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25.07.08

Test FSC Lifebook 1620P: Luxusgerät im eeePC-Format

Deutlich teurer als eeePC, aber besser ausgestattet: Tablet-PC Fujitsu Siemens Computers Lifebook 1620P

Fujitsu Siemens Computers bietet das Lifebook 1620P mit edler Ausstattung und Windows Vista für über 2.200 Euro an: Mit der richtigen Menge Kleingeld war es auch schon vor Erscheinen des eeePC möglich, sich ein Mini-Notebook zuzulegen. Wir haben das Lifebook 1620P getestet.

Fujitsu Siemens Computers Lifebook 1620P (© T. Jungbluth)

Etwa so groß wie ein gutes Buch, geringes Gewicht, volle Funktionalität und schneller Internetzugang - das sind Eigenschaften, mit denen eeePC und Nachahmer in der Subsubnotebook-Klasse derzeit auf starkes Kundeninteresse stoßen.

Wer gerne einen kleinen Computer hätte und wem hierfür ein größeres Budget zur Verfügung steht, der kann auch auf die Geräte der Firma Fujitsu Siemens Computers zurückgreifen. Für etwa 2.200 Euro gibt es dann Vollwertkost:

Einen Intel Pentium Core 2 Duo, 2 GB RAM, eine 100-GB-Festplatte sowie ein 8,9-Zoll-Display mit berührungsempfindlicher Bedienung. Das Fujitsu Siemens Lifebook 1620P ist ein "Tablet-PC", ausgestattet mit Windows Vista Business, in der neuesten Windows-Generation sind die Tablett-Funktionen direkt enthalten. Außerdem glänzt das Gerät noch durch ein HSDPA-Funkmodul.

Das Lifebook 1620P ist die neueste Generation dieser Geräte von FSC. Der Computer profitiert von dem Knowhow, das der japanische Partner im langen Firmennamen (Fujitsu) mit stiftbasierter Eingabe hat. Anders als die großformatigen 15-Zoll-Tablet-Lifebooks (Serie ...T), die auf Wacom-Technologie beruhen und einen speziellen Stift benötigen, ist das Display des 1620 mit "passiver Erkennung" ausgestattet.

Zur Bedienung kann also zur Not auch der Zeigefinger dienen, dafür ist die Erkennung weniger genau und reagiert manchmal etwas träge. Bei älteren Geräten hatte die Darstellung auch immer einen "Milchglas"-Stich, war also war leicht verhangen.

Auch das 1620P muss man auf höchster Lichtstufe fahren, dann ist das Bild allerdings auch klar, leuchtend hell und scharf. 1280 x 768 Bildpunkte lassen keine Wünsche offen. Dass das Bild naturgemäß kleiner ist, das sollte dem Käufer vorher klar sein. Vista lässt sich ja problemlos so justieren, dass man trotzdem alles Wichtige erkennt.

Heißes Notizbuch

Ich gebe zu: Ich bin ein Tablet-PC-Fan. Damit fällt man vor allem bei nicht-technikaffinen Zuschauergruppen weniger stark auf, skribbelt man die Notizen auf das zusammengeklappte Gerät, als wenn man ein Notebook öffnet, um sie einzutippen. Zum Mitschreiben dient das speziell für Tablet-PCs gedachte "Journal".

Das FSC Lifebook 1620P als Schreibblock.

Das Gerät ist trotz kompakter Abmessungen mit 1,2 kg recht schwer und erwärmt sich an der Unterseite ziemlich stark. Für die Benutzung auf dem Schoß empfiehlt es sich also weniger (oder nur mit entsprechender Unterlage). Die Stifterkennung brauchte einige Kalibrierungsdurchgänge, bis sich das vernünftig bedienen ließ. Per Stift kann man auch Windows steuern.

Alternativ steht zur Bewegung des Mauscursors der von älteren Thinkpads bekannte Mini-Joystick zur Verfügung. Ich komme damit gut zurecht.

Wer jedoch Touchpads gewohnt ist, könnte es nervig finden, den Mauspfeil über den kleinen Knopf ins Ziel zu "massieren". Zur Verzweiflung kann Vielschreiber die "Pad"-Funktion des Knöpfchens bringen: Auf stärkeren Druck agiert der Minimanövrierknopf als Maustaste. Das führt dazu, dass der Textcursor bei längeren Texten gerne einmal unvermittelt an eine Stelle oberhalb des Schreibflusses springt und man dort weiter schreibt. Zum Glück lässt sich das deaktivieren.

Wer beim Blick auf die Fotos merkwürdig findet, dass äöü fehlen: Das Testgerät verfügte nur über eine US-Tastatur. Wer wie ich mit zehn Fingern schreibt, ohne auf die Tasten zu sehen, dem ist das aber egal. Für meine Hände ist die Tastatur nicht zu klein, andere Anwender mit größeren Händen können sie weniger gut bedienen.Die können aber auch eine externe Tastatur an USB anschließen.

Dockingstation für das FSC Lifebook 1620P.

Damit ist das Lifebook recht spärlich ausgestattet, nur zwei USB-Buchsen an der Seite sind vorhanden. Steckt man das Gerät in die mitgelieferte Dockingstation, kommen noch zwei auf der Rückseite derselben hinzu. Ein VGA-Monitor wird nur via Analogbuchse bedient, und dann auch nur für max. 1.280 x 1.024 Bildpunkte.

Nur IDE-Festplatte

Kommen wir zu den inneren Werten: Der Intel Core-2-Duo-Prozessor und 2 GB RAM sind für Vista schnell genug und auch notwendig, die Festplatte ist es leider nicht immer. Sie agiert noch nach dem alten "Parallel ATA"-Standard (IDE) und beschert dem Anwender bei komplexen Programmen wie z.B. InDesign (DTP) öfter die eine oder andere Denksekunde.

Verbindung ins Internet nimmt der 1620T über WLAN auf, wobei er "nur" mit maximal 54 GBit funkt. Über das UMTS-Modul können Benutzer auch das Mobilfunknetz nutzen.

Das Gerät glänzt hier durch zwei Dinge: Eine besonders leistungsstarke Funkeinheit fand durchweg besseren Kontakt zum Mobilnetz als das vergleichsweise verwendete Handy (Palm Treo 500v). Und die Software ist besonders einfach zu bedienen und verbindet schnell. Steht HDSPA tatsächlich zur Verfügung surft und mailt man wie vom heimischen DSL aus. Das Zugangsprogrämmchen gibt Auskunft über die verbrauchte Zeit bzw. das Volumen - sowas muss man ja selbst mit Flatrate im Auge behalten.

Wer den 1620P mit Mobilfunkzugang benutzt, braucht auf jeden Fall mindestens eine zweite SIM-Karte, denn es ist nervig, sie jedes Mal in den Slot hinein bzw. heraus zu fummeln, den der Hersteller hinter den Akkusteckplatz platzierte.

Apropos Akku: Zwei Akkus liefert FSC mit: einen schmaleren und einen breiteren, der dann vorne herausragt. Trotzdem ist das Gerät auch damit nicht größer als ein gutes Buch. Die Laufzeit haben wir nicht gemessen.

Kein mobiles optisches Laufwerk

Ähnlich wie andere Notebooks in der Klasse (das gilt sowohl für Größe als auch für das Gewicht) ist kein optisches Laufwerk im 1620P eingebaut, wird aber zum Anschluss an USB mitgeliefert. Das Einschublaufwerk muss beherzt mit der Silberscheibe bestückt werden und gibt hierbei sowie beim anschließenden Auswurf schmatzende Geräusche von sich. Es ist aber trotzdem scheibenschonender als manches Notebook-Laufwerk, bei dem man die CD bzw. DVD manuell auf die Spindel stecken muss. Leider funktioniert das Einschublaufwerk nur, wenn es vom eigenen Netzgerät mit Strom versorgt wird. DVDs lassen sich damit ruckelfrei ansehen, der Mediaplayer wollte jedoch ohne separat zusätzlich installiertes DVD-Anschauprogramm keinen Ton von sich geben.

Das Gerät ist kein Zweitcomputer für jedermann, sondern für den professionellen Einsatz gedacht. Davon zeugen der Fingerprint-Sensor sowie die TPM-Technologie, mit der die Festplatte abgesichert ist. Gegen Datenverlust im rauen Einsatz soll ein Sensor schützen, der Erschütterungen registriert.

Fazit

Das Fujitsu Siemens Computers Lifebook 1620P ist ein kleiner Kraftzwerg und strotzt nur so vor Funktionen. Die Bedienung ohne Maus ist nicht besonders komfortabel, und die Festplatte kommt bei komplexeren Anwendungen nicht immer mit. Trotzdem: Wer jetzt ein Notebook in eeePC-Größe braucht, das alles kann, was auch der "große PC" zuhause erledigt, für den ist der 1620P das richtige System. Als "Zweitcomputer" nur zum Schreiben und Surfen ist er klar überdimensioniert. Nicht zuletzt im Preis.

Technische Daten

  • Modell: Lifebook 1620P
  • Hersteller: Fujitsu Siemens Computers
  • Preis: ab ca. 2.200 ?
  • Prozessor: Intel Core2 Duo ULV U7600 (1,2 GHz), Second Level Cache: 2048 kB
  • Front Side Bus (FSB):533 MHz
  • Chipsatz: Intel 945GMS (Centrino)
  • Speicher: 2 GB DDR2-533 SDRAM
  • Festplatte: 80 GB (IDE UDMA100)
  • Schnittstellen: 1 x PC-Card (PCMCIA),SD-Card, 2 x USB 2.0, VGA (analog), Modem, LAN, Audio In, Audio Out, Stromversorgung
  • Display: 8.9-Zoll TFT WXGA (1280 x 768 Pixel), berührungsempfindlich
  • Dockinganschluss für Port-Replikator (optional, ca. 150 ?)
  • Port-Replikator-Schnittstellen: 2 x USB 2.0, VGA (analog), LAN, Stromversorgung
  • Weitere Ausstattung: 56-KB-Modem, LAN (max. 1 GBit/s), UMTS/HSDPA-Mobilfunk (max. 7,2 MBit/s, auch EDGE), WLAN IEEE 802.11 a/b/g, Bluetooth 2.0
  • Besondere Ausstattung: Festplatten-Schocksensorschutz, TPM-Verschlüsselung, Fingerprintsensor
  • Stromversorgung: Li-Ionen Batterie mit 3 Zellen (2600mAh, 28.1Wh, 3,5 Std. Laufzeit mit Vista) oder 6 Zellen (5200mAh, 56.2Wh, 7 Std. Laufzeit mit Vista)
  • Maße (B x T x H in mm) ca.: 232 x 167 x 37
  • Gewicht: ca. 1 kg (3 Zellen-Akku) bzw. 1,2 kg (6 Zellen-Akku)

FSC-Datenblatt zum Fujitsu Siemens Lifebook 1620P

FSC-Website zum Lifebook 1620P

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