30.12.07

Test Zyxel DMA-1000: Netzwerk-Box für den Fernseher

Zyxel DMA-1000 Front

Zyxel hat dem Netzwerk-Videoplayer DMA-1000 neue Kunststücke beigebracht. Das kleine Kästchen wird einfach an einen HD-Fernseher mittels HDMI-Anschluss gestöpselt und spielt dann Videos aus dem PC-Netzwerk oder von einer USB-Festplatte mit Auflösungen von bis zu 1080i ab. Der grösste Mangel des DMA-1000 bleibt aber auch mit der neusten Softwareversion bestehen: Das Gerät spielt keine Videos im Format H.264 ab.

 

Der Medienadapter von Zyxel ist seit rund einem halben Jahr zu haben, kränkelte aber bisher an einigen Kinderkrankheiten. Nun hat Zyxel die Software aufpoliert und den Fernseh-Adapter perfektioniert. Videos von PC oder USB-Festplatten können nun problemlos auf dem Flachfernseher oder am Beamer genossen werden. Voraussetzung ist allerdings ein passendes Datenformat.

 

Langsam wird die Heimunterhaltung auch im Videobereich vernetzt. Die Verteilung von Musik über Ethernetkabel oder Funknetz ist heute einfach, günstig und komfortabel zu lösen. Wenn es allerdings darum geht, digitale Videos ortsunabhängig abzuspielen, werden Experimentierfreudige oft von unlesbaren Dateien und ruckelnden Darstellungen genervt.

Mit dem DMA-1000 versprach Zyxel dem Leiden ein Ende zu setzen. Erstens unterstützt das kleine Kistchen, das via HDMI Anschluss an TV oder Beamer findet, dank DLNA-Label Konsumententauglichkeit. Die DLNA-Vereinigung verspricht nämlich, mit standardisierten Schnittstellen die Vernetzung von Unterhaltungselektronik einfach zu machen.

Zweiter Joker des Herstells Zyxel ist, dass er auch gleich den passenden Filmlieferanten im Sortiment hat. Im netzwerkfähigen Festplattenlaufwerk NSA-220 steckt nämlich ein DLNA-Server. Das heisst, die Festplatte kann allen Wiedergabegeräten im Netzwerk Fotos, Musik und Videos zur Verfügung stellen und sorgt dabei auch gleich für eine ordentliche Bedieneroberfläche und Sortierung nach Interpreten, Stilrichtungen oder Titeln.

 

Auspacken, einstecken, glotzen

Der Anschluss des DMA-1000 ist einfach. Auspacken, mit LAN-Kabel und per HDMI mit dem Display verbinden und schon lässt sich das Bildschirmmenü mit der beigepackten Fernbedienung steuern. Ein Anschluss via S-Video oder Composite-Buchsen ist nicht zu empfehlen, weil dort keine hochauflösenden Inhalte unterstützt werden.

 

Leider hat Zyxel den Infrarotempfänger durch das Gehäuse leicht verdeckt. Es ist also entweder Zielarbeit mit der Fernbedienung angesagt oder man legt die Box einfach auf den Rücken. Nun schaut der Empfänger auch zur Decke und sieht die von dort reflektierte Steuerbefehle.

Die Box reagiert sehr flink auf die Befehle. Die Bildschärfe der Menüs in der 1080i-Darstellung lässt allerdings ein bisschen zu wünschen übrig. Problemlos geklappt hat dafür die Tonwiedergabe über das HDMI-Kabel.

Nur 36 von 101 Tests bestanden

In einer grösseren Testrunde fütterten wir das DMA-1000 mit über 80 verschiedenen Videoschnipseln sowie einem Dutzend Musikdateien und einer Handvoll Bildern. Dabei zeigte das Zyxel-Gerät die Problematik der Formatvielfalt: Aus unserer Testkollektion erkannte es 28 Dateien überhaupt nicht. Teilweise fielen Videoschnipsel nur deshalb durch den Test, weil sie eine unpassende Dateierweiterung aufwiesen. Manchmal weigerte sich bereits der NSA-220-Server, die Daten überhaupt in seine Bibliothek aufzunehmen. 37 weitere Dateien wurden zwar erkannt, aber wegen unpassenden Formats zurückgewiesen. Letztlich wurden nur 36 Dateien wirklich fehlerfrei wiedergegeben.

Problemlos abgespielt wurden vor allem MPEG-2-Filme mit Auflösung bis zu 1080i und Videos in Microsofts WMV-Format. Durchzogen waren die Resultate bei Divx, Xvid und Nero Digital. Dateien mit der Erweiterung .divx unterschlug der Server, obwohl der Player grundsätzlich DIVX als Format unterstützt.

Generell zurückgewiesen wurden Filme im Format H.264. Auch Videocontainer im Matroska oder OGM-Format wurden abgewiesen. Unfreundlich reagierte das DMA-1000 auch auf Videodateien mit integrierten Untertiteln.

 

Im Audiobereich wurde alles, was im MP3-Format angeliefert wurde, problemlos abgespielt. Audios mit der Erweiterung MP4 unterschlägt das Zyxel aber konsequent. Keine Freude hat es auch an AAC-Sounddateien oder Musik im OGG-Format.

Besser in Kooperation mit den NSA-220

Dass sich Zyxel gut mit Zyxel versteht, zeigte sich, als wir den DMA-1000 Daten von der Netzwerkfestplatte NSA-220 abholen liessen. Normalerweise weigert sich das Wiedergabegerät nämlich, Fotos in den Formaten GIF, TIF und PNG anzuzeigen. Kommen die allerdings vom NSA-220, glänzen sie plötzlich auf dem Bildschirm. Der Trick heisst Transkodierung. Die Festplatte erkennt, dass der Client die Bilder in einem anderen Format will und übersetzt sie vor der Auslieferung. Leider klappt das aber nur mit Fotos und nicht mit Videos.

Fazit:

Abschliessend kann man dem DMA-1000 auch mit der neusten Software nur ein "genügend" geben. Es ist zwar erfreulich, dass er Videos in 1080i-Auflösung darstellt und Filme in schlechterer Qualität recht vernünftig bildschirmfüllend hochrechnet. Aber bei der Formatunterstützung leistet sich Zyxel noch zu viele Schnitzer. Ein Teil davon lässt sich sicher durch weitere Softwareanpassungen ausmerzen. Das Abspielen von Videos im H.264-Format wird aber auch in Zukunft nicht möglich sein, der eingesetzte Videoprozessor hat dafür einfach zu wenig Leistung. H.264-Tauglichkeit versprechen erst Nachfolgeprodukte wie der Popcorn Hour Mediatank.

Gute Werte zeigte das DMA-1000 am EMU-Energiemesser. Die Stromaufnahme beträgt im Standby 5 Watt, im Idle-Modus liegt er bei 6 Watt. Maximal schluckt das DMA-1000 7 Watt.

Preis: 129 Euro (260 Franken)

Modell mit WLAN-Anschluss DMA-1000W 199 Euro (320 Franken)


Technische Daten laut Hersteller:

Anschlüsse:

HDMI

S-Video

Stereo RCA Audio Jacks

SPDIF Digital Audio


Unterstützte Formate:
Video: WMV, AVI, MPEG 1/2/4, Xvid,

Musik: MP3, WMA, LPCM, WAV, AAC

Foto: JPEG, BMP, PNG, TIFF, GIF

Maße:

19 x 13 x 3,2 Zentimeter

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