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28.02.11

Thunderbolt: Hilft Apple Intel gegen USB 3.0?

Intels Thunderbolt

In Apple hat Intel einen frühen Verbündeten für die Lancierung der neuen Schnittstelle Thunderbolt gefunden. Die Frage ist, ob der Schachzug gegen USB 3.0 zu Lasten der Kunden geht.

Apple ist bekannt dafür, kompromisslos auf vielversprechende neue Techniken zu setzen, was vielfach auch den Verzicht alter Techniken mitbringt, noch bevor sie wirklich obsolet sind.

Die letzte Woche präsentierten neuen MacBooks Pro allerdings setzen ein neues Zeichen: Apple verbaut darin die superschnelle Thunderbolt-Schnittstelle von Intel (theoretisch 10Gbit/s), von der man munkelt getrost annehmen darf, sie sei der Grund, weshalb Intel USB 3.0 (bis zu 4 5 Gbit/s) bisher nicht wirklich unterstützt (was Intel abstreitet). Und für die es noch keine Endgeräte gibt (ausser DisplayPort, die direkt unterstützt werden).

So weisen die neuen MacBooks neben der Thunderbolt-Schnittstelle auch noch die herkömmlichen zwei USB-Anschlüsse auf - herkömmlich im Sinne von: USB 2.0 (480Mbit/s), wohlgemerkt. Was allein deswegen verwundert, weil USB 3.0 abwärtskompatibel ist, Thunderbolt aber vorerst praktisch kaum genutzt werden kann. Thunderbolt soll, wenn es nach Intel geht, die letzte Schnittstelle werden, die je entwickelt wurde: Mit entsprechenden Adaptern soll sich daran alles bis zum Monitor anschliessen lassen, die Übertragungsrate liegt mit rund 10 Gbit/s etwa doppelt so hoch wie USB 3.0. Es spricht einiges für die Technologie, die vorerst elektrisch und gelegentlich optische Übertragung ermöglichen soll. Und mit Apple als Partner hat Intel hier wohl versucht, das Henne-Ei-Problem für solche Technologien aus der Welt zu schaffen.

Wer ein bisschen verfolgt hat, wie lange es bei USB 3.0 gedauert hat, bis Geräte und Controller verfügbar waren, kann nur annehmen, dass Intel seine ganze Marktmacht in den Wettbewerb werfen muss, um der Schnittstelle zum raschen Durchbruch zu verhelfen. Andrerseits hat Intel diese Macht - und mit Apple einen Partner, der erfahrungsgemäss für ganze Heerscharen von Produzenten von Peripherie-Produkten das Leitlicht ist.

Inzwischen haben allerdings etliche Hersteller angefangen, USB 3.0 zu verbauen - in den Rechnern, denn Geräte wie Harddisks etc sind bereits einige auf dem Markt. Offizielle Meldungen für Thunderbolt habe ich bisher aber erst von Apple und LaCie gesehen.

Stellt sich also die Frage, ob Thunderbolt auf Kosten von Apple-Kunden in den Markt gedrückt wird, und ob Steve Jobs Entscheidung, auf USB 3.0 zu verzichten, definitiv war.

Denn irgendwie beisst sich die Geschichte in den Schwanz: Noch im Oktober hatte Jobs USB 3.0 eine Absage erteilt, weil "beispielsweise Intel" die Schnittstelle nicht unterstütze.

Inzwischen ist eine Reihe von USB 3.0-Geräten verfügbar, von LaCie bis Seagate bieten Hersteller Harddisks an, die am meisten von der Technologie profitieren. Und die Computerhersteller fangen ebenfalls an, USB 3.0-Controller zu verbauen.

Die allerdings erreichen häufig kaum einen Drittel der möglichen Geschwindigkeit - weil das ganze System nicht auf die Geschwindigkeiten mit einem Durchsatz von 600MB pro Sekunde ausgerichtet ist. Bleibt abzuwarten, welche Geschwindigkeit Thunderbolt in den neuen MacBooks Pro schafft. Mein brandneues Asus-Notebook etwa schafft intern wie extern "nur" 200MB pro Sekunde - ein drittel dessen, was USB 3.0 hinkriegt.

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