27.07.09

Test Sony Vaio VGN FW31E: Gutes Aussehen, kleine Mängel

Sony Vaio FW - Auf den Zahn gefühlt (Bild: Sony)

Weil ein neues Notebook fällig war, habe ich mich auf die Suche begeben und bin mit dem Sony Vaio VGN FW31E nach Hause gekommen.

Mein letztes Notebook hatte vier Jahre auf dem Buckel, da war es Zeit, sich mal nach einem neuen Gerät umzusehen. Und bevor man das macht, steckt man natürlich ab, was das Gerät können sollte. Ich bin nicht so viel unterwegs, aber wenn, dann längere Zeit. Und da ich zu Hause mit zwei Monitoren arbeite, wollte ich unterwegs auch ein Display haben, das eine vernünftige Auflösung hat, ohne dass man ein 18 Zoll mit sich rumschleppt. Am Ende wurde es dann ein Sony Vaio VGN FW31E, dass ich einem Elektromarkt für 799 Euro erstanden habe:

Zunächst ein paar Daten zum Notebook

  • Prozessor - Intel Core 2 Duo T6400, 2.0 GHz, 800 MHz FSB

  • RAM - 4GB

  • Grafik - ATI Mobility Radeon HD 3650

  • HDD - 400 GB

  • Display - 16.4 Zoll

  • Auflösung - 1600 x 900 Pixel, 16:9-Bildformat

  • Konnektivität - WLAN (Draft-n), Bluetooth 2.0, Modem

  • Sonstiges - DVD, HDMI-Ausgang, MS/SD Cardreader, Webcam, Expresscard

  • Gewicht - 3.1 kg

Insgesamt also ganz ok, vor allem für meine Zwecke. Ich brauche den Rechner für die tägliche Arbeit und um Streams zu sehen. Dafür reicht er völlig aus. Da ich nicht auf dem Laptop spiele, kann ich auf Hochleistungswerte verzichten. Stattdessen wollte ich ein qualitativ hochwertiges Notebook mit einer hohen Display-Auflösung. Die FW-Serie ist gerade renoviert worden, bei FW31E handelt es sich um ein Auslaufmodell.

Erster Eindruck

Verpackung und die damit verbundene Auspackprozedur sind eher nüchtern gehalten. Überhaupt ist erstaunlich wenig wenig Karton an Zubehör zu finden. Ein paar Anleitungen, ein Netzteil, Kabel und das war es schon. Beim Stromkabel fiel mir sofort auf, dass gerne einen halben Meter hätte länger sein können, also etwas kurz geraten ist.

Die Anschlüsse hat Sony rund um den Rechner verteilt. Vorne findet man den Kopfhörer/Mikroanschluss, die Slots für die Memorycard und die SD-Karten plus einen WLAN-Schalter, mit dem ich noch Bekanntschaft machen sollte. Rechts findet man die drei USB-Anschlüsse, links den Rest mit Firewire, Expresscard, HDMI, Modem und LAN-Anschluss. Das Display ist groß, die Tastatur hat, wie bei den jüngsten Apple-Notebooks, Tasten, die auseinander liegen. Ansonsten wirkt alles sehr aufgeräumt und praktisch.

Das Design ist sicher Geschmackssache, aber mir gefällt es sehr gut. Die Materialen wirken hochwertig, das Gehäuse soll aus einer Magnesiumlegierung bestehen. Mag sein, aber es ist, sicher auch aus Gewichtsgründen, an einigen Stelle doch arg dünn. Rechts neben dem Trackpad läßt es sich mit dem Daumen leicht eindrücken, ebenso unter dem Rechner, dort wo der DVD-Player sitzt. Da hätte ich mir etwas mehr Stabilität gewünscht.

Anschalten und erstes Arbeiten

Das erste Anschalten endet damit, dass der Rechner erst einmal die OEM-Version von Vista Home Premium installiert. Und das dauert. Und dauert. Dazu kommt, dass sich natürlich auf hier diverse Programme mitinstalliert werden. Ein wirkliches Ärgernis ist, das gilt aber für alle Hersteller, eine vorinstallierte Security Software, in diesem Fall McAfee. Wie man weiß, ist eine Deinstallation von Sicherheitsdiensten (und damit sind alle gemeint, nicht nur McAfee) keine triviale Sache. Einfach mal deinstallieren reicht meist nicht, man muss meist noch ein Extra-Programm vom Hersteller herunter laden, dass die letzten Resten der jeweiligen Software auch wirklich entfernt. Macht man das nicht, kann die Installation einer Software, die von einem anderen Hersteller stammt, problematisch werden. Es wäre praktischer, wenn die Notebook-Hersteller die Software auf einer CD mitliefern, und man selber entscheiden kann, welches Programm man installiert.

 

Bei Sony gibt es auch keine Backup-DVD für die OEM Version von Vista. Die muss man selbst erstellen, was ich, gelinde gesagt, unpraktisch finde. Auch hier wäre eine "echte" DVD erstrebenswert.

Display

Sicher das Schmuckstück des Rechners, denn das Display mit der großen Auflösung ist wirklich von hoher Qualität. Natürlich spiegelt es auch hier, aber das hält sich einigermaßen in Grenzen. Sowohl in wechselnden Schattenbedingungen wie auch unter direkter Sonneneinstrahlung kann man alles gut erkennen und lesen. Klar ist - die 1600er Auflösung bei nur 16.4 Zoll sorgt für eine kleine Schrift, da muss man manchmal schon mal etwas näher hinschauen. Dafür hat man ordentlich Platz auf dem Desktop.

Tastatur, Trackpad und Sound

Ich bin auf Anhieb mit der Tastatur gut klar gekommen. Der Tastendruck ist angenehm, recht leise und die Tasten lassen sich, eben weil sie etwas voneinander entfernt sind, gut treffen. Einziges, wenn auch kleines, Ärgernis: Bild auf, ab, Ende, Pos1 Tasten liegen rechts neben der Enter-Taste. Wenn man gewöhnt ist, dass die Entertaste normalerweise eben ganz am Rand liegt, haut man schnell mal drauf und verschiebt den Cursor in alle Richtungen. Man gewöhnt sich aber nach einer Zeit daran.

Das Trackpad macht halt das, was ein Trackpad so macht. Scrollen funktioniert, wenn man den Finger am rechten Rand nach unten zieht. Da gibt es aber Abzüge in der B-Note, denn der Scrollvorgang ist etwas hakelig und nicht sonderlich weich.

Die Boxen sitzen oberhalb der Tastatur. Ich fand den Sound reichlich dünn, als ich sie das erste Mal hörte, entdeckte aber in den Untiefen der vorinstallierten Programme auch die Möglichkeit, einen "Bass-Boost" einzuschalten. Und siehe da - die Boxen klingen dann ok. Für ein Notebook, versteht sich.

Performance

Vista gibt dem Rechner einen Performace Index von 4.5. Das ist nicht gerade eine Spitzenwert. Mein Hauptrechner, ein Asus mit einem Intel Q9300 Quad-Core erreicht 5.9. Aber hier macht sich eben die Duo-Core CPU bemerkbar, die mit 2.0 GHz getaktet ist. Es gibt die FW-Serie auch mit einem P8600, dann geht der Preis aber die Höhe und die Akku-Leistung runter. Der T6400 reicht mir aber auch. Zwei Flash-Streams, Open Office, Firefox mit rund 20 Tabs, ein kleines Bildbearbeitungsprogramm, Picasa, Skype, Twhirl und andere Chatprogramme laufen völlig unproblematisch nebeneinander. Die Prozessorlast ging selten auf mehr als 40%. Kleines Ärgernis: 4GB RAM sind verbaut, allerdings hat man nur die 32bit-Variante von Vista aufgespielt, also kann man nur 3 GB nutzen. Auch ein kleines Rätsel, warum Sony, wie andere Hersteller auch, nicht die 64bit-Software vorinstalliert.

Akku

Sony sagt, dass eine Akku-Ladung rund drei Stunden halten soll. Das kann ich ungefähr bestätigen, allerdings nur, wenn man die Vaio-Energieoption wählt. Dann wird der Bildschirm schlagartig dunkel und die Software regelt auch Leistung des Prozessors runter. Damit konnte ich dann ein paar Minuten mehr als die genannten drei Stunden rausholen. Versetzt man den Rechner aber zwischendrin immer mal wieder in den Ruhezustand, kann man wohl einen Tag knapp überleben. Geht das nicht, kommt wieder das (sehr schwere) Netzteil mit dem etwas kurzem Kabel zum Einsatz.

Sonstiges

Sony hat eine Reihe von mehr oder weniger brauchbaren Dienstprogrammen auf dem Rechner installiert. Das ist ok, zu mal das kleine Dienstprogramm, was am oberen Rand des Desktops klebt, wirklich praktisch ist. Mit ihm kann man per Tastendruck WLAN und Bluetooth ein, bzw. ausschalten. Daneben gibt es am Gerät selber vorne links aber auch noch einen Schalter, der den WLAN-Adapter ausschaltet. Und der liegt da etwas blöd. Denn hat man das Notebook auf dem Schoss, kommt man an den leichtgängigen Schalter leicht dran und schaltet das Netz aus. Passierte mir, als ich mich auf dem Sofa lümmelte und mich wunderte, warum das Netz plötzlich nicht mehr ging und sich auch per Mausklick über das erwähnte Programm auf dem Desktop nicht mehr aktivieren liess. Ein Hardwarecheck des Notebooks und des Routers später erinnerte ich mich an den kleinen Schalter und hatte dann den üblichen "Argh" Effekt.

Fazit

Ich habe den Rechner seit einer Woche und bin zufrieden. Auf der Seite der positiven Eigenschaften steht mit Sicherheit das Display, die (mit Abzügen) gute Verarbeitung, die tolle Tastatur, die vielen Anschlüsse und die gute Performance. Das Arbeiten mit dem Rechner macht Spaß, geht leicht von der Hand, Filme lassen sich mit 720p gut anschauen, der Sound ist erträglich. Das der Rechner Bluetooth hat, ist eine wirklich gute Sache, die ich schon nach einer Woche nicht mehr missen möchte.

Negativ aufgefallen sind mit Kleinigkeiten, wie die an manchen Stellen etwas dünne Hülle, der wackelige WLAN-Schalter, das etwas rucklige Scrollverhalten des Touchpads und die fehlenden OEM-DVDs. Immerhin - es gibt von Sony ein Update auf Windows 7.

Für einen Preis von 799 Euro gibt es den Rechner im Moment beim roten Elektrofachhandel. Für das Geld stellt er ein gutes Angebot da. Man zahlt ein paar Euro für den Namen "Sony" dafür bekommt man eben das gute Display. Die Akku-Leistung ist ok, man kann für 200 Euro einen Neun-Zellen-Akku erwerben, der dann bis zu fünf Stunden durchhalten soll. Die Leistung des Rechners dürfte Gamer enttäuschen. Sie sollten dann doch eher zu den stärkeren Prozessoren greifen, wie zum Beispiel den Vaio FW31ZJ. Wer einen guten Arbeitsrechner sucht, der mit Office-Programmen, ein wenig Bild- und Videobearbeitung klar kommt, der findet im Sony ein interessantes Angebot.

 

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