16.11.07

Tomtom GO 720T Test II/III Er folgt (zumeist) auf Zuruf

TomTom GO 720T Packshot

Ein TomTom Go 720T hat uns einen Monat lang begleitet. Im zweiten Teil des Tests: Spracherkennung und Karten-Korrektur durch die Benutzer.

 

TomTom Go 720T im Test - Teil I: Die neuen Funktionen

TomTom Go 720T im Test - Teil III: Fazit: Heikle Fahrtenschreiber-Funktion

Das TomTom GO 720T zählt zu den besten Navis am Markt. Allerdings ist auch der Champion nicht perfekt. Gefallen hat die Zieleingabe mittels Sprachbefehle und auch, dass Mensch noch immer schlauer als das Navi ist. Aussergewöhnlich bei TomTom ist, dass die Anwender mittels MapShare selber Fehler im Kartenmaterial korrigieren sollen.

 

Sprich mit deinem Navi

Praxistauglich ist beim TomTom auch die Zieleingabe mittels Sprachbefehlen.

 

Nach zwei Tastendrücken hört das Navi zu und will erst einmal den Ort wissen.

 

Während dabei "Zürich" recht zuverlässig erkannt wurde,

 

tat sich das TomTom mit "Biel" schon ein bisschen schwerer.

 

Aber glücklicherweise gibt das Navi immer ein halbes Dutzend Vorschläge auf dem Display vor, das Passende kann dann durch Ansage einer Ziffer gewählt werden. In der Praxis hat sich die Spracherkennung also meist bewährt, das Plaudern mit dem Navi macht einfach mehr Spass als das Tippen auf dem kleinen Touch-Display. Ganz abgesehen davon, dass man mit solchen Technikspielereien auch den Beifahrer beeindrucken kann.

Zieleingabe mit Koordinaten:

Bei der Zieleingabe kann TomTom gegenüber der Konkurrenz deutlich punkten. Nirgendwo ist es so einfach, ein Ziel zu definieren. Vor allem die Auswahl eines Points-of-interest (POI) ist durchdacht und praxistauglich. So gibt man beispielsweise die Zieladresse ein und kann das einige Fingerdrücke weiter bereits das nächste Parkhaus in Zielnähe ansteuern lassen. Die TomTom-Entwickler haben auch daran gedacht, dass Camper und Schatzsucher manchmal ein Ziel mittels geografischer Koordinaten erfassen wollen. Auch diese Disziplin beherrscht das Go 720T perfekt.

Mensch bleibt schlauer.

Bei der Routenwahl gibt es wenig zu bemängeln. Auch das neuste TomTom macht dabei dieselben Fehler wie die Konkurrenz und schafft es beispielsweise nicht, unsere lokale Autobahneinfahrt auf schnellstem Weg zu erreichen. Ortskundiger Mensch fühlt sich in solchen Situationen dann endlich wieder mal der Technik überlegen.

Bezüglich Kartendaten scheint die Evolution ebenfalls langsam zu sein, gewisse Strassen fehlten schon vor 10 Jahren in den Karten von Teleatlas, welche TomTom verwendet. Und sie fehlen da noch heute. Da andere Navi-Hersteller auf Navteq-Karten setzen, sind dort zwar diese Strassen seit Jahren vorhanden, dafür fehlen bei Navteq andere Ziele.

Konsumentenfreundlich ist, dass TomTom neuerdings den ersten Kartenupdate kostenlos anbietet. So verspricht TomTom im Originaltext:

 

"Für den Fall, dass zum Zeitpunkt des Kaufs eines neuen TomTom Navigationsgeräts bereits eine aktuellere Kartenversion als auf dem Gerät vorinstalliert verfügbar sein sollte, bietet TomTom seinen Kunden ein kostenloses Update. Dieses kann innerhalb von 30 Tagen nach Aktivierung des Gerätes über die TomTom Home Plattform heruntergeladen werden."

Kunden als Kartenflicker

TomTom weiss, dass die Kartendaten nie wirklich komplett und korrekt sein können und lädt deshalb die Kunden ein, sich als Kartenflicker zu profilieren. Map Share nennen die Holländer ihr Community-Projekt, und die nötigen Korrekturen tippt man direkt am Navi ein.

 

Bei der nächsten PC-Verbindung werden sie dann auf einen Server von TomTom übertragen, dort überprüft und später allen Nutzern wieder via Internet-Download zur Verfügung gestellt. Via Softwareupdate will TomTom Map Share auch Besitzern von älteren Modellen zugänglich machen.

Auf Anfrage wollte TomTom keine Zahlen über den Erfolg von MapShare bekanntgeben. Wir hatten allerdings den Eindruck, dass sich die Kunden eher selten als Kartenflicker zugunsten der Allgemeinheit betätigen.

Keine Radarwarner in der Schweiz

Eine juristische Gratwanderung ist die Verwendung von Blitzerdatenbanken im TomTom. Der Hersteller liefert gegen Bezahlung solche Daten im Abonnement, die Schweiz wird dabei allerdings ausgespart. Auch in Deutschland scheint die Verwendung von Radar- und Rotlichkamerawarnern nicht im Sinne des Gesetztgebers sein. Die Positionen von solchen Kameras lassen sich übrigens jederzeit via gekoppeltem Handy aktualisieren. Im Test liess sich aber nicht eruieren, wie häufig die Informationen wirklich gepflegt werden.

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