26.10.07

Test Zyxel NSA-220 (II/II): Medienserver und Download-Knecht

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Eine Besonderheit der netzwerkfähigen Festplatte Zyxel NSA-220 ist die Zertifizierung der "Digital Living Network Alliance", in der sich über 200 Hersteller zusammengefunden haben, um Unterhaltungsgeräte und Computerdateien zu verschmelzen. Es gibt inzwischen Internetradios, Videorecorder, Fernseher und Settop-Boxen mit DLNA-Kleber. Ein DLNA-Fernseher könnte also via Ethernet direkt auf die Zyxel-Box zugreifen und Filme abspielen.


Die Verwaltung des Zyxel NSA 220: Aufgeräumt und übersichtlich.

Der Haken ist nur, dass in der Schweiz zurzeit kein DLNA-Fernseher für einen Test zu haben war.

Alternativ kann man seinen Fernseher oder Beamer mit einem DLNA-Player ergänzen. Diese holt sich die Daten von der Festplattenbox und wandelt dann die Computerdaten ins Fernsehformat um. Zyxel bietet mit dem DMA-1000 eine entsprechende Lösung. Wir werden diese in einem späteren Test vorstellen.

 

Wer DLNA testen will, kann aber auch einfach das von Zyxel mitgelieferten DLNA-Client auf einem Windows-PC installieren. Dieser verhält sich dann wie ein DLNA-Fernseher.

 


Der Bildschirm des DLNA-Client für das Zyxel NSA 220

Zyxel hat kürzlich die Software des NSA-220 auf die Version 2.0 aktualisiert. Sie unterstützt nun Medientranskodierung. Zu deutsch: Fotos im GIF-Format werden automatisch in das DLNA-kompatible JPEG umgewandelt. Leider werden Videos nicht automatisch transkodiert. Man muss also peinlichst darauf achten, dass die auf der Box abgelegten Video- und Tonformate auch wirklich von einem DLNA-Player wiedergegeben werden können. Dies funktioniert zurzeit nur mit MPEG-1/2 und MP3 wirklich zuverlässig.

 

Für Apple-Freunde werkelt das NSA-220 auch als iTunes-Server. Auf ihm gespeicherte Inhalte lassen sich direkt in iTunes abspielen. Allerdings werden kopiergeschützten Dateien nur unterstützt, wenn jeder der maximal zulässigen fünf Abspielgeräte einzeln autorisiert wird.

Dateidownload ohne PC

Eine weitere clevere Zusatzfunktion des NSA-220 ist seine autonome Downloadfunktion. So können beispielsweise gigabyteschwere Dateien aus dem Internet über Nacht auf die Festplatte gezogen werden, ohne dass ein Rechner laufen muss. Die Zyxel-Lösung unterstützt sowohl Torrent-Dateien als auch übliche Downloads via HTTP oder FTP.

 

Eine nette Variante zu diesen Download-Funktionen ist das Broadcatching. Hierbei wird der multimediale Inhalt eines RSS-Feed vollständig auf die Festplatte geladen. Am meisten Sinn macht dies natürlich bei Video-Podcasts. Die Adresse muss nur einmal beim NSA-220 eingetragen werden, und dieser kümmert sich dann automatisch darum, dass regelmässig die neusten Dateien auf der Festplatte landen.Die Bandbreite für sämtliche Downloadfunktionen lässt sich limitieren, damit nicht die ganze Internetverbindung durch das NSA-220 blockiert wird.

Letztlich lässt sich via USB auch ein Drucker direkt an das NSA anschliessen. Dies funktioniert mit unidirektionalen Druckern problemlos, Geräte die via USB Statusmeldungen an den PC zurückgeben wollen, geraten aber am NSA ins Stolpern. Für die gemeinsame Druckernutzung muss an jedem PC der entsprechende Druckertreiber installiert werden.

In letzten Test musste das Zyxel NSA-220 noch unserer Energiemessung stellen. Mit einem Stand-by-Verbrauch von 16 Watt konnte sich dabei Zyxel keine Sporen verdienen. Mit der neusten Firmware schaltet die Box wenigstens die Festplatten nach 6 Minuten Inaktivität aus, was den Stromverbrauch auf 10 Watt reduziert.

Wer das NSA für einen grossen Download in Trab hält, muss mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 22 Watt pro Stunde rechnen. Die Leistungsspitze lag bei 52 Watt. Verglichen mit einem üblichen Desktop-PC sind diese Werte aber dennoch sehr gut. Wer bisher einen PC als Download-Station oder Fileserver rund um die Uhr betrieben hat, findet beim NSA-220 eine deutlich umweltfreundlichere Alternative.

Fazit: Das Zyxel NSA 220 ist ein praktisches allround-NAS

Zyxel hat mit ihrem NSA-220 einen gelungenen Einstieg in das Segment der Netzwerkspeicher geschafft. Dass die Linux-basierte Software bereits nach wenigen Monaten mit neuen Funktionen ergänzt wurde, ist ebenfalls ein gutes Zeichen. Erst wenn es um die Verwaltung von ganzen Benutzergruppen geht oder ein NAS auch noch als Webserver dienen soll, haben Konkurrenten wie Buffalo oder Synology noch die Nase vorn.

Laut Datenblatt lässt sich das NSA-220 unter Windows und Linux verwenden, unter Mac ist der Zugriff via FTP und Browser möglich. Als Protokolle werden unter Windows CIFS/SMB unterstützt.

Das Zyxel NSA-220 kostet ohne Festplatte 199 Euro (Aktion bis 31.10.) beziehungsweise 390 Franken.

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