30.07.11

LG D42P im Test: Überzeugender 3D-Bildschirm

Die blaue LED ist nicht ein Dorn, sondern ein Beamer im Auge

Der LG D42P 3D Monitor muss sich noch einmal einem intensiven Test unterziehen und beweist, dass 3D sehr beeindruckend sein kann, solange auch die BluRay gute Bilder und Effekte liefert.

 

Es ist nur wenige Wochen her, da berichtete ich vom LG 3D Monitor D42P. Auf der Pressekonferenz wurden uns die Geräte unter optimierten Bedingungen gezeigt. LG war natürlich bemüht, die Technik ins beste Licht zu rücken. Um auch einen leidenschaftlichen Zweifler wie mich zu überzeugen, schickte man mir noch ein Testgerät zu. Selbst auf meine Bemerkung hin, es könne nach meinem begeisterten Artikel nur noch schlechter werden, ließ man nicht locker. Ist der LG D42P tatsächlich so gut oder offenbaren sich im Langzeittest Mängel?

Ausgepackt

Der Kartoninhalt enthält alles, was man benötigt: DVI-Kabel, VGA-Kabel und ein Gerätekaltstecker, dazu noch eine 3D Brille und eine weitere für Brillenträger. Das Zusammenbauen geht schnell von der Hand: Der Standfuß wird auf die Halterung geschraubt und dann in die Fassung am Monitor gesteckt - seit LED-Beleuchtung sind die TFTs unwahrscheinlich leicht geworden. Der Standfuß hält den Monitor sicher in Position.

Angeschaut

Für ernsthaftes Arbeiten habe ich mir damals den Ergotron Schwenkarm gekauft, was ich im Falle von 3D Monitoren jedem nur empfehlen kann: Das Hochkantformat, sogenanntes "Pivoting" ist mit dem Fuß nicht möglich, dabei wäre der Monitor gar nicht so ungeeignet dafür. Die Blickwinkel sind recht stabil, was längs gestellt, nicht nur die DIN A4 Seite auf einen Blick darstellt, sondern auch wenige bis keine Farbverfälschungen garantiert. Vorallem stören die nervigen, riesigen Arbeitsmenüs (Ribbons) in Office nicht. Zur Montage ohne Standfuß ist eine VESA-Halterung mit 75mm Lochabstand vorgesehen, das ist die kleinere Montagebreite der beiden Standards.

Abgeneigt

Ein weiterer Punkt, der für einen flexiblen Schwenkarm spricht, ist die 3D-Seherei, dafür kauft man sich ja das schicke Display. Je nach Film muss man den Winkel anpassen, um einen optimalen Seheindruck zu erhalten. Man würde ja erwarten, dass alle 3D-Filme gleich gute 3D-Qualität bieten, doch weit gefehlt. Ein gutes Beispiel zeigt der Vergleich zwischen Tron Legacy und Legenden der Luftfahrt. Schon im Vorspann wird bei Tron darauf hingewiesen, dass es manche Sequenzen gibt, die nur in 2D gefilmt wurden. Nach meiner Erfahrung sollte man von so einem Film sofort die Finger lassen! Nicht nur, dass man zwischendrin immer wieder über den Brillenrand lugt, weil man sich fragt, wieso man keinen Effekt sieht, auch der Effekt selbst ist zwar da, wirkt aber in manchen Fällen künstlich eingefügt und durch den ständigen Wechsel zwischen 2D und 3D eigentlich mehr störend. Obwohl es Sequenzen gibt, in denen der Effekt die Atmosphäre nochmals unterstreicht, sieht man in Tron Legacy immer nur "in das Bild hinein".

Anfassbar

Ganz im Gegensatz dazu die BluRay Legenden der Luftfahrt: Schon im ersten Bild war ich sofort überwältigt von dieser Realität, die Nase des Jumbos stach aus dem Bild heraus, gleichzeitig verschwanden andere Teile des Bildes in der Tiefe. Bedingt durch den Bildaufbau, jeweils ein Bild pro Auge, zwei pro Frame, verschwimmen schnelle Bewegungen oder zittern. Ich fühle mich an die ersten TV-Modelle der 100Hz-Technik von Panasonic erinnert. Bevor ich aber das 3D-Erlebnis genießen durfte, musste erst die Neigung wieder korrigiert werden.

Was aus diesen beiden Erfahrungen klar wird, der Monitor kann noch so gut sein, - und der Tiefeneindruck des LG D42P ist wirklich mehr als nur beeindruckend - wenn das Ausgangsmaterial nicht stimmt, bleibt das Raum-Erlebnis auf der Strecke.

Aufregend

Doch auch der LG ist nicht fehlerfrei, das störendste ist noch immer die blaue Standby-Leuchte. Wie können Hersteller solch helle LEDs verbauen? Sobald man nur einmal kurz nicht mehr konzentriert auf den Bildschirm starrt, blendet das grelle blau sofort das Auge - ein absoluter Krampf. Damit steht LG nicht alleine da, fast jeder andere Hersteller tut es ihnen gleich, doch das ändert nichts daran, dass es stört.

Angeschlossen

Bei Filmen wie dem angesprochenen Tron, lohnt es sich am Display den Konverter von 3D zu 2D zu aktivieren, dann wird das Bild wieder zusammengesetzt und ist auch ohne Brille ansehnlich - selbstverstänlich ohne 3D. Der SuperSaver soll Strom sparen, was durch Verringern der Helligkeit (intern wahrscheinlich durch Ausschalten von einzelnen LEDs) erfolgt. Die Anschlussvielfalt ist erfreulich und läßt nichts vermissen: DVI, HDMI und VGA. Letzteres darf man getrost als Spielerei sehen, gute Grafikkarten bieten seit langem schon DVI an und das analoge Signal, am Ausgang eines Laptops ist bei so hohen Auflösungen meist viel zu matschig.

Einsam

Es gibt eine Einstellung, die irgendwas mit einem normalen Bild anfängt und versucht, daraus ein plastisches Bild zu erzeugen. Der tatsächliche Effekt führt zu Bildern, die ungefähr so aussehen, als hätte man bei einem alten Fernseher den Sender über die Antenne falsch eingestellt. Am besten seht ihr Euch die Bilder in der Gallerie dazu an. Das bedeutet, solange der BluRay-Player keinen 3D-Effekt hervorzaubert, hält der LG D42P den Ball genauso flach, wie jeder andere Monitor, anstatt ihn aus dem Bild zu katapultieren.

Nun war ich in den letzten Tagen in den Elektrofachmärkten meines Vertrauens und musste erstaunt feststellen, dass es nur eine handvoll von 3D-Filmen gibt. Das ist sehr schade, denn - ich wiederhole mich hier - der Effekt ist atemberaubend. Doch solange es keine guten Filme gibt, lohnt sich die Investition in einen 3D-Monitor einfach nicht. Und selbst wenn man eine 3D-BluRay gefunden hat, könnte sie an den gleichen Mängeln wie Tron Legacy kranken. Entweder man checkt die Filme vorher und wägt ab oder man ist 3D-Gamer, dann ist grenzenloses Vergnügen angesagt.

Fazit

Der LG D42P ist eine echte Alternative zu Shutterbrillen, mit einem sehr begeisternden 3D-Effekt. Die Blickwinkel sind sowohl für normales Arbeiten, als auch im Hochformat ausreichend groß und die Farbwiedergabe recht kräftig. Außer der störenden blauen Standby-LED gibt es nichts am LG auszusetzen. Trotzdem strauchelt unser Kandidat kurz vor dem Ziel: Ohne eine größere Auswahl an 3D-Filmen oder Playern mit entsprechendem Effektfilter profitieren nur Gamer von den Vorzügen des LG D42P. Und die müssen sich wenigstens keine Gedanken machen, ob der Film dann auch hält, was er mit dem 3D-Logo verspricht.

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