05.06.14

Kleben bleiben: "Macho-Set" und andere Magnetspielereien ausprobiert

Magnetkoffer

Starke Magnete als Geek-Spielzeug? neuerdings.com hat einen Magnetkoffer mit Supermagneten getestet. Hier unser Erfahrungsbericht.

 

Manches Gadget hat erst einmal keinen erkennbaren Sinn, ist reine Spielerei. Magnete waren dies oft, früher als Hufeisenmagnete, die gerade einmal eine Büroklammer halten konnten. Doch sind sie auch in vielen technischen Geräten wie Lautsprechern enthalten, die ohne starke Magnete nicht funktionieren würden oder zumindest wesentlich unförmiger wären.

Geeks experimentieren gerne direkt mit physikalisch interessanten Bauteilen. Das Macho-Set von Supermagnete.ch ist allerdings von der Bewerbung her nicht wirklich auf Geeks ausgerichtet, sondern eher auf Machos mit großem Bizeps und kleinem Hirn. Ein Zielgruppenkonflikt, denn diese Klientel dürfte weniger an pyhsikalischen Experimenten interessiert sein als am Angeben - und dazu eignen sich die Supermagnete gerade nicht.

Sie sind aus Neodym, einem spröden und nicht feuchtigkeitsfesten Material. Wer sie einfach aufeinander knallen lässt, erhält eine Splitterbombe - ohne Schutzbrille und -handschuhe könnte das Experiment böse ausgehen .

Dementsprechend humorig ist die mitgelieferte Anleitung - nach deren Studium man eigentlich nicht wagt, noch irgendetwas mit den Magneten anzufangen. Was schade ist, weil sich durchaus beeindruckende Experimente mit diesen ausführen lassen, insbesondere im Bereich der Supraleitung wie mit diesem schwebenden Surfbrett . Doch beim Macho-Set ist es schon schwierig, sie überhaupt unfallfrei aus dem Transportkoffer zu bekommen - mit dicken Schutzhandschuhen gelingt dies jedenfalls nicht.

youtu.be/_F-VVmMD4_k

Zudem sollten die Supermagneten nicht in die Nähe so mancher technischer Geräte kommen, wie mechanischer Uhren, Farbbildröhren, Tonbänder, Kassetten, Disketten: All diese Gegenstände werden permanent beschädigt, wenn ihnen ein starker Magnet zu nahe kommt.

Das Macho-Set scheint eher auf Geeks zu zielen, die keine konkrete Anwendung planen, sondern nur groben Unfug. Doch gibt es auch andere Sets von Supermagneten, wie die Würfel aus kleinen Magnetkugeln, mit denen sich Skulpturen modellieren lassen. Bis vor einigen Monaten waren diese auch beim deutschen Versender Pearl erhältlich, der sie aber inzwischen aus Sicherheitsgründen zurückrufen ließ - zu groß war die Gefahr, dass sie als Kinderspielzeug zweckentfremdet gefährliche Folgen haben könnten.

youtu.be/WoH21ahkZaY

Von daher ließ uns das Macho-Magnet-Set etwas ratlos zurück: Was soll man mit einem Technik-Spielzeug anfangen, mit dem man aus Sicherheitsgründen nicht wirklich spielen darf? Aber zugegeben, ein Chemiebaukasten war gefährlicher - und ist deshalb heute kaum mehr zu finden.

Wer dagegen physikalische Experimente im Hinterkopf hat und nur noch nicht weiß, welche Magnetbauform und -stärke dafür am ehesten in Frage kommt, dürfte mit dem Macho-Set - oder einem der anderen Magnet-Sets des Anbieters - durchaus etwas anfangen können. Die Anleitung zu selbigem sollte dann aber etwas mehr auf solche Anwender ausgerichtet werden.

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!