auschaltet und das Smartphone am Ende doch zu hause liegen lässt - wo es zumindest sicher und behütet auf seinen Besitzer wartet.

Panikalarm

Man kann lange über Sinn und Unsinn eines Panikalarms diskutieren, im Ernstfall ist man für jede Hilfe dankbar. Der Alarm wird durch langes Drücken des Knopfes aktiviert und klingt wie eine Diebstahlsicherung am Auto, während gleichzeitig die LEDs leuchten. Das dürfte die meisten Angreifer verschrecken und in die Flucht jagen. Ausserdem wird ein Notruf über das gekoppelte Telefon abgesetzt, im Test klappte der Anruf mit einem angeschlossenen Nokia E7 und Blackberry 9860 leider nicht.

Fazit

Der Tumi für EUR 150 ist die Edelversion des EUR 90-Zomm: Beide bieten technisch die gleiche Leistung, doch der Tumi macht mit seinem Metallgehäuse mehr her, als die Plastikversion. Die Freisprecheinrichtung ist in manchen Fällen durchaus nützlich, stellt aber keine ernstzunehmende Konkurrenz zu den eingebauten Freisprechern in Smartphones oder einem echten Headset dar. Die «unsichtbare Leine» dagegen bringt einen deutlichen Mehrwert und der Panikalarm eine gewisse Sicherheit. Ob das jedoch den ziemlich hohen Preis rechtfertigt, merkt man erst, wenn man wieder einmal Schlüsselbund oder Smartphone vergessen hat...

Mehr Infos gibt es bei Zomm bzw. Tumi.

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