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15.04.11

Toshiba Wipe Technology: Platte mit Putzfunktion

Toshiba MK6461GSYG

Die neuen Toshiba Festplatten mit Wipe-Technologie sollen persönliche Daten vor anderen schützen.

 

Sicherheit liegt allen am Herzen - vor allem den Steuerhinterziehern, die sonst auf auf der nächsten Steuersünder-CD landen, und natürlich auch den Ämtern - sonst passiert sowas: Bei einer "Datenpanne" tauchten unverschlüsselte Festplatten eines Finanzamtes auf einem Flohmarkt in Traunstein auf, und nur ein halbes Jahr später konnte Reimer Backen in Glücksburg sich selbst ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art machen: Unverschlüsselte Steuerbescheide, Sitzungsprotokolle und Briefe an Anwälte kaufte er mit 15 Festplatten auf einem Flohmarkt ein. Mit einer Toshiba-Festplatte mit der "Wipe Technology" wäre das vielleicht nicht passiert.Die Toshiba-Festplatten sollen Sicherheit gewähren, indem sie die unsichere Komponente Mensch weitestgehend umgehen. Die sogenannten Self-Encrypting Drives (SED) sind allerdings keine Weltneuheit, wie die Pressemeldung vielleicht suggerieren könnte, beispielsweise Seagate nutzt diese Technologie ebenfalls und kann sogar ein Zertifikat der NIST-Behörde vorweisen.

Die Toshiba Festplatten verschlüsseln ohne zutun des PCs oder einer seiner Komponenten sämtliche Daten und geben diese nur mittels eines Passwortes wieder Preis. Würden Ämter durchgehend auf solche HDDs vertrauen wären oben genannte Beispiele undenkbar. Dabei helfen der IT-Verwaltung drei wichtige Einstellungen:

     

  1. Alle gespeicherten Daten können binnen kürzester Zeit unbrauchbar gemacht werden, ohne mehrmaliges Überschreiben.
  2. Sobald die Festplatte abgeschaltet wird, vergisst die HDD das Passwort und die Geheimnisse können nicht mehr entschlüsselt werden - sofern man dies auswählt.
  3. Baut man die 2,5 Zoll Platte aus und in einem nicht authorisierten System wieder ein, werden die Daten unbrauchbar.

All diese Mechanismen sollen helfen, die persönlichen bzw. personengebundenen Daten vor unbefugten Blicken zu schützen. Spätestens seit dem heise Artikel, indem aufgezeigt wurde, wie FIPS-zertifizierte USB-Verschlüsselungssticks ganz simpel geknackt wurden, stehe ich diesen Dingern sehr misstrauisch gegenüber. Vor allem kann ich noch nicht ganz glauben, dass eine 2,5 Platte für einen Dauerbetrieb wie unter Punkt 2) bestimmt ist.

Meinen letzten Informationen zufolge werden in Serverfarmen hauptsächlich noch 3,5 Zoll HDDs eingesetzt, da ihre Lebensdauer/ Fehleranfälligkeit geringer ist - aber ich lasse mich hierzu gerne belehren. Bei gewissenhafter Nutzung sollte eine Verschlüsselungssoftware, wie das freie Truecrypt, vollkommen ausreichen. Andererseits, was nützt es denn, wenn nur wir auf unsere Daten aufpassen?

Toshiba will Ende Juni mit der Massenproduktion starten, der Speicherplatz wird zwischen 160-640GB liegen.

Via Businesswire.

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