18.04.08

Test NOXON iRadio for iPod: Der Allesspieler

Terratec NOXON iRadio for iPod Verpackung

Das Terratec "NOXON iRadio for iPod" bietet Radioempfang über UKW und Internet ebenso wie Medienwiedergabe von USB, LAN/WLAN oder iPod. Und es kann auch noch wecken.

Tja, seitdem der iPod nicht mehr Plastik-schneeweiß, sondern Klavierlack-glänzend schwarz in den Handel kam, ist Klavierlack-glänzend schwarz die Modefarbe - auch wenn Apple inzwischen längst zum matten Aluminiumfinish umgeschwenkt ist. Doch bis das angesagt ist beim Zubehör, dauert es wohl noch ein paar Monate. Das Terratec "NOXON iRadio for iPod" ist jedenfalls noch schwarz:

 

Über die beschränkte Sinnhaftigkeit von klavierlackglanzschwarzen Designergeräten in der Küche haben wir uns ja schon mehrfach ausgelassen, nun ging es um den Praxistest. Der Internetradio- und Media-Player-Teil der Noxon-Geräte von TerraTec wurde bereits in früheren Tests behandelt , weshalb wir uns diesmal auf die Unterschiede des neuen NOXON iRadio for iPod zu seinen Vorgängers beschränken.


Noch mit Hymen über Front und iPod-Dock: NOXON iRadio for iPod frisch ausgepackt (Bild: W.D.Roth)

Zuerst also der Design-Unterschied: Plastik schwarz statt Plastik weiß. Klavierlackglänzend ist das Gerät allerdings nur auf der Vorder- und Rückseite, oben, links, rechts und unten ist es dagegen schwarz gummiert. Das gibt in der Küche mit Fettfingern noch schönere Fingerabdrücke, verhindert dann aber immerhin, daß einem das Gerät aus der fetttrieffenden Hand fällt. Vermutlich ist die Gummierung allerdings dazu gedacht, die akustischen Resonanzen des Gehäuses zu bekämpfen, damit das Gerät bei größeren Lautstärken nicht scheppert.

Neu ist hier ein Equalizer mit mehreren festen Einstellungen, ähnlich wie auch beim Auvision PX 3020 zu finden. Am besten klingt das Gerät - was nicht weiter verwundert - in der Einstellung iRadio, die genau auf die akustischen Eigenschaften dieses Gehäuses ausgelegt ist und etwas mehr Höhen bringt als die anderen Einstellungen. Damit ist der Klang akzeptabler als bei seinen Vorgängern.

Mit Stereo ist es dagegen nichts, dazu fehlt der zweite Lautsprecher, den man allerdings einzeln dazu kaufen kann. Irritierend dabei, dass dieser dann nur in Plastik weiß verfügbar ist - das wird bei den designbewußten Apple-Käufern vielleicht nicht so gut ankommen. Und eigentlich hätte bei diesem Preis der zweite Lautsprecher mit dazugehört.


Wenn NOXON iRadio for iPod Musik vom iPod abspielt, kann dieser getrennt werden? Natürlich nicht. Dann verstummt die Musik. Aber zumindest werden keine Dateien beschädigt. (Bild: W.D.Roth)

Was ungewöhnlicherweise auch fehlt, ist die übliche Docking-Adapter-Sammlung, wie sie selbst billigen iPod-Dockingstationen beiliegt. Wer die Anleitung nicht genau liest, wird seinen iPod einfach so auf die Dockingstation setzen, was aber riskant ist, weil er ohne mechanische Unterstützung deren Stecker abbrechen kann. Man muss bei Apple noch für neun Euro einen Dreiersatz der Adapter für sein Gerät hinzu kaufen , ein doch eher lästiger Vorgang, zumal es diese nur in zum Gerät unpassendem Weiß gibt.

Der Hinweis in der Anleitung, dass ein solches Plastikteil mit dem iPod mitgeliefert wurde, stimmt nicht: lediglich mit der Dockingstation wird ein Satz mitgeliefert: für jedes Modell je ein Einsatz, der hier natürlich nur von begrenztem Nutzen ist, da man den Einsatz von seinen eigenen iPod-Modell ja umgehend bereits in der Apple-Dockingstation verwenden wird, wenn man diese besitzt.

Ebenfalls neu ist der UKW-Empfänger, der mit einem ordentlichen Antennenanschluß aufwarten kann, sodaß auch ein Anschluss an einer Dachantenne oder am Kabel möglich ist. Die Wurfantenne besteht nicht aus 10 cm Draht, wie bei den üblichen Radioweckern, sondern stellt einen regulären UKW-Dipol dar, wie er auch an Stereoanlagen mitgeliefert wird. Dementsprechend ist der UKW-Empfang auch im Gegensatz zu den beim Auvision PX 3020 einwandfrei. Der Mittelwellenempfang ist ebenfalls wesentlich störungsärmer, er ist nämlich schlichtweg nicht vorhanden. In Deutschland dürfte ihn allerdings auch niemand vermissen.


UKW-Empfang mit RDS beim NOXON iRadio for iPod (Bild: W.D.Roth)

Ungewöhnlich für ein derartiges Gerät sind nicht nur analoge Ein- und Ausgänge, sondern auch ein digitaler Ausgang, mit der man einen HiFi-Verstärker über Glasfaser störungsfrei anschließen kann. Microsoft ist dieser Digital Ausgang allerdings ein Dorn im Auge: WMA-Dateien mit DRM dürfen hierüber nicht wiedergegeben werden. Man muss dann also doch wieder analog anschließen.

Schwierig dürfte dies werden, wenn der Ton von DRM-behafteten WMAs über einen Monitor mit HDMI und HDCP wiedergegeben werden soll: Beim Ton bleibt dann digital stumm, bein Bild ist dagegen analog verpönt. Hieraus zeigt sich wieder einmal, dass die Musik und Filmindustrie nur zufrieden ist, wenn nichts mehr funktioniert.

Hierfür kann allerdings Terratec nichts; vielmehr ist das ein triftiger Grund, sich niemals mit Microsofts kopier- und abspielgeschützten WMA-Dateien einzulassen.

Im Gegensatz zum zuvor getesteten Billigprodukt können beim Terratec-Gerät über Fernbedienung und Gerät tatsächlich einzelne Titel am iPod ausgewählt werden. Wirklich gelungen ist dies allerdings auch nicht, weil Terratec hier eine eigene Logik benutzt: zur Bestätigung ist weder "Enter" noch die mittlere Taste zu drücken, wie es beim iPod üblich ist, sondern die Nach rechts-Taste.


Die "Equalizer"-Einstellungen des NOXON iRadio for iPod: "Rock" klingt brauchbar, "iRadio" am besten. "Classical" plärrt dagegen. (Bild: W.D.Roth)

Im Praxistest wollte zudem ab und zu einmal das falsche Stück anlaufen, und es ist entgegen den Bedienhinweisen in der Anleitung auch nicht möglich, das Lieblingsstück auf dem iPod als Favorit zu markieren und dann automatisch abspielen zu lassen: sobald der iPod das erste Mal nicht angeschlossen ist, geht diese Zuordnung verloren und kann dann auch nicht wiederhergestellt werden!

Versucht man es mit einem zweiten Stück, so erhält man entweder die Anzeige, daß dieser Favorit bereits gespeichert sei, oder aber die Mitteilung, dass Dateien auf Wechseldatenträgern nicht als Favoriten programmiert werden können, was offensichtlich der Grund für das Versagen der Funktion ist.

Wer keinen iPod hat, muss mit dem NOXON iRadio for iPod übrigens nicht verzweifeln: an ihn können auch normale USB-Sticks angeschlossen werden, die mit MP3-Stücken bespielt sind.


Mitgeliefertes Beiwerk: Anleitung, Software, Fernbedienung, Batterien, Netzteil, UKW-Antenne, WLAN-Antenne (Bild: W.D.Roth)

Und obwohl der NOXON iRadio for iPod gar nicht dafür beworben wird, enthält auch er zwei Weckzeiten und einer Schlummerfunktion. Bei bestehender Internetverbindung wird die Uhr auf Knopfdruck automatisch gestellt, ansonsten muss dies manuell geschehen. Pufferbatterien können nicht eingebaut werden, allerdings dürfte das Gerät auch zu groß sein, um es auf eine Reise mitzunehmen.

Insgesamt ist das Terratec NOXON iRadio for iPod von guter Qualität, hat allerdings auch einen stolzen Preis: 300 Euro, soviel kostete früher eine ganze Stereoanlage, heute kriegt man gerade mal einen iPod oder diese Dockingstation dafür.

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