02.08.13

Tile: Wenn die Community Suchen hilft

Tile als Schlüsselanhänger

"Tile" will dabei helfen, verlegte oder verlorene Dinge wiederzufinden. Die Kombination aus Bluetooth-Etikett und Smartphone-App ist dabei nichts Neues. Zur Besonderheit wird Tile durch die Idee, gleich mehrere Geräte auf die Suche zu schicken – oder im Zweifel die gesamte Community.

Tile als Schlüsselanhänger

Es ist ein universelles Phänomen: Menschen sind vergesslich. Und sie sind sich nicht immer bewusst, was sie eigentlich gerade alles tun. Wir halten uns für Multitasker, aber sind dabei in Wirklichkeit serielle Singletasker. Und wenn wir doch etwas gleichzeitig machen, wissen wir nur über eins davon wirklich Bescheid. Deshalb zeugt es eben nicht von besonderer Schusseligkeit, immer wieder seine Schlüssel, die Brieftasche oder das Handy zu suchen. Man hat eben nicht darauf geachtet, während man etwas anderes gemacht oder gedacht hat. Sortierte Menschen schaffen sich für ihre Gegenstände deshalb feste Plätze. Achtsame Menschen machen dagegen alles lieber langsamer und dafür bewusst. Und der Rest sucht. Oder nutzt Gadgets wie Tile.

Systeme wie Tile machen sich Bluetooth Low Energy zunutze. Sie bauen einerseits einen möglichst kleinen Sender und übergeben dem Smartphone die Aufgabe des Ortungsgeräts. Auf dem visualisiert eine App, was sie empfängt. Wenn sie denn etwas empfängt, denn die Reichweite von Bluetooth Low Energy ist auf 50 Meter begrenzt und liegt in der Praxis noch darunter. Die Macher von Tile versprechen 30 Meter.

Tile kommt damit auf einen schon gut besetzten Markt. Konkurrenten sind beispielsweise Stick'n'Find oder Proximo. Auf neuerdings.com hatten wir ebenfalls schon diverse Vertreter ähnlicher Art wie Scosche Found-It, The Hone und einige andere.

Die Macher von Tile haben sich vor allem die beschränkte Reichweite von Bluetooth Low Energy vorgenommen. Ihre Idee: Hat man etwas verlegt, kann man nicht nur mit dem eigenen Smartphone danach suchen, sondern gleich mit mehreren. Seine Tiles kann man mit Freunden und Bekannten teilen, so dass auch deren Geräte danach suchen, sofern sie ebenfalls die Tiles-App installiert haben. Und im Zweifel lässt sich offenbar auch die gesamte Community aktivieren, um bei der Suche zu helfen.

Wie nützlich das in der Praxis ist, muss man sicherlich abwarten. Die Suche im eigenen Zuhause oder im Büro wird mit mehreren Helfern aber sicherlich einfacher, sofern man sich gut koordiniert...

Suchbild: Finde den Tile

Wegen der großen internationalen Nachfrage ist Tile nun auch bereits jetzt für Europäer vorbestellbar. Ein Tile kostet umgerechnet gut 14 Euro. Bestellt man drei, bekommt man ein weiteres hinzu und bezahlt für alle vier umgerechnet knapp 43 Euro. Für den Versand kommen noch einmal rund 10 Euro hinzu.

Ein Haken: Die Tiles halten etwa ein Jahr, dann muss man sie gegen neue austauschen und auch die wiederum bezahlen. Die alten kann man zum Recycling zurückschicken. Die Macher begründen das damit, dass die Tiles dadurch kompakter werden, sie wasserfest sein können und sich die Nutzer keine Sorgen um die korrekte Batterie machen müssen. Hauptgrund dürfte aber sicherlich sein, dass sich das Unternehmen dadurch einen regelmäßigen Geldfluss erhofft.

Weiterer Haken, den allerdings andere ebenfalls haben: Android wird nicht unterstützt. Voraussetzung ist ein iOS-Gerät. Einfacher Grund: Erst mit der gerade vorgestellten Version 4.3 unterstützt Android von Haus aus Bluetooth Low Energy. Ein Feature, das es bei iOS bereits seit zwei Jahren gibt. Die Macher von Tiles haben sich zu Plänen einer Android-Version noch nicht geäußert.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website.

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!