19.04.14

The Dart: Kleinster Laptop-Stecker der Welt spart euch den Pferdefuß

Weniger Kabel und dabei stylisch aussehen: The Dart. Alle Bilder: Finsix

Ein Startup am renommierten MIT in Boston will das Laptop-Kabel endlich zu einem kleineren Ärgernis machen. Dank einer höheren Frequenz transformiert es den Strom auf kleinerem Raum herunter. Dadurch spart man sich den klobigen Transformator und kann gleichzeitig sogar noch ein Smartphone daran aufladen.

 

Oft nimmt man Dinge einfach als naturgegeben hin, die das gar nicht sein müssen. Laptops mussten einst schwer sein, PCs besonders groß. EeePC, EeeBox und jüngst Ultrabooks haben gezeigt, dass es auch anders geht. Und ähnlich sieht es mit einzelnen Komponenten wie dem Laptop-Kabel aus: Da muss nun einmal ein schwerer Klotz dran angebracht sein, der den Steckdosen-Strom heruntertransformiert. Ist so, geht nicht anders. Oder doch?

Laut dem MIT-Startup Finsix geht das doch. Denn beim eigenentwickelten Kabel Dart ist der Transformator gleich am Stecker untergebracht. Durch eine höhere Frequenz lässt sich der Strom auf wirklich kleinem Raum umwandeln. Am Laptop selbst kommt die gleiche Leistung an. The Dart ist dabei ultraleicht und verfügt zusätzlich über eine USB-Schnittstelle, an der sich das Ladekabel für ein Smartphone oder Tablet anschließen lässt.

 

The Dart soll laut Angaben von Finsix mit den Laptops aller namhaften Hersteller kompatibel sein, solange diese nicht mehr als 65 Watt Leistung benötigen und mit einer Spannung von 18 bis 21 Volt arbeiten. Da The Dart mit einer Eingangsspannung von 90 bis 265 Volt arbeiten kann, lässt sich der nur 60 Gramm leichte Stecker mit einem Umstecker im Prinzip überall auf der Welt verwenden. Das Video stellt das Projekt vor:

Finsix stellt nach eigenen Angaben mehrere Steckertypen her, so dass diese in die Laptops aller großen Hersteller passen. Hier gibt es bekanntlich noch keinen gemeinsamen Nenner und jeder Anbieter kocht mehr oder weniger sein eigenes Süppchen. Für den Anschluss an MacBooks verlangt Finsix einen erheblichen Aufpreis. Den schwarzen Peter schiebt man dem Hersteller zu: Apple verlange hier einen stolzen Extra-Betrag für die Verwendung der passenden Magnetstecker.

 

Teuer und nicht mit europäischen Steckertypen erhältlich

So wird der Spaß denn leider auch nicht ganz billig. Es gibt den Dart für Interessenten in Europa in mehreren Ausführungen, die leider etwas verwirrend sind. Deswegen in Listenform:

  • The Dart mit US-Stecker ohne Umstecker, Standard-Laptop-Version mit Versand: 76 Euro
  • "Global Dart" mit US-Stecker inklusive Umstecker, Standard-Laptop mit Versand: 105 Euro
  • US-Dart für Macbook ohne Umstecker mit Versand: 133 Euro
  • Global Dart für MacBook inklusive Umstecker und Versand: 144 Euro

Revolution hin oder her: Das ist schon nicht ganz billig. Und wo wir gerade bei der Kritik sind: Vielleicht geht es nur mir so, aber das Video kommt mir etwas abgehoben vor. Als Tenor klingt die Botschaft durch: „Hey, wird sind vom tollen MIT und nur wir konnten diesen Stecker dank unseres genialen, eigenen Patents entwickeln.“ Dabei ist die Erfindung zwar schön, aber mit Sicherheit kein Hexenwerk.

 

The Dart oder einfach ein Micro-USB-Stecker?

Und dann könnte man von der Seite auch noch einwerfen, dass eine wachsende, wenn auch kleine Zahl von Laptops wie dem HP Chromebook 11 mittlerweile den in Smartphones und Tablets üblichen Micro-USB-Stecker verwendet. Der Trafo ihres Ladekabels ist dabei ebenfalls direkt am Netzstecker angebracht und auch nicht übermäßig groß. Darüber hinaus müsste man nicht einmal einen neuen Stecker kaufen oder für unterwegs mitnehmen, wenn man bereits ein Tablet oder Smartphone hat. Hätte man also das Rad hier unbedingt neu erfinden müssen?

 

Dennoch kommt für mich ich unterm Strich ein positives Ergebnis dabei heraus. Es zeigt, dass es auch bei bestehenden Technologien immer noch Optimierungspotenzial gibt und dass man sich nicht immer mit einem „Geht nicht“ zufrieden geben darf, selbst wenn die eigentlich innovative IT-Industrie nicht selbst darauf gekommen ist.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Kickstarter-Seite zum Projekt und auf der Finsix-Website. Die Crowdfundingaktion läuft noch bis zum 14. Mai und wird auf jeden Falle zu Stande kommen, da Finsix die gewünschten 200.000 US-Dollar Förderungssumme bereits eingesammelt hat. Die Geräte selbst sollen allerdings erst um die Jahreswende 2014/15 verschickt werden.

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