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04.12.13

Ausprobiert: Tablet und Smartphone plus externe Tastatur

Ich bekenne, ich war ungläubig: Wozu sollte man Tablets oder gar Smartphones mit externen Tastaturen kombinieren? Dafür gibt es schließlich Laptops. Durch einen Wink des Schicksals habe ich es nun ausprobiert und bin bekehrt: Tablet oder Smartphone werden durch eine externe Tastatur zum perfekten Mobilgadget.

Logitech und andere haben Tastaturen speziell fürs iPad im Angebot.

Virtuelle Tastaturen auf Touchscreens seien das Großartigste überhaupt, hatte Steve Jobs sinngemäß einst erklärt und dennoch stellte Apple gleichzeitig zum ersten iPad ein Tastaturdock als Zubehör vor. Und dabei blieb es nicht. Kollege Frank Müller hatte voriges Jahr einmal Tastaturen für Tablets vorgestellt und davon gibt es eine Menge. Geräte wie der Asus Transformer zeigen ebenso wie Microsoft mit seinen Tastaturcovern fürs Surface, dass es einen Bedarf an physischen Tasten gibt. Manche sehen solche Geräte als Ausgleich für eine Schwäche von Tablets. Ich hingegen sehe darin die perfekte Ergänzung, um diese Geräte noch besser zu machen – sofern man den Anwendungsfall hat.

[photos] Ich komme dabei durchaus mit der virtuellen Tastatur meines iPads zurecht. Zumindest für Notizen auf Konferenzen oder in Meetings funktioniert sie prima und man kann auch sehr fix darauf tippen. Dennoch funktioniert es für mich nicht für längere Texte. Und das ist nicht alles, was physische Tastaturen besser können, wie ich nun feststellen konnte.

Wie schon berichtet, stand ich neulich im Apple Store Berlin und brauche einen vorübergehenden Ersatz für meine inzwischen unzuverlässige MacBook-Tastatur. Stellte sich nur die Frage: schnurgebundene Tastatur oder das "Wireless Keyboard"? Normalerweise bin ich kein großer Freund davon, essentielle Dinge wie Tastatur oder Maus drahtlos zu betreiben: Murphy's Law schlägt einfach zu oft zu. Sprich: Akkus sind immer dann alle, wenn man es am wenigsten brauchen kann.

Aber die Bluetooth-Tastatur ließe sich schließlich auch mit meinem iPad mini betreiben und vielleicht gar mit meinem Nexus 4? Mein Forschergeist war geweckt. Also legte ich noch 20 Euro drauf und kaufte mir die drahtlose Variante.

Eine neue Welt tut sich auf

Das Incase Origami vereint iPad und Wireless Keyboard in einer Hülle, ohne sie fest miteinander zu verbinden.

Das Verbinden der Tastatur mit dem MacBook verlief reibungslos, das iPad mini zierte sich danach erst, die Tastatur zu entdecken. Dabei hatte ich beim MacBook Bluetooth deaktiviert, so dass sie eigentlich hätte frei sein müssen. Aber letztlich klappte es und nach ein paar eigenen Versuchen tippte ich meine ersten Buchstaben ins iPad. Aber ich dahchte mir: Da ist vielleicht noch mehr möglich. Nach einer kurzen Webrecherche tat sich der Himmel über auf und ein Lichtstrahl fuhr auf mich hernieder: So eine physische Tastatur kann noch mehr nützliche Dinge als einfach nur phsysisch zu sein. Dieser Beitrag hier ist beispielsweise recht interessant für andere iPad-Nutzer. In ihm zeigt sich, dass die Funktionstasten auch unter iOS eine Funktion haben und sogar Tastenkombinationen zur Textauswahl tun, was man vom Laptop oder Desktop kennt. Ein falschgeschriebens Wort löschen? Mehrere Wörter oder eine ganze Zeile markieren? Zum Anfang oder Ende des Dokuemnts springen? Was bei Tablet und Smartphone meist nicht vorgesehen ist, funktioniert hier so, wie ich es bereits kenne. Und für mich als Vielschreiber macht das einen enormen Unterschied.

Im Zusammenspiel mit der Bluetooth-Tastatur ist mein Tablet jetzt nicht nur ein Ersatzgerät für mein Laptop, um Notizen zu machen. Ich kann nun problemlos ganze Artikel daran schreiben. Zugleich aber ist das Tablet kein Laptop, sondern eben ein Tablet mit den zahlreichen Vorteilen, die ich in dieser Geräteklasse bei der mobilen Nutzung sehe. Ich nutze eben oft und gern mein Tablet, vermisse aber zugleich nur manchmal die physische Tastatur. Insofern ist Tablet mit externer Tastatur eine wirklich spannende Kombination, die mich in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich noch auf viele Events begleiten wird.

Einziger Nachteil dieser Lösung ist in manchen Situationen, dass Display und Tastatur keine Einheit bilden. Man kann es also nicht ganz so flexibel einsetzen. Wer sich daran stört, kann auf ein entsprechendes Tastatur-Cover zurückgreifen, mit dem das Tablet vorübergehend zum Laptop wird.

Mein Nexus 4 mag nicht so recht

Nun war mein Entdeckergeist geweckt. Wäre es nicht sogar noch großartiger, wenn ich die Tastatur mit meinem Smartphone kombinieren könnte? Denn an sich brauche ich ja nur einen Kontrollbildschirm, um zu sehen, dass ich nicht allzu großen Unsinn getippt habe. Dafür würde an sich auch mein Nexus 4 reichen. Evernote habe ich darauf ebenfalls.

Das Einrichten der Tastatur stellte sich allerdings leider als ziemlich frustrierendes Erlebnis heraus. Ob es an Android, dem Nexus 4 oder Apples Tastatur liegt, vermag ich mangels Vergleich nicht zu sagen. Ich brauchte jedenfalls etliche Anläufe, um sie erfolgreich miteinander zu verbinden. Entweder konnte das Nexus 4 die Tastatur überhaupt nicht sehen oder es ging plötzlich die Verbindung verloren, bevor ich sie über die Eingabe von vier Ziffern endgültig herstellen konnte.

Letztendlich gelang es mir. Und dann funktioniert es zunächst auch prima und ich war schwer begeistert – bis ich auf den ersten Umlaut traf und feststellte, dass Android eine US-Tastenbelegung annahm. Ich wurde von Android und meiner Software-Tastatur SwiftKey darauf hingewiesen, dass eine physische Tastatur erkannt wurde und ich die Tastenbelegung festlegen möge. Aber selbst als ich hier nur noch "Deutsch" ausgewählt hatte, änderte sich nichts. Auch der sonst praktisch allmächtige Neustart brachte keine Änderung. Letztlich bin ich auf eine kostenpflichtige App im Play Store gestoßen, die solche Probleme beheben soll und noch eine Reihe weiterer Einstellmöglichkeiten bietet. Ergänzende Webrecherchen brachten kein Ergebnis. Vielleicht weiß jemand aus der neuerdings-Leserschaft, ob ich hier auch ohne App allein mit Androids Bordmitteln etwas ausrichten kann.

Fazit

Alles in allem: Smartphones und Tablets kombiniert mit einer gelegentlich ergänzten externen Tastatur machen mein mobiles Equipment noch einmal simpler und leichter. Mein Laptop brauche ich tatsächlich fast nur noch als mobilen Arbeitsplatz, denn natürlich kann ein Laptop noch immer mehr als ein Tablet oder Smartphone. Aber wie lange das wohl noch so bleiben wird?

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