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23.03.10

Test Asus EEE PC 1005 HA-H II: RAM-Wechsel und Arbeitsalltag

Asus 1005 HA-H - Dauerläufer mit kleinen Schwächen (Bild: DD)

Das Asus EEE PC 1005 Netbook ist nicht gerade leicht, hält dafür aber erstaunlich lange durch.

Im ersten Teil unseres Tests haben wir uns mit den Grafikeigenschaften und dem Aussehen beschäftigt. Jetzt geht es ans Eingemachte, denn das eine GB RAM sind für den kleinen Rechner doch etwas wenig. Immerhin kann man beim Asus, im Gegensatz zu manch anderem Netbook, das RAM relativ einfach tauschen. Man braucht nur den Ersatzriegel, einen kleinen Schraubenzieher, und cirka 5 Minuten Zeit. Und wir haben geschaut, wie sich das kleine Netbook so im Alltag schlägt.

Der Wechsel des RAM-Riegel ist denkbar einfach. Netbook aus, umdrehen und die einzige Platte aufschrauben, die man unten sieht. Altes RAM raus, neues rein. Beim Start F2 drücken, kurz in BIOS gehen, mit F10 wieder raus. So stellt man sicher, dass das BIOS die 2 GB auch erkennt. Das war es schon. Der Performancegewinn ist merkbar, es lohnt also. Hier eine Anleitung mit Bildern:

 

<map id="imagemap" name="imagemap">

<area shape="rect" coords="-2, -2,452,339" href="http://static.neuerdings.com/1363188023/_1.jpg" title="Links das neue RAM, rechts der passende Schraubenzieher. Man muss logischerweise erst die Schraube lösen..."><area shape="rect" coords="-2, 340,179,446" href="http://static.neuerdings.com/1363188016/_2.jpg" title="...bevor man die Klappe zur Seite legen kann. Darunter verbirgt sich der 1GB RAM Riegel."><area shape="rect" coords="180, 340,320,446" href="http://static.neuerdings.com/1363188017/_3.jpg" title="Das RAM wird seitlich von zwei weißen Festspannern gehalten. Diese einfach leicht zur Seite drücken und schon springt der Riegel raus."><area shape="rect" coords="321, 340,462,446" href="http://static.neuerdings.com/1363188017/_4.jpg" title="Das alte RAM raus, das Neue im gleichen Winkel wieder einstecken und gut, aber nicht zu fest andrücken."><area shape="rect" coords="-2, 447,152,564" href="http://static.neuerdings.com/1363188018/_5.jpg" title="Dann sanft den Riegel mit zwei Fingern an jeder Ecke runter drücken, bis die seitlichen Spanner hörbar einrasten."><area shape="rect" coords="153, 447,307,564" href="http://static.neuerdings.com/1363188019/_6.jpg" title="Am Ende muss das RAM wieder genauso eingebaut sein, wie das vorher der Fall war."><area shape="rect" coords="308, 447,462,564" href="http://static.neuerdings.com/1363188019/_7.jpg" title="Ist die Platte wieder fest geschraubt, kann man den Rechner Neustarten. Beim Start F2 drücken, es öffnet sich das BIOS. Dort einfach F10 drücken, Ok mit Enter bestätigen und schon ist die Sache erledigt. Dauer: ca. 5 Minuten."></map>


Die tägliche Arbeit

Ja, man kann mit dem 1005 HA-H gut arbeiten. Wenn man man darunter Schreibarbeit versteht. Alles andere geht nicht. Man kann mit Programmen wie IrfanView ein wenig an Bildern rumfummeln, aber mehr ist auch nicht drin. Der Rechner freut sich, wenn 2 GB RAM verbaut sind, dann geht vieles leichter und der Asus läuft ruhiger.

Das merkt man zum Beispiel gerade bei YouTube Videos. Die liefen im Test mit 1GB, wenn man sie vorladen ließ, nicht schön, aber einigermaßen ruckelfrei. Mit 2GB ruckelten nur die ersten Bilder, danach liefen die Videos flüssig.

Streams, die man sich justin.tv oder Ustream anschaut, laufen dafür erstaunlich gut. Es gibt ganz selten Aussetzer, die Frameraten sind gleichbleibend und liefern ein flüssiges Bild.

Externe Videos lassen sich in geringer Auflösung vom USB-Stick aus betrachten. Das geht so lange ruckelfrei, so lange man sich auf das Video beschränkt und nichts anderes macht. Spiele kann man selbstverständlich vergessen.

Es geht also mit 2 GB RAM etwas besser, aber das Problem ist nicht der Speicher, sondern der schwachbrüstige Grafikchip. Auch der Nachfolger mit dem GMA 3150 sieht da nicht besser aus. Man muss, wenn keine Probleme haben möchte, schon auf ein Gerät mit dem Nvidia ION Grafikchip setzen, allerdings gibt es davon nicht sehr viele. Zu dem sind sie deutlich teurer und verbrauchen mehr Energie, was die Akku-Leistung nach unten zieht.

Wen das abschreckt, der sollte vielleicht bis zum Herbst warten, wenn die ION2 Serie in vielen Netbooks verbaut sein wird. ION2 soll bei gleicher Leistung deutlich weniger Akku-Bedarf haben.

Natürlich lassen sich bei einer so großen Festplatte auch größere Musik-Bibliotheken verwalten und anhören. iTunes ist etwas sehr mächtig, Mediamonkey schon zwar etwas mehr die Ressourcen, allerdings rödelt die Festplatte gerne mal länger. Es gibt andere, schlanke Lösungen, aber man wird wohl kaum seine gesamte mp3-Sammlung auf einem Netbook verwalten.

Wer von seinem Desktop oder sonstigen Dual- oder Quadcore Rechner kommt, der wird sich bei der Arbeit mit einem Netbook um Jahre zurückgeworfen fühlen. Man verbringt sehr viel Zeit damit, auf etwas zu warten. Auf den Browser, auf das Schreibprogramm, auf das Mailprogramm oder darauf, dass sich überhaupt etwas tut. Aber wenn mal alles läuft, dann geht es eigentlich ganz gut. Um schnell ein paar Mails zu schreiben, eine Präsentation zu erstellen, um bei einer Konferenz das Protokoll zu führen oder nebenbei im Netz zu surfen - das geht alles und oft auch ohne Wartepausen. Dank des VGA-Ausgangs kann man das Netbooks auch an einen Beamer anschliessen. Einen HDMI-Port gibt es nicht.

Akku Test

Ich habe den Akku einem einfachen Test unterzogen, indem ich den Rechner wie folgt belastet habe:

- WLAN an

- Chrome Browser mit zwei bis drei Tabs offen

- Ein konstanter Live TV-Stream im Browser (Flash)

- Dadurch dauerhafte Beleuchtung des Displays

Innerhalb des ersten Aufladezyklus hielt der Akku dann von 13.30 bis 21.00 durch, also 7.5 Stunden. Das ist zwar drei Stunden weniger als die versprochenen 10.5 Stunden, aber für die erste Akku-Ladung eine gute Leistung. Normalerweise steigert sich die Leistung nach zwei oder drei Ladezyklen ja schon noch etwas. Ich vermute, dass man ohne WLAN und wenn man den Rechner nur als Schreibmaschine benutzt, die 10 Stunden kein Problem sind.

Anders gesagt: Ist man auf einer Messe oder einer Konferenz, klappt man den Rechner auch zwischendurch mal zu und schont so den Akku. Es sollte also überhaupt kein Problem sein, einen ganzen Tag mit dem 1005 HA-H zu überleben.

Qualität

Das Gerät selber macht von aussen einen soliden und kräftigen Eindruck. Es knarrt und scheppert nichts, alle Anschlüsse sitzen fest und wackeln nicht. Das Display windet sich nicht in seiner Halterung und macht einen stabilen Eindruck. Der Akku rastet mit einem satten "Klack" ein. Getrübt wird die gute Anmutung allerdings durch die etwas klapperige Tastatur. Die wirkt nicht sonderlich solide und vor allem in der Mitte gibt das Keyboard sehr stark nach. Das wirkt nicht nur klapperig, das ist es auch. Die Tasten haben, nach meinem Geschmack, keinen guten Andruck. Sicher, das ist Gewöhnungssache, aber es fällt schon auf, dass die Tastatur gegenüber den anderen Bauteilen etwas abfällt. Eine Chiclet Tastatur wäre auch hier die bessere Lösung gewesen.

Fazit

Wer eine Surf- und Schreibmaschine sucht, mit der man auch einen Langstreckenflug überleben kann, der ist beim Asus 1005 HA-H gut aufgehoben. Die 10.5 Stunden habe ich zwar nicht verifizieren können, aber selbst mit WLAN und normaler Arbeit reicht der Akku über acht Stunden. Schaltet man WLAN ab, dürfte man die 10 Stunden erreichen. Das reicht um einen Tag mit Arbeit zu überleben. Das fehlende UMTS-Modul stört etwas, aber mit einem UMTS-Stick kann man sich da gut behelfen.

Man kann nicht oft genug sagen, dass man bei einem Netbook seine Erwartungen möglichst weit unten ansiedeln sollte, was die Performance angeht. Gefühlsmäßig ist ein Android oder ein iPhone 3GS auch nicht viel langsamer. Das Problem ist halt, dass es im Gegensatz zu Handys für Netbooks keine extra verfassten Programme gibt, die auf die schmal dimensionierte Hardware geschrieben würde. Klar - man kann auf Linux umsteigen, aber das ist für viele "Normal-User" immerhin noch ein wenig zu anstrengend. Eine Lösung könnte das Google System Chromium OS sein, wenn es denn mal frei verfügbar ist.

Ich kann das Asus dennoch empfehlen - einfach aus dem Grund, weil im Moment der Preis stimmt. Man bekommt ein Netbook, dass noch halbwegs auf dem Stand der aktuellen Technik ist, die volle Ausstattung hat, einen Akku, der rund 10 Stunden durch hält und mit Win 7 Starter ist man auch auf dem neuesten Stand,. Und das alles für unter 300 Euro, da kann man nicht meckern.


Tipps:

- Egal welches Netbook man sich kauft, das Upgrade auf 2 GB lohnt sich immer

- Firefox ist mit verschiedenen Add-Ons ein Speicherfresser. Lieber bei der Basis-Version bleiben und nur die allernötigsten Add-Ons wählen.

- Statt Microsoft Office könnte man überlegen Open Office einzusetzen.

- Ein Problem sind Anti-Viren Programme. Die sind alle für weitaus schnellere Prozessoren geschrieben worden und die kleinen Atoms ächzen oft unter der Scanlast. Auf der anderen Seite ist man mit einem Netbook viel unterwegs, also lohnt sich gerade da der Einsatz einer guten Firewall und einem Anti-Virus. In den diversen Foren werden oft die Programme "Avira Antivir" und "ZoneAlarm" empfohlen.

Mittlerweile gibt von verschiedenen Hersteller Lösungen für Netbooks, was die taugen ist aber eine andere Frage. Klar ist - wenn die Ressourcen so eng sind, sollte man sich überlegen, was man einsetzt. Andere verzichten auf ein Anti-Virus Programm und scannen lieber einmal die Woche beim einem Onlineanbieter. Das bedeutet aber, dass man möglichst wenig downloadet und die Mails online lagert.

Bei der Firewall gibt es zu ZoneAlarm wenig Alternativen, die Firewall belastet den Rechner allerdings auch nicht sonderlich.

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