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24.06.08

Test LED-Lampen statt Halogen: Das ewige Licht - oder auch nicht

Leuchtdioden - LEDs - sollen die Lichtquelle der Zukunft werden. neuerdings.com hat Modelle getestet, die normale Glüh- sowie Kaltlicht-Halogenlampen ersetzen sollen.

LEDGelbweiße LEDs

Von links nach rechts: LED für 12 V-Halogenfassungen mit 12, 24 und 48 LEDs, mit Power-LED, sowie Original-Kaltlichthalogenlampe. Zur Bildübersicht (Bild: W.D.Roth)

Ausgerechnet Straßenlaternen sollen nun nicht mehr mit Hochdruckdampflampen bestückt werden, sondern mit LEDs: Die sind zwar nicht so hell, doch langlebiger. Und es ist doch sehr aufwendig, in luftiger Höhe die Leuchtkörper wechseln zu müssen.

Auch Brems- und Blinklichter werden in teureren Autos kontinuierlich gegen LEDs gewechselt. Nur bei den Scheinwerfern klappt dies noch nicht: Die LEDs sind einfach noch nicht stark genug. Da bleibt es also entweder bei Xenon-Metalldampflampen für teure Autos - oder H7-Halogenlampen für die Mittelklasse.

Halogenlampe

Das Original, die Halogen-Kaltlichtlampe (Bild: W.D.Roth)

Die müssen spätestens mit der Einführung von Tagesfahrlicht regelmäßig gewechselt werden. Übrigens ein bürokratischer Knieschuß: In Deutschland muß ein Autofahrer stets eine Ersatzlampe dabei haben, wenn er "einäugig" in eine Polizeikontrolle gerät, und diese vor Ort wechseln können. Doch erlaubt kein Autohersteller das Wechseln von H7-Lampen außerhalb der Werkstatt - es besteht Implosions- und damit Verletzungsgefahr, und die Scheinwerfer sind nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen.

Na wie gut, wenn da die LED kommt - die wird in den Neuwagen eingebaut und nie mehr gewechselt. So denkt man. Doch auch LEDs altern - sie lassen in der Helligkeit nach, es sollten jedoch bis zu 100.000 Betriebsstunden erreichbar sein statt 1000 bei normalen Glühlampen und etwa dem Doppelten bei Halogen-Glühlampen. Und als Rücklicht im Auto werden sie mitunter noch getaktet, um den Hintermann durch Flimmern besondes aufmerksam zu machen, sprich: zu nerven und vom Verkehr abzulenken.

LED-Lampen zum Ersatz von Glühlampen werden gegenwärtig auf zwei Arten gebaut. Die eine Methode nutzt spezielle Hochleistungschips mit bis zu 3 Watt. Der Vorteil: Das Licht kommt wie gewohnt von einem Punkt. Der Nachteil: Die Kühlung ist aufwendig, der Wirkungsgrad von LEDs sinkt bei hohen Strömen und die LED paßt mit einer niedriger Spannung von 3 bis 5 Volt und hohem Strom nicht zur angelieferten Spannung von 12 oder 230 Volt. Die andere Methode benutzt einfach bis zu 100 "normale", weiße LEDs, die in einer Matrix zusammengeschaltet sind.

Halogenlampe

Akzeptabel hell, aber grünlich: 48 LEDs (Bild: W.D.Roth)

"Weiße" LEDs sind dabei meist blaue LEDs mit einem beigemischten gelben Fluoreszenzstoff. Die Folge: Das Licht ist nicht wirklich weiß, sondern eben blau mit gelb. Außerdem flimmert es gerade bei den Matrix-Anordnungen auch noch schlimmer als von einer Leuchtstoffröhre. Diese sind also zum Lesen nicht immer geeignet.

Neben einfachen kaltweißen LEDs, die bei ihrer geringen Lichtstärke nicht wie Tageslicht, sondern extrem fahl und kalt wirken, aber wacher machen, gibt es inzwischen auch wärmer abgemischte gelbweiße LEDs. Diese wirken am Abend angenehmer, wenn der Rest der Beleuchtung noch aus normalen Glühlampen besteht und nicht sehr stark ist.

Der Versender Pearl hat ein großes Sortiment von LED-Lampen im Angebot. Früher gab es bei manchen Exemplaren insbesondere an 230 Volt Qualitätsprobleme, sodaß die teuren Lampen nicht einmal die Lebensdauer einer Glühlampe erreichten; inzwischen hat sich dies nach einer Schaltungsänderung gebessert.

 

Halogenlampe

Globe-LED-Lampe mit 96 LEDs, defekt (Bild: W.D.Roth)

Für 12 Volt, also Ersatz von Halogen-Kaltlichtlampen, gibt es Modelle mit 12, mit 24 und mit 48 LEDs. Selbst die mit 48 LEDs ziehen dabei gerade etwa 3 Watt, also nur einen Bruchteil des Stroms, den die Halogenlampe mit 20 Watt benötigt. Somit wird erheblich Strom gespart, doch auch trotz höherer Effizienz nicht die Helligkeit der Halogenstrahler erreicht.

Wichtig ist es, wenn, dann alle Lampen einer Leuchte zu wechseln: Da LEDs weniger Strom ziehen, steigt die vom Transformator gelieferte Spannung an, was den LEDs nichts ausmacht; eventuell verbliebene Halogenlampen würden jedoch infalge der Überspannung schnell durchbrennen.

Die Lichtfarbe all dieser Modelle ist gelb-grün, nicht besonders schön. Sie sind jedoch effektiv und zuverlässig; es fallen vielleicht mal einzelne LEDs aus, doch kaum die ganze Lampe. Die Lichtbündelung ist allerdings geringer als bei den Original-Halogenlampen.

Die Power-LEDs mit einem 3-Watt-Chip liefern bei Pearl ein eher rosafarbenes Licht, das näher an eine Glühlampe herankommt. Allerdings hört auch schon mal eine zu leuchten auf und beginnt dafür, nach durchgebrannter Elektronik zu stinken.

Für die beliebten Seilsysteme, die einem bis hinunter auf den Tisch hängen, sind die LEDs jedoch durchaus angenehm: Sie blenden weniger und werden auch nicht heiß. Nur der Preis ist noch nicht konkurrenzfähig...

Pearl LED-Lampen

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