13.07.13

Tactilu Armband, Kissenger und Pillow Talk: Verrückte bis liebenswerte Gadgets gegen das Vermissen

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Ein Armband soll Fernbeziehungsgeplagten helfen, die räumliche Trennung von ihrem oder ihrer Liebsten ein bisschen erträglicher zu machen. Dieses Armband überträgt Berührungen des Partners auf das eigene Armband und damit auf das Handgelenk des Trägers. Entwickler dieses Armbands ist eine polnische Designagentur, die Tactilu im Auftrag für die ITAKA Foundation anfertigen.

eingabe Ein Sensor überträgt die Berührung an den Partner

Das Zeitalter des Internets ist auch das Zeitalter sozialer Umstrukturierungen. Während vor einigen Jahrzehnten das eigene soziale Leben räumlich begrenzt stattfand, ist es jetzt ganz normal, Freunde in der ganzen Welt zu haben, zu denen man täglich Kontakt halten kann. "Das Internet verbindet" hört man in diesem Zusammenhang immer wieder. Doch das Internet verbindet nicht nur, sondern es trennt auch. Menschen, die sich im Internet kennen und lieben lernen, stehen oft vor einem Problem "Sollen wir eine Beziehung trotz der großen, räumlichen Trennung wagen oder lassen wir es?" Einige wagen es und nehmen damit in Kauf, sich nur selten zu sehen.

 

Neben Trennungen nach einer gemeinsamen Zeit ist es schwer, die Phasen zu überstehen in denen man nicht zusammen sein kann. Das Internet oder Smartphone können Entfernungen wenigstens für kurze Zeit vergessen machen, aber sie ersetzen nicht den Partner an der Seite. Im Laufe der Zeit wurden bereits einige Gadgets entwickelt, die Menschen in Fernbeziehungen helfen sollen, das "Vermissen" zu lindern.

Verrückt bis gut durchdacht - Gadgets für die Fernbeziehung

Skurrile Erfindungen wie der "Kissenger" Kussroboter fallen hierbei aber eher in die Kategorie witzig bis gruselig. Dem Elektroschweinchen soll man auf die Nase küssen, um den Austausch mit seinem Partner zu ersetzen. Wie beim Anblick des kugelrunden Plastikschweins allerdings romantische Gefühle entstehen sollen, kann auch der Hersteller nicht genau erklären.

Eine weitere, aber durchdachtere Möglichkeit, ein Gefühl der Nähe zu schaffen, ist "Pillow Talk". Dabei handelt es sich um eine Erfindung von Joana Montgomery. Es verbindet die Kissen beider Partner miteinander. Geht ein Partner ins Bett, leuchtet das Kissen des anderen. Natürlich nicht grell, sondern nur so leicht, dass man trotzdem noch einschlafen kann. Dazu gibt es einen Ring, den man sich während des Schlafens ansteckt. Er überträgt die eigenen Herzschläge an das Partnerkissen. Legt dieser seinen Kopf auf das Kissen, kann er zu den Geräuschen des Herzschlages des anderen einschlafen.

Ein neues Gadget kommt aus Polen und trägt den Namen Tactilu. Dabei handelt es sich um zwei Armbänder, die miteinander über Bluetooth und das Internet verbunden sind. Es besteht aus zwei wichtigen Komponenten. Auf der oberen Seite befindet sich ein Sensor, über den man eigene Berührungen eingeben kann. Auf der Unterseite ist eine mechanische Einheit, die Berührungen des anderen auf die Haut überträgt. Das Ganze ist noch in der Entwicklung und es gib lediglich Prototypen.

Tactilu wird mit einem Arduino Prozessor betrieben und verbindet sich über die Smartphones der Träger mit dem Internet, um "Berührungen zu versenden".

TACTILU - a bracelet for remote tactile communication ( work in progress ) from ◥ panGenerator on Vimeo.

Trotz all dieser und vieler weiterer Ideen - die wenigsten Erfindungen schaffen es überhaupt auf den Markt, sondern enden als Konzept in einer Schublade. Keines der drei genannten Produkte hat bislang Marktreife erlangt, obwohl sie Beachtung durch die Medien fanden. Woran das liegt? Kein Gadget kann die Nähe des Partners ersetzen, und mit diesem Los lebt man schweren Herzens in einer Fernbeziehung.

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