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10.07.12

The Iris Camera Designkonzept: Kamerabedienung so einfach wie Blinzeln

Mimi Zou mit ihrem Designkonzept "Iris Camera".

Wer meint, beim Thema "Fotoapparat" gebe es nach all den Jahren nichts Wesentliches mehr zu erfinden, sollte sich einmal das Konzept "The Iris Camera" der Designerin Mimi Zou anschauen. Bei ihr wird die Kamera praktisch zu einem Zubehör für die Augen.

Digitalkameras können heute zwar schon in den günstigen Modellen viel, aber bei all dem Blick auf die Features wird ein Punkt für Innovation von den Herstellern oft übersehen: die Bedienung. Da werden ungezählte Knöpfe, Wippen und Rädchen übers Gehäuse verteilt und dazu noch Touchscreens eingebaut. Schier endlos lange Optionsmenüs kommen hinzu. Und am Ende stellen die meisten dann doch auf Automatik und knipsen los.

Was aber wäre, wenn eine Kamera erkennen würde, was man fotografieren will, wann und wie? Die Designerin Mimi Zou hat dazu "The Iris Camera" entworfen, die zunächst aussieht wie ein schickes Wechselobjektiv. Knöpfe findet man darauf keine, denn die Bedienung erfolgt allein mit den eigenen Augen – so jedenfalls ihre Idee. Im folgenden Video sieht man, wie sie sich die Bedienung vorstellt, sollte es jemals umgesetzt werden.

Man sieht in dem Film, dass die Iris Camera beispielsweise Gebäude und Personen selbstständig erkennen und zuordnen kann. Das ist technisch nicht so weit hergeholt. Man denke hier an die Kombination von Technologien wie Gesichtserkennenung, sowie GPS und Google Goggles. In Wirklichkeit würde das wohl alles nicht so schnell und nahtlos funktionieren, aber die Funktion an sich ist denkbar und natürlich sehr praktisch.

Was man als Nutzer selbst einstellen und auswählen kann, macht man bei der Iris Camera allein mit seinen Augen. Dadurch, dass man auf bestimmte Stellen schaut, die Augen weitet oder verengt oder auch einfach blinzelt, bestimmt man den Zoomfaktor, wählt Menüpunkte aus oder macht ein Foto. Derzeit ist mir keine Eye-Tracking-Technologie bekannt, die ohne weitere Zusätze so präzise funktionieren und in ein so kleines Gerät eingebaut werden könnte. Aber solche Dinge sind eher eine Frage der Zeit.

Aber ist das praxistauglich?

Eine andere Frage ist, ob die Bedienung in der Praxis so leicht und locker wäre, wie sie im Film aussieht. Schließlich blinzelt man nicht nur absichtlich, weil man gerade einen Menüpunkt auswählen oder ein Foto machen will. Update: Hier teilte mir die Designerin Mimi Zou mit, dass Funktionen nur durch doppeltes Blinzeln ausgelöst werden.

Interessant ist an dem Konzept jedenfalls: Es geht einen ganz anderen Weg als bisher. Man sieht, dass man auch einmal größer denken kann, als lediglich Knöpfe, Wippen und Rädchen immer wieder neu über immer wieder leicht veränderte Gehäuse zu verteilen...

Gefunden bei Yanko Design.

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