27.09.13

Smartphone-Studie: iOS 7 ist das nutzerfreundlichste Betriebssystem

Endergebnis der Untersuchung

Das IT-Consulting-Unternehmen Pfeiffer Consulting hat die Nutzerfreundlichkeit von mobilen Betriebssystemen untersucht und sieht iOS 7 als klaren Gewinner – noch vor iOS 6 und weit vor Android, BlackBerry 10 und Windows Phone 8.

Endergebnis der Untersuchung

Die Grafik oben ist sicherlich für viele starker Tobak. Nicht nur dass Apple hier mit großem Vorsprung vor der Konkurrenz dasteht, auch das mit viel Kritik und Häme überzogene iOS 7 wird nach seinem radikalen Redesign als Verbesserung bewertet. Android hingegen verwirre den Normalnutzer mehr als dass es ihm helfe. Aber schauen wir uns die Aussagen des Reports doch einmal im Einzelnen an.

Smartphone-Hardware unterscheidet sich kaum, die Software sehr

Pfeiffer Consulting hat dabei keinen klassischen Usabilitytest mit Nutzern gemacht, sondern die Betriebssysteme an sich untersucht und bewertet. Auf diese Weise wollte man vermeiden, dass persönliche Präferenzen und Vorerfahrungen das Ergebnis verfälschen. Das hat auf der anderen Seite zur Folge, dass die Aussagen einer theoretischen Betrachtung entspringen. Letztlich sind aber solche Untersuchungen fast immer auf die eine oder andere Weise angreifbar. Wichtig ist vor allem, ob man aus ihnen etwas Nützliches entnehmen kann.

Beim Redesign von iOS 7 ist bekanntlich kein Pixel auf dem anderen geblieben – und das ist wörtlich zu nehmen: Es gibt kein einziges Detail in iOS 7, das noch so aussieht wie in iOS 6. Die neuen Animationen sorgen derweil für Diskussionsstoff, weil manchen Nutzern davon offenbar schwindelig und übel wird. Aber nicht nur optisch, auch funktional wurde einiges verändert und ergänzt, wenn auch bei Weitem nicht so extrem wie in der Optik. So kam das Control Center als Abkürzug für wichtige Funktionen hinzu und die Suchfunktion ist nun auf jedem der Homescreens mit einer Wischgeste erreichbar. Entgegen den Unkenrufen haben die iOS-Nutzer nicht abgewartet, sondern iOS 7 einen Startrekord beschert. Viele hundert Millionen Nutzer haben es inzwischen bereits auf ihren Geräten.

Laut Pfeiffer Consulting unterscheiden sich Smartphones heute vor allem über ihre Software. Die technischen Daten der Hardware sind alle ähnlich und vergleichbar. Deshalb haben sie sich nun einmal die größten Betriebssysteme vorgenommen: iOS 7 und den Vorgänger iOS 6 zum Vergleich, Android, BlackBerry 10 und Windows Phone 8. Bei Android muss man bekanntlich immer dazusagen, welches Android man denn meint und sie haben sich für Android in der Geschmacksrichtung Samsung entschieden. Einfache Begründung: Samsung hat einen überwältigend großen Marktanteil, so dass Android-Nutzer in der Mehrheit mit dieser Version konfrontiert werden.

Wichtig bei der Beurteilung des Reports ist noch, dass es ihnen um die alltäglichen Erfahrungen geht, die ein durchschnittlicher und damit nicht sonderlich an Technik interessierter Nutzer macht. Für Geeks und Nerds ist deren Sichtweise oft schwer nachzuvollziehen.

Wie Pfeiffer Consulting das Nutzungserlebnis beurteilen und bewerten, wird auf dieser Seite erklärt.

Punkt 1: Kognitive Belastung

"Cognitive Load" von iOS 7 und Samsungs Android im Vergleich.

Ausgehend von der Cognitive Load Theory wird in dem Report beurteilt, wie viele verschiedene Elemnte ein Nutzer lernen muss, um mit dem Betriebssystem zurechtzukommen. Wie hoch ist also die Hürde, bis man sein Smartphone ganz selbstverständlich und intuitiv benutzen kann? Dies sei der wichtigste Aspekt, wenn man das Betriebssystem aus der Sicht eines nicht an Technik interessierten Nutzers beurteilt, heißt es in dem Report.

Dazu haben sie sich jeweils die Standardinstallatio angesehen und gezählt, wie viele Apps, Icons, Widgets und generelle Elemente der Benutzeroberfläche gelernt werden müssen. Aufgrund des neuen Control Centers schneidet iOS 7 hier mit einem Wert von 40 leicht schlechter ab als iOS 6 mit 32. Es liegt damit gleichauf mit Windows Phone 8 und vor BlackBerry 10 (53). Weit abgeschlagen: Samsungs Android mit sage und schreibe 162.

Punkt 2: Effizienz und Integration

Ergebnisdiagramm

Im zweiten Punkt haben sich die Macher der Untersuchung angesehen, wie man als Nutzer an wichtige Einstellungen kommt, wie Benachrichtigungen ins System integriert sind, wie Multitasking funktioniert, wie man die Kamera erreicht und einiges mehr. iOS 7 erreicht hier 7 von 10 Punkten. Gelobt werden die Anpassbarkeit der Benachrichtigungen, das Control Center und wie Multitasking und das Wechseln von einer App zur nächsten gelöst sind. Samsungs Android ist hier gleichauf. So könne man hier ebenfalls viel anpassen, was aber schon fast überwältigend sei. Zudem fehle ein Shortcut vom Lockscreen zur Kamera. Danach folgen iOS 6 (6/10), BlackBerry 10 (5/10) und Windows Phone 8 (4/10).

Punkt 3: Anpassbarkeit

Ergebnisdiagramm

Wie sehr man sein Gerät auf individuelle Bedürfnisse anpassen kann, sei ein weiterer wichtiger Faktor, heißt es in der Untersuchung und hier gebe es die größten Unterschiede. Samsungs Android habe eine schon beinahe verwirrende Vielzahl von Möglichkeiten, während es diese bei Windows Phone 8 fast gar nicht gebe. Auch wenn Androids Sieg in dieser Kategorie kaum erstaunen wird, fällt er deutlich geringer aus, als man annehmen könnte: Android bekommt 7/10 zugesprochen, iOS 7 folgt mit 6/10 dichtauf, direkt dahinter iOS 6 mit 5/10. Ein wesentlicher Grund dürfte hierfür sein, dass sich die Untersuchung auf Funktionen konzentriert, die jedem laienhaften Nutzer zur Verfügung stehen. Android-Poweruser wissen natürlich, dass es praktisch nichts gibt, was man an Android nicht anpassen könnte. Aber um die geht es hier eben nicht. Dagegen fehlen Android einige Einstellmöglichkeiten für mehr Barrierefreiheit, die bei iOS traditionell stark sind (auch wenn das außerhalb der darauf angewiesenen Menschen kaum jemand weiß).

Punkt 4: Stolperfallen bei der Nutzung

Ergebnisdiagramm

Was der Pfeiffer Report hochtrabend "User Exprience Friction" nennt, würde ich einmal ganz platt als Stolperfallen bezeichnen. Es geht um solche Momente, in denen das Gerät nicht das tut, was es soll oder wenn eine wichtige Funktion sogar ganz fehlt.

Klarer Sieger ist hier iOS 6 mit einem Faktor von 14. Sein Nachfolger iOS 7 habe einige sinnvolle Verbesserungen gebracht, aber auch einige nervige neue Probleme. Als ein Beispiel für beides wird hier erneut das Control Center genannt, das man gelegentlich ungewollt einblendet. Apple weiß schon, warum es für exakt dieses Problem eine eigene Einstellung im System gibt... Ergebnis: Faktor 17. Android folgt mit einem Faktor von 30. Der Report führt beispielsweise inkonsistentes Interface Design als einen Grund auf. Direkt danach folgt BlackBerry 10 (38) und ziemlich abgeschlagen Windows Phone 8 (51).

Gesamtergebnis und Fazit

Alles zusammengezählt, sichert sich iOS 7 mit 73,25 vor iOS 6 mit 70 Punkten den Gesamtsieg. Apples Betriebssysteme führen damit weit vor Samsungs Android (57,25), BlackBerry 10 (56,37) und Windows Phone 8 (47,25).

In ihrem Fazit sehen die Macher der Untersuchung dementsprechend die entscheidenden Unterschiede bei Smartphones nicht in der Hardware, sondern in den Betriebssystemen. Obwohl es eine Tendenz gebe, sich bei der Nutzerführung anzugleichen, seien die Unterschiede heute doch noch immer spürbar.

iOS 7 sehen sie als das ausgereifteste Betriebssystem an, das eine einfache Benutzerführung und wichtige Funktionen vereint. Das dürfte aus meiner Sicht allerdings wenig überraschen, da vor allem Windows Phone 8 und vor allem BlackBerry 10 noch sehr neu sind. Den beiden gibt die Untersuchung kaum eine Chance, den beiden führenden Systemen in Sachen Nutzerfreundlichkeit in Bedrängnis zu bringen.

Android wiederum sei ein inzwischen gut verwendbares Mobile-OS geworden, was man über sein Vorgängerversionen nicht unbedingt habe sagen können. Ihm machen vor allem ein Übermaß an Features und ein nachlässiges Interfacedesign zu schaffen.

Hier könnt ihr euch den kompletten Report selbst ansehen. Darin finden sich auch noch weitere Details zu den Bewertungen.

Was haltet ihr von der Untersuchung? Und wie sehen eure Erfahrungen mit den Betriebssystemen aus? Spannend ist es natürlich vor allem dann, wenn man mal mehr als eines davon im täglichen Gebrauch hatte.

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