11.08.09

Test Nokia 5800 XM: Hardware und Leistung

5800 XM - Klein, schick und leicht, dank billig wirkendem Plastik (Bild: Nokia)

Das 5800 XpressMusic ist nach vielen Firmware-Updates endlich erwachsen, Zeit für einen Testbericht aus der Praxis.

Das Nokia 5800 XpressMusic ist stark im Preis gefallen und bereits ab 220€ in Online-Shops zu finden, Grund genug, das Touchscreen Handy genau unter die Lupe zu nehmen.

Auch wenn es viele sofort als iPhone Konkurrenten oder gar als iPhone Killer anpriesen, die beiden Gerät befinden sich in zwei vollkommen verschiedenen Kategorien. Das iPhone ist zum Konsum von Inhalt geeignet, hat ein großes Display und eine intuitive Bedienung. Das 5800XM dagegen mischt sich mit echter Flash-Unterstützung unter die Multimedia-Riege ohne dabei den Business-Anspruch zu verlieren, Inhalte zu erzeugen.

Ja, richtig gehört, als bisher einziges (Das HTC Hero beherrscht ebenfalls Flash. Danke für den Hinweis Sascha) Handy unterstützt es echte Flash-Inhalte auf YouTube oder in nervigen Werbebannern, abgesehen vom N97 mit dem gleichen Betriebssystem. Videoplatformen wie Veoh oder Hulu bleiben aber auch diesen Geräten verwehrt.

Äußerlichkeiten

Es wirkt schlicht und kompakt, Abstriche muß man beim billigen Plastik machen und durch die glatten Flächen ist es nach wenigen Tagen verschmiert, Fingerabdrücke zieren die gesamte Oberfläche. Dreht man es um, so findet man mattiertes Hartgummi, welches sich samtig anfühlt und den einen oder anderen Kratzer verzeiht. Dort befinden sich auch die mit einem Metallring eingefasste Kameralinse von Carl-Zeiss, die zwei LED-Lämpchen und der Eingabestift.

Durch das längliche 16:9 Format liegt das Handy sehr gut in der Hand und ist einhändig bedienbar (111 * 52 * 15,5mm, 110g).

Der große Touchscreen reagiert auf Druck, rechts oben finden sich noch ein Shortcut für Multimedia Funktionen, sowie der Licht- und Annäherungssensor.

Technik

Wie die meisten Smartphones bietet das liebevoll genannte "Tube" alles was der Stand der Technik erlaubt: Quadband Telefonmodul, 54Mbps WLAN, Bluetooth 2.1 EDR , A-GPS, Accelerometer, Proximitysensor, MicroSDHC-Slot bis 16 GB, 3.2 MP-Kamera und ein UKW-Radio. Als besonderes Schmankerl kann man per Kabelpeitsche seine Videos und Fotos auf einem Fernseher ausgeben, egal ob Breitbild oder 4:3 das Format läßt sich auswählen.

Anfassen

Der Touchscreen ist groß, mit einer Auflösung von 640*360 Pixeln im 16:9 Format lädt er geradezu ein darauf Videos zu sehen. Auf dem Bilschirm, der gefühlt auf 9300K eingestellt ist, erwartet einen ein gleichmäßig und hell ausgeleuchtetes Bild mit satten Farben. Im Gegensatz zum iPhone arbeitet er nicht kapazitiv wie ein Touchpad, sondern reagiert auf Druck (resistiv) und quittiert jede Eingabe auf Wunsch mit einem Vibrieren. Das bietet Vor- und Nachteile, so kann man das Handy nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit jedem anderen beliebigen Gegenstand bedienen, muß dafür aber leichten Druck ausüben. Mir persönlich gefällt die resistive Variante besser, vorallem weil bei einem Sturz die Glasplatte bei kapazitiven Bildschirmen gerne bricht. Leider entschied sich Nokia gegen einen transflektiven TFT-Bildschirm, die würden nämlich in der Sonne immer noch gut ablesbar sein, stattdessen hat man bei höchster Helligkeitsstufe Schwierigkeiten etwas zu erkennen.

Anschauen

Erkennen kann man dafür die Artefakte die das Handy mit der Kamera erzeugt, trotz des klangvollen und Prestige-trächtigen Namens Carl Zeiss, vermurkst die Software das Bild und so ist sie teilweise nicht besser wie ein gute Webcam. Bei sehr hellem Licht werden die Bilder flau und verwaschen, mit etwas Gespür aber können ganz passable Fotos entstehen.Videos werden im VGA-Format aufgenommen und zeigen manchmal kurze Stotterpausen.

Lautes Brüllen

Die Lautsprecher gehören zum Highlight des Tube, sie sind laut verzerren nicht und selbst unter der Dusche im nächsten Zimmer kann man noch mittanzen. Damit eignet es sich hervorragend für die Navigation im Auto, die Beschallung zum Video oder als Ghetto-Blaster um die Ältere Herrschaft zu ärgern. Da es Stereo-Lautsprecher sind kann man sogar aus einer Reihe von Effekten auswählen, wie Surround oder Vorbeiflug, als würde das Handy an einem vorbei fliegen.

Kurzes Staunen

Einen Akku hat das XpressMusic natürlich auch, der ist mit 1320mAh recht kräftig ausgefallen, kann aber trotzdem nicht mit den Anforderungen mithalten. Mit Ach und Krach kann man gerade so einen kurzen Arbeitstag hinter sich bringen, das beinhaltet Email-Abruf alle 5 Minuten, eine halbe Stunde Internet und das wars schon. Es verwundert eigentlich nicht, schon das E61i mit dem 1500mAh Akku musste nach einem Tag an die Station und da war die CPU um einiges langsamer. Aber für einen Multimedia-Riesen ist das definitiv zu wenig. Noch schlimmer ist es, wenn man das Nokia 5800 XpressMusic als UMTS-Modem nutzt, nach zwei bis drei Stunden ist der Akku leer gesaugt!

Ähnlich verhält es sich mit WMA-Dateien, doch das ist schon ein Thema für den zweiten Teil: Software & Käfer.

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