Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

16.01.12

Toshiba, JVC, Sony, Sharp: Nach Full HD kommt 4K

Toshiba 55ZL2G {pd Toshiba;http://de.press.toshiba.eu/de/articles/pressgeneric/pr_2011_09_01_LED-TV_55ZL2G}

Nach dem letztjährigen 3D-Trend scheint die Heimkino-Industrie nun ein neues Schlagwort gefunden zu haben: «4K». Dieses steht für vierfache HD-Auflösung und den Versuch der Hersteller neue Geräte der unterschiedlichsten Kategorien an den Mann zu bringen.

Was kommt dabei heraus, wenn man die Höhe und Breite eines FullHD-Bildes verdoppelt? Klar, die vierfache Auflösung: 3.840 x 2.160 px. Über acht Millionen Pixel zaubern eine Detailtiefe und Schärfe wie man sie im Bewegtbild bisher nur selten zu sehen bekam auf einen solchen Bildschirm. In Anlehnung an die horizontale Auflösung heisst dieser nächste Schritt in der Auflösung des Bewegtbildes «4K», und die Firmen entwickeln bereits fleissig Produkte, wie man auf der CES in Las Vegas sehen konnte: vom erschwinglichen Camcorder, über Blu-ray-Player und Projektor bis hin zum Flachbildschirm. Heimkino-Enthusiasten wird es freuen, verspricht die gesteigerte Auflösung doch ein enormes Plus an Bildqualität.

Camcorder: 4K für den Hausgebrauch

JVC stellt den 4K-fähigen Camcorder HMQ10 vor: mit einer Auflösung von 3840 × 2160 px mit 24 fps, 50 fps oder 60 fps zeichnet dieser Camcorder im H.264-Format auf SDHC-/SDXC-Karten auf. Der HMQ10 verwendet einen 1/2.3 Zoll grossen CMOS-Sensor mit 8'300'000 px und verfügt über ein optisches 10-fach-Zoom mit einer maximalen Blende von 2,8. Die Abwärtskompatibilität zur bekannten FullHD-Auflösung bleibt sichergestellt: der Camcorder kann in 1080p aufzeichnen und verfügt zusätzlich über eine FullHD-Trimming-Funktion.

Der HMQ10 soll in den USA zum Einstandspreis von USD 4'995,00 ab März 2012 angeboten werden.

Blu-ray-Player: 4K scheibchenweise

Sony steht auch schon mit einem 4K-Blu-ray-Player in den Startlöchern. Der BDP-S790 wird jedoch kein natives 4K-Bildmaterial wiedergeben, da die maximale Video-Auflösung für Blu-rays nur bis 1080p spezifiziert ist. Stattdessen werden in 1080p vorliegende Filme auf die höhere 4K-Qualität skaliert. Sony verspricht sich hiervon eine deutlich gesteigerte Bildqualität - immer vorrausgesetzt, man nennt auch einen 4K-fähigen Fernseher oder Projektor sein eigen. Ansonsten bringt der Player aber noch eine Reihe weiterer Komfortmerkmale mit: WLAN ist integriert, eine optional anschliessbare Kamera erlaubt Videocalls per Skype und der direkte Zugang zu populären Web-Diensten wie zum Beispiel Netflix, YouTube oder Pandora ist möglich. Offen sind derzeit noch der Preis und der genaue Verfügbarkeitstermin, der Sony-Store ist aber gerne bereit einen darüber zu informieren wenn es hier nähere Informationen gibt.

Projektoren: 4K an die Wand geworfen

Sowohl Sony als auch JVC präsentierten auf der CES bereits Projektoren mit der 4K-Auflösung. JVC startet mit zwei Geräten: dem DLA-X70R für USD 8'000,00 und dem DLA-X90R für USD 12'000,00, welcher für den höheren Preis auch den höheren dynamischen Kontrast bietet. Beide Projektoren, welche schon im September letzten Jahres angekündigt wurden, bieten die volle 4K-Auflösung und sind in der Lage 3D darzustellen. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit vorhandenes 2D-Material in 3D umzurechnen. Details zu beiden Projektoren gibt es unter JVC.com.

Sony zeigt den 4K Beamer VPL-VW1000ES, der bescheidene USD 25'000,00 kosten und in wenigen Wochen auf den Markt kommen soll. 2'000 ANSI-Lumen und eine Kontrastrate von 1'000'000:1 sollen laut Sony für unglaubliche Bilder sorgen. Welche Leinwand der Heimkinoenthusiast aber braucht, damit solche Kontrastwerte auch in der Praxis umgesetzt werden, verschweigt Sony bisher noch. Technische Details sind auf der Sony-Webseite aber schon zu finden.

Fernseher: 4K vorgeführt

Sharps grosse LCD-Fernseher sollen, wie in einem Video-Interview angekündigt, im Laufe des Jahres mit vierfacher HD-Auflösung ausgestattet werden. Hierzu wurde zusammen mit der Firma I-cubed Research Center ein Verfahren namens ICC-4K entwickelt. Dieses werkelt intern mit einem spezialisierten Grafikprozessor und skaliert damit das originale Full-HD-Signal auf die 4K-Auflösung des LCD-Panels hoch. Konkrete Produkte, Termine und Preise bleibt man aber leider noch schuldig.

Auch Toshiba hatte eine Menge Pixel im Gepäck und präsentiert den 55LZ2G. Die 55 Zoll dieses 4K-fähigen Bildschirms nutzt Toshiba vor allem, um dem Betrachter 3D ohne Brille zu ermöglichen. Die Technik dahinter steckt in spezielle Miniaturlinsen, welche es sogar mehreren Zuschauern erlauben sich im Raum zu bewegen, ohne den 3D-Eindruck zu verlieren. Auf der IFA konnte man dieses Gerät bereits sehen.

Zu guter Letzt hat LG, wie bereits berichtet einen 4K-fähigen Flachbildschirm mit epischen 84 Zoll Bildschirmdiagonale vorgeführt.

Fazit: 4K kommt langsam, aber gewaltig

8 Millionen Pixel im Heimkino versprechen eine gesteigerte Darstellungsqualität. Die Auswahl an Geräten ist aber noch übersichtlich und der Einstandspreis ist hoch - wie das so ist mit Technologiesprüngen. Ob weitere Hersteller auf den 4K-Zug aufspringen, wird sich zeigen und es bleibt zu hoffen, dass auch Hollywood mitzieht und die kommenden Blockbuster auch in 4K-Auflösung in den Endkunden-Verkauf gehen. Das hängt sicher auch davon ab, wie die Industrie sich auf einen Standard für die Blu Ray Disc oder Online-Angebote einigen kann - und wie man dem Kunden die Vorteile von 4K schmackhaft machen kann. Im Augenblick entdecken die Kunden mit HD-TV-Sendern und Blu Ray ja gerade erst die normale High-Definition-Vorteile.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer