Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

27.02.08

Test Sharp LC-52 XL 2E II/II: Der etwas größere Monitor

Sharp TV LC-52 XL 2E mit Hund

Ein großer LCD-TV ist eine schöne Sache. Aber nur zum Fernsehen fast zu schade. Wie schlägt er sich denn als Computermonitor? neuerdings.com testet einen 52-Zoll-Bildschirm...


Mit Fernsehen alleine kann man heute nicht mal einen Hund mehr begeistern... (Bild: Sharp)

Beim Fernsehen hat der Sharp LC-52 XL 2E absolut überzeugt: Ein flimmerfreies Riesenbild, selbst wenn man die uralten Video-2000-Kassetten mit den verrauschten Aufnahmen des ORF herauskramt, der schon vor dem Eingriff von Leo Kirch nur im südlichsten Bayern wirklich brauchbar zu empfangen war. Und mit den - leider raren - HDTV-Signalen besser als die meisten Kinos. Sogar den erweiterten Farbraum von HDMI 1.3 soll der Fernseher wiedergeben können. Doch wie steht es mit der Nutzung als Computermonitor - Spielerei oder ernsthafte Anwendung? Und was sagt die Stromrechnung dazu?

 

Große Flachbildschirme gelten als die SUV des Wohnzimmers: Energieschweine, die Hunderte von Watt verballern und die gute Stube aufheizen. Bei Plasma-Bildschirmen mag dies stimmen, doch LC-Bildschirme sind ansich recht sparsam: Der LC-37HV4 benötigte 2004 für 37 Zoll Bildschirmdiagonale je nach Helligkeit der LCD-Hintergrundbeleuchtung zwischen 60 und 150 Watt und damit teils weniger als ein (kleinerer) Röhrenfernseher.


Beim Sharp LC-37HV4 ist eine typische Streifenmaske zu sehen (Bild: W.D.Roth)

Der Sharp LC-52 XL 2E hat mit 52 Zoll Bildschirmdiagonale ziemlich genau die doppelte Fläche des LC-37HV4. Damit ist auch in etwa der doppelte Stromverbrauch zu erwarten. Die Messung bestätigt dies: zwischen 100 und 300 Watt werden je nach eingestellter Helligkeit der Bildschirmhintergrundbeleuchtung verbraucht. Dabei kommt der LC-52 XL 2E ohne nervigen Lüfter aus: er arbeitet praktisch geräuschlos.

Ausgeschaltet ist es noch ein Watt, das als Standby-Strom verbraucht wird - das Abschalten mit dem Tipptaster rechts am Gerät ändert hieran übrigens nichts, auch wenn dann die rote Lampe verlischt. Wer auch noch dieses eine Watt einsparen will, muß den Stecker ziehen oder eine Steckdosenleiste mit Schalter vorschalten.

Im Automatikbetrieb wird die Bildschirmhintergrundbeleuchtung entsprechend der Raumhelligkeit geregelt: Bei Sonne wird das Bild heller, am Abend dunkler. Das gab es schon in den 50ern, doch geriet die Funktion in den späteren Jahren in Vergessenheit und kam erst mit den LCD-TVs zurück. Beim LC-37HV4 klappte das noch nicht so gut, beim LC-52 XL 2E dagegen ausgezeichnet: Augen und Stromrehcnung werden geschont, wenn am Abend das Licht im Raum nur noch gering ist. Nur die Anzeige des Energiesparens in Blättern sollte man nicht aktivieren: Sie irritiert sonst nur, wenn sich die Raumhelligkeit ändert.

100 Watt erscheinen zwar etwas heftig für einen Computermonitor, doch bis vor kurzem zog schon ein ganz normaler Farb-Röhrenmonitor soviel Leistung aus dem Netz. Man muß also höchstens wegen der - laut Herstellerangabe sehr umweltfreundlichen - Herstellung des Geräts ein schlechtes Umweltgewissen haben. Will man einen geringeren Stromverbrauch und benötigt kein solches Monster, kann man ja zu einem kleineren LCD-TV greifen.

Mal eben zwischendurch ausschalten kann man den LC-52 XL 2E übrigens nicht so gut: Bei jedem Einschalten schaltet er auf eventuell aktive Scart-Engänge um, auch wenn man eigentlich weiter den PC-Eingang sehen will.


Beim Sharp LC-52 XL 2E sind die Pixel nicht nur zahlreicher - das ist ja zu erwarten - sondern auch wie bei der klassischen Delta-Bildröhre im Dreieck angeordnet (Bild: W.D.Roth)

Nun ist die Frage, wie man den Computer mit dem Sharp LC-52 XL 2E verbinden soll. Analog über VGA oder digital? Der Fernseher hat zwar viele Eingänge zu bieten, doch DVI ist nicht dabei. Doch dies ist kein Problem: Mit einem Adapterkabel kann DVI auf HDMI umgesetzt werden, und HDMI-Eingänge sind gleich drei Stück vorhanden. Einer davon mit separatem Toneingang, eben zum Anschluß eines Computers mit DVI-Ausgang. Sollte man bereits eine Grafikkarte mit HDMI-Ausgang haben, entfällt natürlich die Adapterei.

Zunächst einmal wurde der Anschluß über VGA versucht, einfach, weil die dafür erforderlichen Kabel schon vorhanden waren und so kein HDMI-Eingang "verbraucht" würde. Als Signal vom PC nimmt der LC-52 XL 2E lt. Anleitung im einzelnen an:

 

640 x 480

800 x 600

1024 x 768

1360 x 768

1280 x 1024

1400 x 1050 (nur digital, nicht über VGA)

Dabei müssen die Spezifikationen nach VESA-Standard eingehalten werden und die Vertikalfrequenz hat 60 Hz zu betragen. Das ist auch sinnvoll, ein LCD braucht nicht mehr und eine höhere Vertikalfrequenz würde nur unnötig das Signal verschlechtern und ein unscharfes Bild verursachen.

An die Full-HD-Auflösung kommt man so natürlich nicht annähernd heran, und die beiden Breitbild-Formate 1360 x 768 und 1400 x 1050, mit denen man den Bildschirm des LC-52 XL 2E vollständig ausnutzen kann, entsprechen auch keiner Einstellung üblicher Bildschirmtreiber - die kennen nur Auflösungen wie 1440 x 900 oder 1680 x 1050.

Man muß die "Breitbild-Formate" also erst mit Spezialsoftware im Treiber hinterlegen, dann ist eine Darstellung über VGA von 1360 x 768 möglich. Besonders befriedigend ist dies allerdings nicht: Das Bild ist groß, aber nicht scharf - die Analogtechnik zeigt ihre Schwächen, insbesondere bei den an einem 52-Zoll-Bildschirm unvermeidlichen langen Kabeln. Stellt man eine falsche Auflösung oder Vertikalfrequenz ein, verschwindet das Bild sofort.


Notfalls auch als etwas größerer "elektronischer Bilderrahmen" zu verwenden: Der Sharp LC-52 XL 2E (Bild: Sharp)

Also wurde beim lokalen "PC-Spezialist" ein 3-m-Kabel "DVI -> HDMI" erstanden. Der Händler behauptete dazu zwar, dies könne eigentlich nicht funktionieren, doch glücklicherweise wußte das Kabel hiervon nichts. Das Bild war digital sofort deutlich besser und der LC-52 XL 2E nun auch wesentlich unkritischer bezüglich Formaten, die er eigentlich gar nicht darstellen kann: Auch bei 1440 x 900 erschien nun ein Bild - und vor allem bei der lt. Anleitung für den PC-Betrieb gar nicht vorgesehenen Full-HD-Auflösung 1920 x 1080!

Wie immer bei LC-Displays ist die native Auflösung - hier also 1920 x 1080 - die beste, da nichts interpoliert und umgerechnet werden muß. Jedes Pixel "sitzt", das Bild ist gestochen scharf. Man muß allerdings natürlich nahe genug am Gerät sitzen, damit die Schrift nicht zu klein wird. Mit dieser Auflösung lassen sich dann jedoch nicht nur HDTV-Quellen, sondern beispielsweise auch Digitalfotos in bislang ungeahnter Qualität wiedergeben - ein "HD-Diaabend" wird möglich. Es könnte allerdings mit DVI Probleme mit Filmen und Spielen geben, da 1920 x 1080 schon bei 30 fps jenseits der DVI-Spezifikation liegt - die Datenrate ist zu hoch. Bei Texten und Bildern gibt es anscheinend keine Probleme. Ansonsten hilft nur, eien Grafikkarte mit HDMI-Ausgang zu werwenden.

Ein Problem bei vielen Flachbildfernsehern ist der sogenannte "Overscan" - das Bild wird wie bei der alten Röhrenglotze etwas größer dargestellt, um die Störstreifen am Rand verschwinden zu lassen. Für den Computerbetrieb fatal: einerseits wird so wieder interpoliert und damit das Bild unscharf, andererseits fehlt dann ausgerechnet das Startmenü und die Taskleiste auf dem Bildschirm. Bei Sharp konnte jedoch immer schon für den Computerbetrieb eine "unvermurkste" 1:1-Darstellung ohne Overscan gewählt werden, so auch beim LC-52 XL 2E.

Ob das dann für Präsentationen genutzt wird, zum Daddeln, zum Foto- oder DVD-Gucken oder zum Surfen: Das Bild des Sharp LC-52 XL 2E in 1920 x 1080 ist einwandfrei und auch für die größte Spielrunde geeignet. Wenn man also daran denkt, nicht den Computer als Fernseher zu benutzen, so wie es der ZDF-Intendant gerne hätte, sondern den Fernseher als Computerbildschirm, dann ist so ein Gerät wie der LC-52 XL 2E die richtige Wahl. Wenn auch nicht für Studentenbuden und Wohnküchen. Und vor dem Besuchen zwielichtiger Seiten sollte man nicht vergessen, die Rollos herabzulassen - sonst braucht der Nachbar gar kein Teleskop zum Mitsurfen .

Schlagworte zu diesem Artikel

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer