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22.01.08

Test Kathrein UFS 910 Teil II/III: Einstecken und geniessen

Kathrein UFS 910 mit FB

Der Kathrein UFS 910 ist eine Empfängerbox für Satellitenfernsehen, der Sendungen auf externen Festplatten aufzeichnen kann. Die Box unterstützt dabei HDTV und mittels Decoderkarten auch verschlüsselte Sendungen. Im Praxistest überzeugte das System durch simple Installation, einfache Bedienung und eine komfortable elektronische Programmzeitschrift, mit der sich Aufnahmen simpel programmieren lassen.

 

Strom, Satelliten-Kabel und HDMI-Verbindung sind alles, was man zur Inbetriebnahme des UFS 910 braucht. Unser Gerät war vorkonfiguriert und zeigte so nach 20 Sekunden bereits Fernsehbilder in perfekter HD-Auflösung.

 

Wer den UFS 910 an einem herkömmlichen Fernseher betreibt, ist selber schuld. Ihre Qualitäten kann das Gerät nämlich erst an einem HDTV-Display zeigen, optimalerweise sogar an einem Gerät, dass die maximale Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten unterstützt. Der Anschluss erfolgt dank HDMI mit einem einzigen dünnen Kabel, das neben den Bildinformationen auch gleich digitalen und analogen Ton transportiert. In unserem Test überzeugte der UFS 910 mit einem sauberen, farblich ausgewogenen Bild via HDMI.

Alternativ kann man Video- und Tonsignale auch via Komponenten-, Scart und optischen Anschlüssen übertragen. Erfreulich ist, dass die Box dabei mehrere Anschlüsse parallel mit Daten versorgt. Man kann also parallel sowohl die internen Fernsehlautsprecher als auch den optischen Eingang der Surroundanlage ohne Umschalterei nutzen.

 

Bedient wird der UFS 910 über eine herkömmliche Infrarotfernbedienung, die mit erstaunlich wenig Tasten auskommt. Das Zappen zwischen den Kanälen geht flink, meist steht das Bild nach weniger als einer Sekunde. Vier farbige Funktionsknöpfe haben je nach Situation unterschiedliche Bedeutungen und helfen bei der intuitiven Steuerung.

4000 Sender nach Themen büscheln

In den Grundeinstellungen ist neben der Sprache vor allem die Konfiguration der Satellitenanlage wichtig.

 

In den meisten Fällen passt aber die Voreinstellung mit den Satelliten von Astra und Hotbird perfekt. Insgesamt 4000 Fernseh- und Radiostationen kann der UFS 910 verwalten. Will man neue Stationen in die Liste aufnehmen, startet man einen rund dreiminütigen Suchlauf, an dessen Ende die neuen Sender am Ende der Liste auftauchen.

 

Die Sender können zu individuellen Sträussen (Bouquet) zusammengebunden werden. So lassen sich Sport-, Kinder- und Newssender zuordnen. Beim Durchklicken zwischen einzelnen Sendern kann man dann bestimmen, dass man beispielsweise nur durch die Kindersender zappen will. Die Senderverwaltung via Fernbedienung ist eher mühsam. Glücklicherweise hat die Boy aber auch eine Ethernet-Dose für den LAN-Anschluss. Kathrein bietet auf ihrer Supportseite eine simple Windows-Software, mit der sich das Programmangebot am PC mit Maus und Tastatur büscheln lässt. Wer ein bisschen mehr Geld investiert und die Settop-Box bei einem guten Fachhändler kauft, kann bei der Programmzusammenstellung vermutlich auch auf dessen Know-how hoffen. Komplette Senderlisten lassen sich nämlich auf einem USB-Stick speichern und einfach einspielen.

Clevere elektronische Fernsehzeitschrift

Gut gelöst hat Kathrein die elektronische Programmzeitschrift (EPG). Die Informationen stammen dabei von den Sendern selbst. Zu jeder Sendung ist meist eine Beschreibung aus mehreren Sätzen verfügbar.


Der EPG reicht maximal eine Woche in die Zukunft.

Klickt man bei laufendem Programm auf die Info-Taste, werden Daten zur laufenden und nächsten Sendung angezeigt. Ein Druck auf EPG bringt einen Übersichtsschirm, auf dem die kommenden Sendungen aller Sender zu sehen sind.

 

Glücklicherweise lässt sich der EPG mit einem Tastendruck beispielsweise auf gewisse Programmbündel (Kindersender) oder Sendungstypen (Spielfilme) einschränken. Sogar eine Suchfunktion ist vorhanden. Wer beispielsweise die nächste Folge von "Gilmore Girls" sucht, tippt den Begriff im SMS-Modus über die Fernbedienung ein. Die Suche wird dann über sämtliche Sender durchgeführt.

 

 

Ein Mangel des Kathrein-EPGs soll aber nicht verschwiegen werden: Informationen sind nur bei jenen Sendern vorhanden, deren Transponderstrom das Gerät für rund eine Minute empfangen hat. Im Standby-Modus zappt deshalb der Kathrein in der Nacht alle Favoritensender durch, um die EPG-Daten zu aktualisieren. Wird der UFS 910 komplett vom Netz getrennt, verschwinden nicht nur die EPG-Informationen, sondern die Aktualisierung während der Nacht ist ebenfalls nicht möglich. Der Stromverbrauch im Standby ist aber so klein, dass man das Gerät mit gutem Gewissen rund um die Uhr betreiben kann.

Einfache Aufnahme mit kleinen Macken

Über den EPG programmiert man auch die Aufnahmen. Ein Knopfdruck genügt, damit eine Sendung in die Aufnahmeliste aufgenommen wird. Neben einmaliger, täglicher und wöchentlicher Aufnahme kann man eine komplette Serie für die Aufnahme vorsehen. So erreicht man, dass alle Folgen von "Gilmore Girls" auf sämtlichen Kanälen aufgezeichnet werden.

 

Die Programmierung ist einfach und komfortabel, hat allerdings einen lästigen Fehler. Bei jeder Aufzeichnung werden Start- und Endzeit um einige Minuten vor- und rückverlegt. Durch diese Zusatzzeit wird erreicht, dass auch bei allfälligen Sendezeitüberschreitungen ein Film komplett aufgenommen wird. Will man nun zwei direkt aufeinanderfolgende Sendungen aufnehmen, verweigert dies die Box, weil sich durch die Zusatzzeit die Aufnahmen überlappen.

Erfreulich ist, dass der UFS 910 zusammen mit der Aufnahme auch gleich die Informationen aus dem EPG abspeichert. So kann man später auch im Filmarchiv die Kurzzusammenfassung sowie die Besetzungsliste sehen.

 

 

 

Die Aufnahmequalität ist makellos. Teils treten in den ersten Sekunden leichte Artefakte auf, die später aber nicht mehr vorkommen. Der Ton wird ebenfalls komplett aufgezeichnet, je nach Station also in bis zu vier Sprachen und in den entsprechenden Digitalformaten.

An das Limit der Rechenkapazität gelangt die Box, wenn man gleichzeitig einen HD-Film ab Festplatte betrachtet und einen zweiten in HD aufnimmt. Dabei kam es mehrfach vor, dass die Filmwiedergabe blockierte und erst durch einen Neustart der Box wieder in Gang gebracht werden konnte. Hier muss Kathrein dringend nachbessern.

Ein weiteres Problem betrifft den Schlummermodus von externen Festplatten. Je nach Hersteller schalten diese den Motor nach einer bestimmten Zeit aus. Startet nun die Kathrein eine Aufnahme, muss die Festplatte erst wieder auf Touren kommen. Dauert dies zu lange, nimmt die Kathrein irrtümlicherweise an, die Festplatte sei nicht vorhanden und verwirft den Aufnahmeauftrag.

Timeshift als "Störungsbewältigung"

Die Aufzeichnungsfunktion lässt sich für Timeshifting , also zeitversetztes Fernsehen verwenden. Dies ist beispielsweise praktisch, wenn während dem Krimi das Telefon klingelt. Man drückt einfach auf die Pausentaste. Das Bild friert ein und die UFS 910 startet die Aufzeichnung im Hintergrund. Ist das Telefon fertig, drückt man die Wiedergabe-Taste und verfolgt den Krimi weiter. Wenn man danach die Werbepause überspringt, nähert man sich zusehends wieder der Live-Zeit. Der Timeshift-Buffer am UFS 910 ist auf zwei Stunden eingestellt, dürfte also auch für längere Unterbrüche ausreichen. Die Box macht allerdings kein permanentes Timeshifting, wie man es von anderen Festplattenrekordern gewohnt ist. Permanente Aufzeichnung im Hintergrund macht es möglich, dass man beispielsweise bei einem Fussballspiel jederzeit eine Torszene wiederholen kann. Die permanente Aufzeichnung im Hintergrund kann aber die Lebensdauer von Festplatten deutlich verkürzen und auch durch geräuschentwicklung und Stromverbrauch nerven.

Warum Bastler die Box UFS 910 lieben, folgt im 3. Teil .

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