27.10.07

Test Pinnacle PCTV to go (I/II) Vernetzt fernsehen via PC und Notebook

Review Test Pinnacle PCTV to go Box

Pinnacle PCTV to go bringt den zunehmend durch Verschlüsselung und Settop-Boxen gefesselten Fernsehkonsumenten ein Stück Freiheit zurück. Die Box sendet ein beliebiges Videosignal von Receivern oder Empfängerboxen via LAN ins ganze Haus oder sogar ins Internet. Gemütliches Schlafzimmer-Notebook-Glotzen wird so wieder Realität.

Pinnacle PCTV to go, Praxistest Internet-Streaming, Test Teil II


Pinnacle PCTV to Go - macht aus Fernsehen wieder Fernsehen?

Das waren noch Zeiten, als aus jeder Kabel- oder Antennendose einfach Fernsehen kam. Heute ist das meiste verschlüsselt und digitalisiert und erste eine Settop-Box macht aus den Bits wieder ein Fernsehbild. Genervte Boxenbesitzer sind auch Satelliten-Fern-Seher, die globales Senderangebot nur via Box empfangen können. Besonders geknechtet sind IPTV-Kunden, in der Schweiz beispielsweise Abonnenten von BlueWin-TV. Diese sollen für jeden Fernseher eine zusätzliche Box mieten. Wer also nicht nur in der Stube glotzen will, sondern den Gruselschocker unter der Bettdecke oder die Soap in der Badewanne geniessen will, muss zusätzlich zahlen und heftig kabeln.

Der Pinnacle PCTV to Go ist eine günstige Alternative.

 

 

Die schnappt sich das Fernsehsignal an der Rückseite der Settop-Box und verteilt es via Ethernetkabel oder WLAN ins ganze Haus. Auf jedem PC oder Notebook lässt sich danach televisionieren - und sogar die Empfängerbox aus der Ferne steuern.

 

Der Pinnacle-Streamer ist schnell angeschlossen. Neben Strom und Dose für den mitgelieferten Infrarotsender finden sich auf seiner Rückseite zwei SCART-Buchsen. An eine wird die bisherige Receiver-Box angeschlossen, an die zweite der gewohnte Fernseher. PCTV to go wird also einfach in die bisherige Installation eingeschlauft. Alternativ steht auch ein Composite-Eingang zur Verfügung. Dieses Signal liefert allerdings sehr schlechte Bilder. Der Einfachheit halber verbanden wird die Box erst mal via Kabel-Ethernet.

Installation: Simpel und clever

Ob ein Produkt was taugt, zeigt sich schon während der Installation. Normalerweise installiert der genervte Tester die Software ab CD, sucht im Internet die Patches, flickt diese mühsam ein und wundert sich dann über Macken. Der Herstellersupport teilt dann freundlich säuselnd mit, dass natürlich die Hardware auch mit neuer Software zu versehen sei und mailt den nötigen Firmware-Flash. Nach einem halben Tag ist dann das Testprodukt funktionsfähig.

 

Dass es auch einfacher und professioneller geht, zeigt Pinnacle. Bereits der Software-Installer sucht im Internet nach neuen Versionen, und zwar sinnvollerweise bevor er die Festplatte mit alten Gigabytes zumüllt. Die neue Version wird eingespielt und findet danach die Box von PCTV to go automatisch im LAN. Als Erstes wird deren Firmware überprüft und auch gleich aktualisiert. Nach 10 Minuten startet man also mit topaktueller Soft- und Hardware. Der Tester lehnt sich hier bereits das erste mal entspannt zurück und nickt anerkennend Richtung Kalifornien, wo Pinnacle ihren Hauptsitz hat.

 

Mit einigen weiteren Mausklicks galt es noch zu definieren, welche Settop-Box für den Fernsehempfang zuständig ist. In unserem Fall ein Humax Satellitenreceiver. Benötigt wird diese Angabe für die Fern-Fernsteuerung. Denn Pinnacle liefert zum TV to go ein Kabel mit zwei kleinen Infrarotsendern mit. Diese werden einfach in der Nähe der Receiver-Box positioniert und senden anstelle der üblichen Fernbedienung die Steuerbefehle an den Sat-Receiver. Dadurch kann man aus der Ferne Senderumschaltungen vornehmen oder beliebige andere Befehle auf der Box ausführen. Pinnacle liefert fertige Codedatenbanken für hunderte von Settop-Boxen mit. Sollte das eigene Gerät nicht darunter sein, kann man die Codes auch einfach anlernen. Dazu verwendet man die übliche Infrarotfernbedienung des Receivers. Die Pinnacle-Box empfängt die Signale und lernt diese dann.

 

Nach Abschluss der Installation prangte das Fernsehbild vom Satellitenreceiver in überaschend guter Qualität auf dem Windows-Bildschirm. Die Bildgrösse lässt sich stufenlos skalieren. Im Vollbildmodus war auf unserem 22-Zöller die Schwäche des PAL-Signals in Form von Treppchen und Unschärfen deutlich zu erkennen. Das liegt aber nicht am Streamer, sondern an der Qualität des üblichen TV-Signals. Pinnacle verspricht bei ihrer Lösung DVD-Bildqualität, was sie mindestens via Ethernetkabel mittels MPEG-2 auch annähernd bietet. Erfreulich ist, dass die Tonübertragung praktisch lippensynchron erfolgt.

Nutzt man den Streamer über eine Funkverbindung, entscheidet deren Qualität massgeblich über den Sehspass. Mit optimaler Auflösung muss die Box via 802.11g immerhin bis zu neun Megabit Daten pro Sekunde auf den PC schaufeln. Das klappt nur bei einer ungestörten Funkstrecke.

Gemeinsam glotzen und pausieren

Bis zu drei PC können sich parallel in den Datenstrom einklinken, müssen dann aber bei einer Liveübertragung dieselbe Sendung betrachten. Die neuste Softwareversion beherrscht sogar auch die parallele Übertragung via Funk und Kabel. Grundsätzlich erscheint das Bild mit rund einer Sekunde Verzögerung auf den PC, weil die Videodaten erst komprimiert werden müssen. Normalerweise stört dies nicht. Lästig ist diese Einschränkung allerdings beim Programmwechsel.

 

Mit der Maus klickt man dabei auf eine virtuelle Fernbedienung auf dem Bildschirm. Den Effekt, also den neuen Sender, sieht man dann aber erst eine Sekunde später auf dem PC-Bildschirm. Vor allem zu Beginn klickt man deshalb oft nervös und ungeduldig mehrfach auf die Fernbedienung und wird danach durch ein Serien-Zapping bestraft.

Extrem komfortabel ist dafür das automatische Time Shifting. Je nach vorhandener Festplattenkapazität zeichnet die Windows-Software im Hinterngrund permanent die Sendung auf. Gefällt die Kussszene besonders, kann man einfach zurückspulen und diese wiederholen. Bei der nächsten Werbepause springt man dafür dann wieder nach vorne und landet so wieder bei der Liveübertragung. Perfekt ist das Time Shifting auch für lästige Telefonanrufe oder dringend nötige Kühlschrankexpeditionen.

Letztlich verfügt das TV-Fenster auch über einen ganz gewöhnlichen Aufnahmeknopf. Damit lässt sich das gezeigte Programm permanent auf die Festplatte speichern. Leider gibt es keine Möglichkeit, zeitgesteuerte Aufnahmen zu erzeugen. Dazu muss man das Media Center von Windows bemühen.

 

Folgt Teil 2: Das eigene Fernsehbild ins Internet streamen

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!