23.03.12

Strauchelnde Riesen Nokia und RIM: Treffen sich ein Finne und ein Kanadier...

RIM und Nokia sind enger verbandelt, als man denken könnte (Bild: kaz)

Nokia streicht weitere Stellen. RIM dagegen verliert Martkanteile. Damals stellte RIM die Nokianer aus Bochum ein. Wäre das jetzt wieder eine Option?

 

Treffen sich ein Finne und ein Kanadier. Sagt der Kanadier: "Du, wir haben schon wieder Prozente verloren." Entgegnet der Finne: "...und wir entlassen gerade ein paar einfallsreiche Mitarbeiter. Wollt ihr die nicht?!"

Nicht unbedingt lustig, aber wahr. Denn so ähnlich hat es sich bereits in der Vergangenheit abgespielt, als Nokia das Werk in Bochum schloss. RIM war damals schnell genug, die klugen Köpfe aufzufangen und konnte sich einige der ehemaligen Nokia-Mitarbeiter für die eigene Entwicklung sichern. Das Ergebnis sind mehrere Smartphones, deren Entwicklung in Bochum stattfand. Diese Blackberry-Modelle dürfen stolz das Label "Designed in Germany" tragen. Nun könnte kurz vor dem Wochenende schon wieder ein "Mitarbeiterwechsel" stattfinden. Cnet berichtet nämlich davon, dass Nokia an die 1.000 Arbeitsstellen streicht. Das trifft den aufmerksamen Leser nicht unvorbereitet, immerhin kämpft auch Nokia mit sinkenden Absatzzahlen und die Streichungen wurden bereits angekündigt. Diesmal trifft es aber zeitgleich auch RIM. Die Kanadier verlieren im Heimatland ihre Position an Apple: Laut IDC und Bloomberg verschiffte Apple 2,85 Millionen Geräte, während RIM nur auf 2,08 Millionen kommt. Ein Investmentbanker sieht auch sofort das große Grauen, da es für RIM "strategisch wichtig" sei, wenn man im Heimatland die Poleposition an Apple verliere. Die Aussagekraft dieses ominösen Investment-Bankers Taylor unterstreicht Bloomberg mit der Bemerkung, dass dieser mit mehr als 15 Milliarden Aktien herumjongliere – auch Apple- und RIM-Aktien. Das muss hier offebar als Experteneinstufung reichen. Die Wahrheit liegt aber tiefer.

Research in Motion baut, wie viele andere Unternehmen auch, eben robuste Geräte. Da wünscht sich ein Manager lieber ein Farbdisplay mit Touchscreen, als eines seiner veralteten Blackberrys, die ihn schon seit Jahren begleiten. Denn RIM macht zu wenig Werbung, im Gegensatz zu Apple. Wenn alle von iPhones sprechen, liegt die Entscheidung nahe, sich auch eines zu besorgen.

RIM könnte sich überlegen, wieder einige Ingenieure für die Entwicklung einzustellen – diesmal eben aus Finnland, mit dem Gütesiegel und dem Fachwissen Nokias.

Wie schätzt ihr die Zukunft von RIM und Nokia ein? Beide können schließlich auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Im Moment läuft es aber für beide alles andere als rund. Schaffen sie es raus aus diesem Tal?

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