24.09.07

Spitzentechnik aus der Vergangenheit

Einheitsempfaenger-E1-wdroth

Die einen begeistern sich für die allerneueste, die anderen für mittlerweile historische Technik, die aber auch einmal "nagelneu" war. Einmal im Jahr kann man diese in Berlin besichtigen.

Einheitsempfaenger-E1-wdroth

Restaurierter Fernseher "E1" von 1939 (Bilder: W.D.Roth)

Während der gesamten Dauer der IFA war dieser "Einheitsempfänger" aus den Anfängen der TV-Technik (und der Nazi-Propagandamaschinerie, die ihn als Ergänzung des "Volksempfängers" für ihre Zwecke einsetzen wollte) in Berlin zu sehen. Und zwar im Dauerbetrieb: Den ehrenamtlichen Kuratoren des Deutschen Rundfunkmuseums Berlin ist damit eine erstklassige Restaurierung gelungen, denn im ursprünglichen Zustand hätte der Non-Stop-Betrieb nach wenigen Stunden in einer Rauchwolke geendet.

Aber nicht nur der gezeigte E1, das ganze Museum ist ein bemerkenswertes Unikum:

 

30 Jahre lang, von 1967 bis 1997, gastierte es mit einer Ausstellung in den Räumen unter dem Funkturm zu Berlin. Schon damals war dort nur ein kleiner Teil der Sammlerstücke des Museums zu sehen, weshalb es sich allerdings lohnte, jedes Jahr wieder vorbei zu schauen.

Doch die Räume unterm Funkturm standen kurz vor der Jahrtausendwende nicht mehr zur Verfügung, die Zuschüsse der Stadt Berlin waren ebenfalls entfallen. Das Museum zog gezwungenermaßen komplett ins Lager um.

 

Die "Kollegen" des staatlich finanzierten Technikmuseums Berlin (früher Museum für Verkehr und Technik), boten an, alle Exponate zu übernehmen, "ohne hierfür etwas zu verlangen". Dieser "großzügigen Offerte" des auch ansonsten in Fach- und Journalistenkreisen schwer umstrittenen Technikmuseums wollten sich die Leute des Rundfunkmuseums jedoch nicht kampflos ergeben.

Infolgedessen sind nun lediglich wenige Exponate einmal im Jahr während der Funkausstellung auf einem kleinen Messestand zu sehen.

Dort allerdings mit Schmmuckstücken wie den oben gezeigten in funktionstüchtigem Zustand - für Technikfans jedenfalls einen kleinen Messe-Umweg wert.

Deutsches Rundfunkmuseum Berlin

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