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10.01.12

Steve Ballmers CES-Keynote: Im Abgang nur noch heisse Luft

Steve Ballmers Keynote an der CES liess so manchen Zuschauer etwas ratlos zurück: wie kann ein so wichtiger Branchenplayer so wenig zu sagen haben?

Spektakulär hätte sie werden können, die letzte CES-Keynote Steve Ballmers. Ballmer hätte beispielsweise Nokia-Chef Elop als Gast begrüssen und diesen das Lumia 900 präsentieren lassen können; Elop hätte diese Gelegenheit nutzen können, um zu beteuern, wie wichtig Windows Phone 7 für Nokia sei. Ballmer hätte Elops öffentlichem Liebesschwur erwidern können, auch Microsoft schätze die Zusammenarbeit mit Nokia, sehr sogar - eine Kunstpause hatte die Zuschauer erschaudern lassen: Wird Ballmer gleich die Übernahme des Smartphone-Geschäfts der Finnen bekannt geben? Ballmer hätte dann verlauten lassen, dass Skype endlich für Windows Phone 7 erhältlich sei, nota bene vorerst nur für Nokia-Geräte. Das entsprechende Update, so hätte Ballmer seine Ausführungen abschließen können, stehe ab sofort zum Download bereit. Anhaltender Applaus wäre ihm sicher gewesen.

Stattdessen wird Ballmer sich wohl noch eine Weile daran erinnern, dass er keine 30 Sekunden Schlussapplaus für eine Keynote bekam, die konkrete Ankündigungstermine ebenso vermissen liess wie überraschende und scharfsinnige Ausführungen zu den Entwicklungen der Branche in den kommenden Monaten.

Stattdessen bekamen die Zuschauer in x-facher Variation von Ballmers Mitarbeitern zu hören, was die Marketing- und PR-Vertreter des Redmonder Konzerns in den letzten 6 Monaten schon fleissig perpetuiert haben:

     

  1. Bei Windows Phone 7 stehen nicht Apps im Zentrum, sondern jene Menschen und Dinge, die dem User besonders wichtig sind.
  2. Windows 7 verkauft sich hervorragend und Windows 8 wird noch viel besser laufen - und die Tablet- und PC-Welt miteinander verschmelzen lassen und einen App Store bieten.
  3. Die Xbox ist nicht einfach eine Spielkonsole, sondern der Multimediahub fürs Wohnzimmer, die sich mittels Gesten und Sprache steuern lässt und das Fernsehen der Zukunft bringt: "Two Way Interaction" soll da das Stichwort sein. Wir werden nicht einfach fernsehen, sondern (in begrenztem Ausmass) den Gang der Dinge auf dem Fernsehbildschirm beeinflussen; demonstriert wurde das anhand einer Episode der Sesame Street…

Fast hätte der Eindruck entstehen können, dass Microsoft den Abschied von der CES auf sonderbare Art und Weise möglichst schmerzlos gestalten wolle - wer wird schon einer Keynote nachtrauern, auf der im Wesentlichen die Markenbotschaften des vergangenen Halbjahres aufgewärmt werden?

Das wird sich vielleicht ändern, wenn Redmond seine PR-Maschinerie anwirft, um eine eigene Veranstaltung nach dem Vorbild der Google I/O oder Apple WWDC aufzuziehen - es ist ja nicht so, dass Microsoft ein unbedeutender Player der Branche wäre, der beim besten Willen nichts zu sagen hat…

Aber der leeren Worte sind genug gewechselt, wer sich selbst ein Bild der Keynote machen will, schaue sich das entsprechende Video an.

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