05.08.13

Wurfkamera Squito: 360-Grad-Fotos und Videos im Flug aufgenommen

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Erfinder Steve Hollinger hat eine tennisballgroße Wurfkamera entwickelt, mit der sich 360-Grad-Fotos und -Videos schießen lassen, wenn die Kamera in die Luft geworfen wird. Sie soll in der Zukunft unter anderem auch für Rettungseinsätze verwendet werden.

Die Wurfkamera im Einsatz

Hollinger ist als Erfinder kein unbeschriebenes Blatt. Der Sohn eines Malers hat bereits vor über 20 Jahren mit seiner ersten Entwicklung großen finanziellen Erfolg. Er entwickelte die Software PosterWorks, mit der sich jedes Bild mit einem handelsüblichen Drucker in ein großes Format ausdrucken lassen konnten. Die einzelnen Blätter mussten später nur noch korrekt zusammengeklebt werden.

Die Zeit, in der ihm die Einnahmen der Software ein gutes Einkommen bescherten, nutzte er, um seine Kunst voran zu treiben. Er sammelt vermeintlichen Abfall auf der Straße und erstellt daraus Skulpturen. Immer dann, wenn er den Bedarf sieht, erfindet er neue Dinge oder überarbeitet alte, schlechtere Konzepte, um sie zu verbessern. 2008 erfand er den Regenschirm neu.

Mit der Squito Wurfkamera arbeitet Hollinger an seiner nächsten Erfindung. Es gibt einen Prototypen und zwei Patente, mit denen die technische Umsetzung der Bildberarbeitung gesichert werden. Das erste beschreibt die Verwendung eines Wurfballs mit Kameras und Sensoren, die Position und Orientierung der Kameras feststellen. Das Zweite beschreibt die Verarbeitung der Foto- oder Videoaufnahmen inklusive des Sortierens, Drehens und Zusammenfügens, während der Ball noch in der Luft ist.

Die Squito Wurfkamera erstellt 360-Grad-Fotos und -Videos also noch während der Ball fliegt und überträgt sie drahtlos. Dabei ist es egal, ob der Ball selbst rotiert, denn dank der Software werden die Einzelbilder während des Flugs nicht nur gedreht und zu einem Bild zusammengefügt, sondern auch noch in ihrer Position korrekt dargestellt.

Ein Video zeigt, wie das in der Praxis aussieht:

Ein ähnliches Projekt wird auch in der Technischen Universität in Berlin verfolgt. Dort hat man einen Ball mit 36 Einzelkameras entwickelt. Wirft man ihn einmal in die Luft, lösen alle Kameras gleichzeitig aus und man erhält eine Ansicht, wie sie aus Google Street View bekannt ist. Der Ball nimmt dabei einzelne Bilder auf und fügt diese dann zusammen. Man benötigt eine spezielle Software, um sie zu betrachten.

Hollinger, der allgemein als freundlicher und zuvorkommender Mensch gilt, arbeitet derzeit mit einigen Kollegen an der Weiterentwicklung der Kamera. Das Ziel ist es, die Squito schon bald in den Einzelhandel bringen zu können.

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