Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

23.01.08

Test Kathrein UFS 910: Teil III/III Pay-TV und Linux-Software

Kathrein UFS-910 Livestyle

Der Satellitenempfänger Kathrein UFS 910 begeisterte im Praxistest durch einfache und gute Fernsehaufnahmen im HD-Format auf externe Festplatten. Ob sich diese am PC einfach bearbeiten lassen, zeigt der dritte Testteil. Darin erklären wir auch, warum die Kathrein bei TV-Hackern so beliebt ist. Wer die Originalsoftware ersetzt, kann mit der Kathrein verschlüsselte Sender empfangen, ohne eine Key-Karte zu besitzen.

 

Wenn man die externe Festplatte von der Kathrein abstöpselt und mit dem PC verbindet, kann man seine Fernsehaufzeichnungen dort betrachten und sogar schneiden und in eine Film-DVD verwandeln.

 

Bereits nach wenigen Tagen hatten wir 200 Gigabyte Filmaufnahmen auf der externen Festplatte. Zeit sie an den PC zu stöpseln. Die Aufzeichnungen liegen in sauber beschrifteten Ordnern als sogenannte Transponderstreams (.TS). Darin enthalten sind sowohl die Video- als auch die mehrsprachigen Audiodaten sowie teilweise noch Zusatzinfos wie Videotext. Betrachten lassen sich die Filme am PC direkt mit dem kostenlosen Video LAN Client (VLC) . Bei HD-Filmen kommt er allerdings deutlich ins Stottern, da bewährt sich eher der Media Player Classic der in seiner HomeCinema-Edition sogar bereits den nötigen H.264-Codec für HD-Aufzeichnungen enthält. Bewährt ist auch der kostenlose KMPlayer.

 

Schneiden heisst basteln

Da die TS-Dateien viel Ballast enthalten, sind sie riesig. Eine Stunde Film in Standardauflösung bringt es auf über zwei Gigabyte, bei HD können es auch mal 10 Gigabyte sein. Will man die Filme schneiden und in ein anderes Format eindampfen, ist heftige PC-Bastlerei angesagt.

 

Das kostenlose Programm ProjectX schneidet den Film und teilt dabei Ton und Video in zwei Dateien auf ("demuxen"). An HD-Material scheitert aber ProjectX noch. Danach muss dass Ganze wieder mit einem Encoder wie TMPGEnc zusammengefügt und auf eine DVD gebrannt werden.

Das Programm HDTV2DVD verspricht den ganzen Prozess zu vereinfachen, bockte aber in unserem Test teils heftig.

Die TS-Files lassen sich bei entsprechender Anstrengung also durchaus auf eine Video-DVD brennen und dann so weitergeben. Ferner kann man die Videos auch in ein platzsparendes Format wie beispielsweise XVID konvertieren. Der Aufwand dafür - auch an Rechenzeit - ist aber beträchtlich. Tipps und Hinweise zum Thema gibt es bei Onlinetvrecorder.

UFS 910 für Hacker

Als Letztes testeten wir noch, warum die Kathrein UFS 910 bei Fernsehhackern so beliebt ist. In Innern der Box werkelt Linux als Betriebssystem. Via USB-Stick lässt sich diese Software updaten oder gar komplett ersetzen. Findige Programmierer ersetzten deshalb die Software der UFS 910 durch Systeme, die unter dem Namen Rudbox oder AAF-Image durch das Internet geistern.

Das Ersetzen der Originalsoftware der UFS 910 ist durchaus legal, vermutlich verliert man aber dadurch die Garantie bei Kathrein. Mit alternativer Software erhält die UFS 910 neue Funktionen. Beispielsweise kann man per FTP oder Webbrowser auf die Sat-Box zugreifen und diese so fernsteuern.

Eher am Rand der Legalität sind dann aber sogenannte CAM-Emulatoren wie Camd3, MGcamd oder Scam, welche für Rudbox und Co. erhältlich sind. Diese Programme ersetzen Entschlüsselungsmodul (CAM) und Schlüsselkarte komplett. Solche Karten benötigt man beispielsweise zum Betrachten der Programme von SRG, ORF oder Premiere. Wie zahlreiche Berichte aus dem Internet beweisen, lässt sich die UFS 910 so verhältnismässig einfach in eine Schwarzseherbox verwandeln.

Vor allem Premiere leidet unter den CAM-Emulatoren, die nicht nur zwei Dutzend Pay-TV-Kanäle kostenlos freischalten sondern auch das Pay-per-View Konzept des Erotikangebotes ausgehebelt haben. Mit permanentem Wechsel der Schlüssel versucht Premiere die Schwarzseher auszusperren. Diese haben in diesem Katz- und Mausspiel inzwischen Autoupdater (AU) entwickelt, welche den neuen Schlüssel automatisch durch die UFS 910 berechnen.

Wenig Freude dürfte Premiere auch an der Tatsache haben, dass die UFS 910 auch in Originalausstattung die Inhalte von verschlüsselten Sendern bei Vorhandensein einer Keykarte unverschlüsselt auf der Festplatte ablegt. Entsprechende Tests mit HD suisse haben gezeigt, dass sich die so aufgezeichneten Inhalte später auch ohne Schlüsselkarte an der Kathrein oder sogar an einem PC betrachten lassen.

Fazit: Auf dem richtigen Weg

Kathrein befindet sich mit der UFS 910 auf dem Weg zu einem perfekten HD-Sat-Receiver mit ausgeklügelten Aufnahmefunktionen. Die UFS 910 kommt ohne Lüfter aus und ist geräuschlos. Die von uns im Test verwendet externe Festplatte schaltet sich ebenfalls nach einer Stunde in einen stillen Modus.

Verbesserungswürdig ist sicherlich noch die Stabilität der Software. Es darf einfach nicht vorkommen, dass man die Box komplett vom Strom trennen muss, nur weil sich Aufzeichnung und Wiedergabe in die Quere kommen. Unverständlich ist auch, warum sich die IP-Adresse der UFS 910 nicht am Gerät einstellen lässt und so zu mühsamen Netzwerkrekonfigurationen zwingt.

Wünschenswert wäre, wenn der Ethernetanschluss der Box besser genutzt würde. So sollte es möglich sein, direkt via LAN auf die Aufzeichnungen zuzugreifen und diese so auf dem PC zu streamen. Schön wäre es natürlich auch, wenn die Kathrein andere Inhalte aus dem Netzwerk direkt am Fernseher abspielen könnte. Laut Gerüchten wird an entsprechenden Erweiterungen der Software gearbeitet.

Hervorragende Werte erreichte die UFS 910 letztlich am Energiemessgerät EMU Im Betrieb ist die Leistungsaufnahme bei rund 20 Watt. Im Standby unterschritt die UFS 910 die Messfähigkeiten des EMU, sprich der Verbrauch liegt bei maximal einem Watt. Wenn man bedenkt, dass andere Receiverboxen im Stand-by teils über 20 Watt verheizen, ist dies ein wirklich exzellentes Resultat.

Die UFS 910 hat einen Listenpreis von 399 Euro (520 Franken ).

Links:

Kathrein

Forum bei HDTVinfo

Deutschsprachiges Forum zur UFS 910

Infos zur UFS 910 bei Spinnes

Technische Daten laut Handbuch :

Anschlüsse:

Sat-ZF-Eingang/-Ausgang 2 x F-Buchse

TV-/VCR-Anschluss 2 x Scart-Buchse

Video-Ausgang (analog) 3 x Cinch-Buchse (YPbPr) / 1 x Cinch-Buchse-Composite

Video-Ausgang (digital) 1 x HDMI

Audio-Ausgang (analog) 2 x Cinch-Buchse

Audio-Ausgang (digital) Standard-LWL (SPDIF)

Datenschnittstelle

Common Interface Für 2 CA-Module

USB 3 x 2.0

RS232 1

Ethernet 1

Empfang und Codecs:

Modulation, FEC, Demultiplexer DVB-S/DVB-S2-Standard

Video-Auflösung CCIR 601 (720 x 576 Zeilen), 576p, 720p, 1080i

Video-Dekodierung MPEG-2-, MPEG-4-kompatibel

Eingangs-Datenrate MSymb/s 2-45, S/N dB > 53

Dekodierung AC 3, MPEG-4 (AAC-HE), MPEG-1, Layer 1, 2 und 3

Sampling-Rate kHz 32/44,1/48, S/N dB > 65

Sat-ZF-Bereich MHz 950-2150

Eingangspegel-Bereich dB?V 44-83

Empfangsschwelle (Eb/No) dB

Hardware:

Flash-RAM/SDRAM MB 32/128

Prozessor-Taktrate MHz 200

Netzspannung V/Hz 100-240/50-60

Leistungsaufnahme (Betrieb/Standby) W < 33/< 1

LNB-Versorgung (horiz./vert.) V/mA 14/18; Max.

Steuersignal kHz 22; ToneBurst; DiSEqCTM1.0

Allgemeines:

Umgebungstemperatur Max. + 5 bis + 40 Grad

Geräte-Abmessungen (B x H x T) mm 342 x 67 x 273

Gewicht 2,9 kg

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer