16.09.13

The Unplugging Box: Einfach mal das Smartphone weglegen

Funktioniert auch ohne Netzteil: die Unplugging Box.

Selten, dass wir etwas vorstellen, zu dem es keine App gibt oder das nicht zumindest mit Strom funktioniert. Aber bei der "Unplugging Box" ist genau das die Grundidee: Sie soll uns und andere motivieren, einfach mal nicht ständig erreichbar zu sein.

Funktioniert auch ohne Netzteil: die Unplugging Box.

Einerseits kann es eine großartige Sache sein, mit Menschen zumindest auf digitalem Weg in Kontakt zu stehen. Es ist ja kein Ersatz, wie von manchen behauptet, sondern eine Ergänzung. Obwohl ich das Internet im Allgemeinen und mein Smartphone im Speziellen gern und intensiv nutze, treffe ich trotzdem Menschen ganz direkt und persönlich. Aber es ist nicht nur so, dass man andere auf diesen Wegen erreichen kann, man ist natürlich ebenso selbst erreichbar und so mancher fühlt den Druck, erreichbar sein zu müssen, immer zu antworten – ob nun privat oder im Beruf. "The Unplugged Society" möchte erreichen, dass wir uns dieses Verhaltens bewusst werden und gegensteuern.

Adrian Dinsdale aus London hat dazu die "Unplugging Box" entworfen. Nein, das ist natürlich kein technisches Gerät. Es ist auch keine Software. Es ist kein Webdienst. Es ist... eine Schachtel. Darin findet sich Material, mit dem man sich oder andere motivieren können soll, sich einfach mal auszustöpseln, nicht erreichbar zu sein, das Smartphone zu ignorieren, nicht auf Facebook zu sein, E-Mails nur einmal am Tag oder auch erst morgen zu beantworten.

In der Box findet sich dazu ein kleines Büchlein, das darüber aufklären soll, warum es wichtig ist, auch mal abzuschalten. Dazu gibt es Inspirations-Kärtchen mit Affirmationen, die man an passender Stelle in seinem Zuhause oder im Büro anbringen kann, um sich daran zu erinnern und sich einzuprägen, was man sich eigentlich vorgenommen hatte. Dazu gibt es einen Satz Postkarten, mit denen man andere dazu auffordern kann, sich ebenfalls zu beteiligen.

Die Unplugging Box steht auf Kickstarter als Projekt zur Unterstützung bereit und das mitten in der "Technology"-Rubrik. Gut ein Monat bleibt noch Zeit, um die erhofften 17.000 Britischen Pfund zusammenzubekommen. Damit soll der erste Schwung von 1.000 Stück produziert werden und die beteiligten Designer und Autoren sollen entlohnt werden. Umgerechnet rund 16 Euro soll man vorab bezahlen, um sich eine der Ausstöpsel-Schachteln inklusive Versand zu sichern. Im Dezember sollen sie fertig sein und so gesehen wäre die Unplugging Box als pädagogisch wertvolles Weihnachtsgeschenk für das Smartphone-abhängige Familienmitglied oder den stets Messages schreibenden Kollegen denkbar - einigermaßen sichere Englischkenntnisse vorausgesetzt.

Alle Informationen zur "Unplugging Box" hier auf Kickstarter.

Fazit

Mir persönlich gefällt die Idee der Unplugging Box. Wir sehen aktuell mit Smartwatches oder neuen Produkten wie Google Glass, dass wir künftig idealerweise alle dauerhaft online sein sollen und jede noch so kleine Nachricht sofort sehen. Das kann gelegentlich sehr nützlich sein und ist technisch spannend. Aber ist es immer notwendig und sinnvoll? Sicherlich nicht. Für manche wird die Welt auf dem Display wichtiger als die Welt um sie herum, wie dieser Kurzfilm so schön zeigt. Da kann ein Gedankenanstoß oder ein wenig Hilfe doch sehr nützlich sein. Siehe dazu auch die Berliner "Offtime"-App.

Die Umsetzung der Box ist hingegen ein bisschen schwach. Ein Büchlein, ein paar Motivationskärtchen und ein Satz Postkarten finde ich nicht sonderlich kreativ. Da hätte man sich noch mehr einfallen lassen können, damit die Betreffenden die Zeit des Ausgestöpseltseins auch aktiv und intensiv erleben und nutzen.

Aber wer weiß, was uns die nächste Version der Box bringen wird...

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