18.08.14

The Defender: Pfefferspray schießt gleichzeitig Foto vom Täter und ruft die Polizei

The Defender: Pfefferspray alarmiert via Smartphone die Rettungsdienste.

Bei einem gewaltsamen Übergriff kann man den Täter eventuell mit einem Pfefferspray abwehren, doch kommt dieser oft trotzdem ungeschoren davon.

Das "smarte" Pfefferspray The Defender will das ändern, indem es bei der Betätigung gleichzeitig ein Foto des Täters schießt und die Rettungsdienste alarmiert.

Pfeffersprays kommen im absoluten Notfall zum Einsatz: Man könnte auf dunkler Straße tätlich angegriffen werden. Die letzte Chance, sich gegen einen stärkeren Gegner zu wehren: das Spray. Oft können die Täter dann aber fliehen oder nicht ausreichend abgewehrt werden, die Polizei kommt meist zu spät oder wird gar nicht gerufen, das Opfer trägt so oder so vielleicht Verletzungen davon.

The Defender will dieses Problem beheben

Das Pfefferspray schießt bei Betätigung gleichzeitig ein Foto - die Kamera arbeitet mit einem LED-Blitz - und der Notfalldienst wird alarmiert, Polizei und Rettungsassistenten kommen. Auf Wunsch können auch Freunde per SMS benachrichtigt werden. The Defender kann allerdings auch so eingestellt werden, dass der Service im Falle eines medizinischen Notfalls den Notdienst alarmiert.

Ausgesprochen vielseitig also, the Defender

Per The Defender werben die Anbieter um Fördergelder. Die gewünschten 100.000 US-Dollar, die bis zum Kampagnenende am 5. September zusammenkommen sollten, sind aber längst erreicht. Das Video stellt das Produkt vor:

The Defender - The First Smart Personal Protection System from The Defender on Vimeo.

So gut mir die Idee an sich auch gefällt: Bei The Defender finde ich einige Haare in der Suppe. Zum ersten ist das der Preis: 119 Euro sind eine Menge für ein Pfefferspray. Man könnte dagegen argumentieren, dass für die Sicherheit kein Preis zu hoch sei, allerdings wirkt es in diesem Falle wie eine Entschuldigung, den Preis im Namen der Sicherheit künstlich heraufzusetzen.

Warum nur ein Bild?

Dann ist da die Mechanik, die mir etwas komisch vorkommt. Verschiedene Auslöse-Knöpfe, Kamera und die Pfeffersprühdüse befinden sich auf der gleichen Seite. Schafft man es da im Notfall, die Knöpfe für "Abwehr" (im Falle eines Angriffs) und für den medizinischen Notfall zu unterscheiden? Und kann es nicht auch passieren, dass man sich in Panik das Spray aus Versehen selbst ins Gesicht sprüht? In meinen Augen ist das bei der Anordnung sehr gut möglich.

Dass die Kamera ein Foto mit Blitzlicht schießt, ist eine kluge Eigenschaft. Aber warum eigentlich nur eins? Dass man einen Täter im Notfall sofort erwischt und dabei auch noch ein aussagekräftiges Foto von ihm schießt, ist zwar möglich, kann aber auch sehr schnell misslingen. Besser, die Kamera würde gleich mehrere Fotos in Serie schießen.

Potenzielle Fehlerquelle Smartphone-Kopplung

Notwendig für den Notruf ist ein Smartphone, das sich per Bluetooth mit dem Gerät koppelt und über eine App den Sicherheitsdienst ruft. Vielleicht sehe ich das zu kleinkariert, aber dabei kann so viel schief gehen, dass diese Notwendigkeit schon wieder zu Lasten der Sicherheit geht. Die Bluetooth-Verbindung könnte nicht aufgebaut sein, das Smartphone ausgeschaltet oder im Kampf beschädigt worden, der Speicher voll, einer der beiden Akkus leer. Der Teufel steckt im Detail. Besonders glücklich zumindest finde ich diese notwendige Kopplung nicht.

Und dann sind da noch die sonderbaren Konditionen für eine Jahresmitgliedschaft. Diese ist notwendig, weil das Projekt echte Servicemitarbeiter beschäftigt, die 24 Stunden am Tag im Einsatz sein und die Notrufe sofort auswerten sollen. Kauft man einen Defender auf Indiegogo, dann ist die Mitgliedschaft für das erste Jahr inklusive. Wie teuer der Service aber nach dem ersten Jahr ist, darüber verlieren die Anbieter auf der Kampagne kein Wort.

Kurzum: Bei der Umsetzung bleiben mir einige Zweifel. Ansonsten aber eine gute Idee, um die eigene Sicherheit besser zu schützen. Alle aktuellen Selbstverteidigungslösungen von Defender findet Ihr bei amazon.de

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