20.05.09

Test Vodafone HTC Magic: Der neue König?

HTC Magic - Der heimliche Sieger 2009? (Bild: DD)

Mit dem HTC Magic möchte Vodafone auch auf den "Android" Zug aufspringen. Unser Test zeigt, ob das gelungen ist.

Google ist längst schon keine reine Suchmaschine mehr, die ihr Geld alleine mit Werbung verdient. Die Services, die Google neben dem Suchmaschinengeschäft anbietet, sind unzählig und bringen dem Konzern noch mehr Geld und vor allem Daten. Dass sich Google aber auf den Softwaremarkt vor wagt, ist eine andere Sache. Hier hat die Firma kaum bis keine Erfahrung und als die ersten Gerüchte über die Arbeiten an Android auftauchten, war man bei der Konkurrenz noch skeptisch. Aber so wie es aussieht, könnte Google bald in der ersten Liga mitspielen. Das HTC Magic ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung:

Aussehen:

Wie beim T-Mobile G1 hat man es mit einem Handy aus dem Hause HTC zu tun. Das Display steht dabei im Vordergrund.

Es finden sich nur sechs Tasten auf der Vorderseite, dazu ein recht großer Trackball. Als einziger Anschluss ist ein Mini-USB zu finden. Hier wird das Ladekabel, aber auch der Kopfhörer angeschlossen. Man kann also nur dann gleichzeitig Musik hören oder telefonieren und das Gerät aufladen, wenn man ein Bluetooth Headset anschliesst. Das ist aber nicht Teil des Lieferumfang.

Das Handy ist mit 118 Gramm erstaunlich leicht und wirkt dank der Abmessungen (113.0 x 55.0 x 13.6 mm) eher kompakt. Es stört also nicht weiter, wenn man es in der Hosen- oder Sakkotasche hat. Man kann es in zwei Farben bekommen: weiß und schwarz. Die schwarze Variante hat eine Klavierlackanmutung, was gut aussieht, aber auch einen gravierenden Nachteil hat: man sieht jeden Fingerabdruck.

Etwas störend wirkt da auch der weiße Trackball, zumal das Plastik des Balles etwas billig wirkt. Die anderen Tasten sind war klein, lassen sich aber auch mit großen Fingern gut bedienen. Man braucht sie auch erstaunlich oft, weil man mit ihnen durch die Menüs rauschen kann, ohne den Touchscreen zu bedienen.

Display:

Der 3.2-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung 320 x 480 Pixeln. Das klingt wenig, aber es ist auf den meisten Webseiten ausreichend. Dennoch würde man sich hier und da eine größere Auflösung wünschen, um nicht immer scrollen zu müssen. Das Display ist aber scharf und auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut abzulesen. Nervig: ohne Displayschutzfolie sieht man jeden Fingerabdruck und der Bildschirm verschmiert nach und nach. Ihn wieder sauber zu bekommen, ist eine echte Aufgabe.

Sonstige Technik:

  • CPU - Qualcomm MSM7201a, 528 MHz

  • ROM - 512 MB

  • Konnektivität - UMTS/HSDPA, bis zu 7.2 Mbps, GSM, EDGE, GPRS

  • Verbindungen - Bluetooth 2.0 mit Stereo, WLAN

  • Kamera - 3.2 MP, Ausfokus

  • Formate - AAC, AAC+, AMR-NB, MP3, WMA, WAV, AAC-LC, MIDI, OGG, MP4, 3GP

  • Akku: 6.6 Stunden mit UMTS, 7.5 mit GSM (Sprechzeit)

Das erste Mal:

Das Auspacken aus der schmalen Verpackung geht schnell, der Akku ist ebenfalls flott aufgeladen. SIM-Karte rein und anschalten. Android braucht ein wenig, bis es geladen ist, aber die Wartezeit ist noch so dramatisch. Danach wird man aufgefordert sein Google Konto zu bestätigen.

Wie an verschiedenen Stellen schon einmal bemerkt, macht Android im Moment nur für diejenigen richtig Sinn, die ein Google-Konto haben. Allerdings lässt sich Android auch ohne Google dank vorhandener Exchange Programme ganz gut bedienen. Doch richtig lebendig wird Android erst, wenn man seine Daten bei Google hat. Man darf auch nicht vergessen, dass Google die Daten, nach eigenen Angaben, anonymisiert 18 Monate lang speichert.

Gibt man seine Daten ein, braucht das Telefon einen Moment um alles erforderliche per UMTS auf das Telefon zu schaufeln. Aber ein paar Minuten später ist alles da: Mails, Mailadressen, Kontaktdaten und Kalendereinträge. Unkomplizierter kann man ein Handy kaum einrichten. Vom Auspacken bis zu dem Moment, in dem das Telefon einsatzbereit ist, vergehen kaum fünf Minuten.

Der Desktop:

Der Desktop ist übersichtlich und einfach gestaltet. Man findet den "Dialer" also das Programm, das die Telefontastatur aufruft, die Kontakte, den Browser und Google Maps.

Streicht man mit dem Finger nach rechts oder links, kommt man auf weiter Screens, auf denen man nach Wunsch eigene Widgets und Verknüpfungen ablegen kann. Der Hintergrund des Desktops lässt sich leicht anpassen. Einfach leicht längere Zeit auf den Touchscreen drücken, dann erscheint ein Menü. Man kann entweder aus den Fotos auswählen, die man schon mit der Kamera gemacht, oder aus einem Menü weitere Fotos laden.

Etwas inkonsequent finde ich an dieser Stelle, dass man nicht auf die Bilder zurückgreifen kann, die man bei Picasa abgelegt hat. Aber das Problem, dass manche Google-Dienste schlecht in Android eingearbeitet sind, trifft man noch häufiger. Praktisch: man kann auf dem Desktop direkt mit einer Suche beginnen.

Unten gibt es einen grauen Karteikartenreiter, den man hochziehen kann. Dahinter verbergen sich bunt gemischt weitere Programme und der Ordner für sämtliche Einstellungen. Die Einträge sind nach dem Alphabet sortiert, was eigentlich keine schlechte Idee ist, aber auch für Probleme sorgt. Denn der Ordner für die Einstellungen des Telefons, wandert dann immer weiter nach hinten. Den hätte man vielleicht ganz oben festpinnen sollen.

Eine weitere, sehr wichtige Leiste auf dem Desktop, findet sich oben. Dort werden alle Meldungen, wie zum Beispiel neu eingegangene Mails, angekündigt. Zieht man die Leiste nach unten, sieht man, in welchen Accounts neue Mails angekommen sind. Ein Klick und die Mail wird geöffnet.

Bedienung allgemein:

Eine Bedienungsanleitung für das Handy braucht man nicht. Fast alles ist selbsterklärend und so angelegt, dass man mit wenigen Klicks sein Ziel erreicht. Den Rest findet man meist schnell und ohne lange Suche. Problematischer wird es allerdings, wenn man einen zweiten Mailaccount anlegen will. Man muss das Mailprogramm aufrufen, dort über den "Menü" Knopf ein eben solches aufrufen, und dann beginnt die "Konten hinzufügen" Orgie, bei der alle Daten eingegeben werden müssen. Einmal angelegt, werden die Mails in der oben beschrieben Eingangsleiste aber auch angezeigt, so dass man wieder leichten Zugriff hat.

Überhaupt - der Menü-Knopf dürfte als erster abnutzen. Den braucht man wirklich dauernd. Zum einen, um das Telefon aus seinem Ruhezustand zu holen, zum anderen, um weitere Einstellungsmöglichkeiten aufrufen zu können. Manchmal ist das logisch, manchmal wundert man sich aber auch, was sich so alles unter dem Menü versteckt.

Ein gutes Beispiel ist der Browser. Will man eine URL eingeben, muss man erst den Menü-Knopf drücken, dann dort den Punkt "Go to" auswählen, dann öffnet sich ein Eingabefenster und die Tastatur. Das ist etwas sehr kompliziert.

Ein weiterer Knopf, der ebenfalls oft benutzt wird, ist der mit dem Pfeil. Denn der dient als "Zurück" Button für alle Applikationen. Praktisch, weil man sich durch die Einstellungen hangeln kann. Im Browser-Modus dient er ebenfalls diese Funktion, hier vermisst mal aber auch schmerzlich einen "Vor" Button. Den findet man nur, wenn man - man ahnt es bereits - den Menü-Knopf bedient. Das ist nicht nur unlogisch, sondern auch hochgradig unpraktisch. Wie bei allen Dingen gilt aber auch: man gewöhnt sich dran.

Teil II morgen: Browser, Tastatur, Kamera und Akku!

 

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