08.09.08

Test Palm Treo 500v: Solides Windows-Mobile-Smarty

Solide Smartphone-Hausmannskost: Palm Treo 500v

Obwohl der Palm Treo Pro schon vor der Tür steht, ist das 500v beileibe noch kein Auslaufmodell.

Das Palm Treo 500v bietet solide Smartphone-Hausmannskost, wenn man das so sagen darf: Windows Mobile 6, 320 x 200-Pixel-Bildschirm (QVGA), UMTS, QWERTZ-Tastatur. Wer zuvor ein "normales" Handy hatte, muss sich erst daran gewöhnen, das kleine "Brikett" zum Telefonieren ans Ohr zu halten. Doch so dick und schwer wie die meisten PDA-Handys ist es nicht. Die Bedienung ist ok, wenngleich es spitze Finger braucht, um zu wählen oder die Tasten zu bedienen. Mit ein wenig Übung geht das Schreiben von Mails leicht von der Hand. Trotz "Fastvolltastatur" bietet das Gerät übrigens T9-Textvorschläge.

Die Menüführung ist etwas umständlich, um die Kontakte aufzurufen, muss man erst mit der linken Smarttaste "Start" und über die rechte Smarttaste das Hauptmenü anwählen, in dem man wiederum blättern darf. Auch den Mediaplayer erreicht man erst über Umwege, was dann ein Problem ist, wenn man eine andere Taste gedrückt hat und man das Geplärre im Hintergrund gerne wieder ausschalten möchte.

Mit Windows synchronisiert sich der Treo 500v schnell und einfach, was aber auch nicht anders zu erwarten war. Mehrere E-Mail-Konten lassen sich einfach einrichten, bedienen und zum Mailen benutzen. Einen Push-Dienst habe ich nicht mit dem Gerät ausprobiert.

Robust und universell

Die USB-Mini-Buchse zur Strom- und Datenversorgung ist zum Glück robust genug und passt auch universell zu entsprechenden Netzgeräten und Auto-Adaptern. Auch die passenden Windows-Treiber für Vista und Office 2007 sind vorhanden - das ist nicht selbstverständlich.

Zuvor hatte ich ein Asus V1210, das Vodafone eine Zeitlang als "VDA IV" anbot. Das war ein Windows-Mobile-Handy mit der Version 5 und normaler Zahlentastatur, aber keinerlei Unterstützung von vodafone (kein Treiber für Modembenutzung aus Windows Vista, die hauseigene Highspeed-Connect-Software hat es nicht in der Liste, null Support auf der Homepage, keinerlei Infos zur Konfigration). Das Treo 500v sieht in einigen Details dem V1210 sehr ähnlich, deswegen könnte ich mir vorstellen, dass Palm bei Asus fertigen lässt (was ja kein Nachteil ist). Beiden gemeinsam ist das fummelige Handling der microSD-Card, für die das Gerät geöffnet und der Akku rausgenommen werden muss.

Google Maps und mehr an Bord

Einen Unterschied gibt es allerdings: Der VDA IV/Asus V1210 ist mit Opera Browser ausgestattet, während man beim Treo mit dem Internet Explorer Mobile surft. Der Opera ist etwas "Mobile"-freundlicher als der IE. Aber das mag Geschmacksache sein. Zum Surfen definitiv angenehmer ist das Querformat des Treo, egal ob normale Webseiten angewählt werden (so oder so eine Qual bei QVGA) oder spezielle für mobile Geräte optimierte Inhalte. Google Maps war auf dem Treo direkt installiert und freundlicher als auf dem VDA, so unterstützt es hier die "Wo bin ich?"-Funktion (auch ohne GPS).

Solidität und Bedienung sprechen für das Treo 500v. HSDPA-Geschwindigkeit bietet er nicht, was aber bei den homöopatischen Datendosen der meisten mobilen Anwendungen auf dem Gerät reicht - und für gelegentlichen Gebrauch des Notebooks auch. Gefährlich ist die Zuordnung des "Live"-Webzugangs auf die rechte Smarttaste im Ausland. Denn bei versehentlicher Betätigung geht, selbst wenn man das merkt und sofort abbricht, gerne der eine oder andere Euro Roaming-Knete verloren.

Schlechter Empfang

Was mir im Vergleich zum Fujitsu Siemens Lifebook und zu anderen Handys auffiel: der Empfang des Gerätes ist nicht besonders gut. Wo das FSC bereits HSDPA meldete, zeigte das Treo 500v noch nichtmal 3G an. Auch in Empfangs-Randgebieten hatte eine Kollegin mit SonyEricsson K750 ein Netz und ich nur "Kein Empfang". Nur das Vodafone VDA IV, in das ich vergleichsweise den Chip steckte, konnte mithalten und kriegte dort auch keinen Funkfinger in die Luft.

Einen besonders langen Atem hat das Palm-Gerät nicht, nach etwas mehr als zwei bis drei Tagen mit gelegentlichen Telefonaten mault er schon nach neuem Saft oder schaltet sich sang- und klanglos aus. Das gilt vor allem, wenn die Bluetooth-Funktion aktiviert wurde.

Technische Daten

  • Bezeichnung: Palm Treo 500 bzw. 500v (letzteres ist das weiße Vodafone-gebrandete)
  • Preis: Treo 500: 355 ? ohne Vertrag bei Palm, Treo 500v: ab 29,50 ? mit Vertrag, 399,90 ? ohne bei Vodafone
  • Plattform: Windows Mobile 6 Standard
  • Display: 320x240 Pixel (QVGA) transflektives Farbdisplay, unterstützt bis zu 65.000 Farben (16-Bit-Farbe)
  • Funkarten: GSM, GPRS, EDGE, UMTS
  • GSM-Wellenlängen: 900/1800/1900
  • UMTS-Wellenlängen: 2100
  • Bluetooth®-Technologie Version: 2.0 + EDR
  • Profile: Headset, Freisprechen, EDR, seriell und OBEX. Unterstützt Mono- und Stereo-Headsets
  • Speicher 256 MB (150 MB Benutzerspeicher)
  • Kamera: 2,0 Megapixel mit 2,0-fachem Digitalzoom und

    Videoaufnahmeunterstützung

  • Akku: Austauschbarer 1200-mAH-Lithium-Ionen-Akku
  • Sprechzeit: 10 Tage Standby, bis zu 4,5 Stunden Sprechzeit.
  • Erweiterung MicroSD-Karte
  • Anschluss: Mini-USB, Mikro-Klinke für Headset (2,5 mm)
  • Abmessungen: 110 mm x 61,5 mm x 16,5 mm
  • Gewicht: 120 Gramm
  • Software auf dem Gerät: ActiveSync, Wecker, Bluetooth, Bubble Breaker, Rechner, Kamera, eBay1, Datei-Explorer, Google Maps1, Internet Connection Sharing, Internet Explorer® Mobile, SMS/MMS, Microsoft Notes, Microsoft Office (einschließlich Excel, Outlook, PowerPoint, und Word), Telefonsoftware, Software für Bilder und Videos, Solitaire, Task-Manager, Vodafone live!, Windows Media Player Mobile

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Bilder: Autor

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