25.11.13

Spielend lernen: Wie Computerspiele fitter machen und Krankheiten heilen

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Spiele, die dem Spieler alles abverlangen und sie sogar von Krankheiten heilen können? Computerspiele sind schon lang mehr als nur Unterhaltung. Sie trainieren unser Gehirn.

Nevermind will die Angst besiegen

Man stelle sich vor: ein Spiel, das seine Schwierigkeitsstufe an das Angstempfinden des Spielers anpasst. Schafft er es, gegen seine Angst anzukämpfen und sie zu überwinden, sinkt der Schwierigkeitsgrad. Hat er mehr Angst, wird das Spiel schwieriger. Der Entwickler des Spiels "Nevermind" hat mit dieser Art des Biofeedback-Gamings höhere Ziele: Er möchte dem Spieler antrainieren, sich nicht von den Ängsten beeinflussen zu lassen und auch in extremen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Idee, Erlerntes aus Spielen ins Reale zu übertragen, ist dabei nicht neu.

Man liest in der Presse beispielsweise seit Jahren immer wieder davon, dass Militäreinheiten mit Computerspielen trainieren. Hier soll vor allem das Verständnis für taktische Kriegszüge gestärkt werden. Mit Flugsimulatoren wiederum werden Piloten trainiert.

Ein weiterer Zweig der Computerspiele hilft Menschen mit schweren Krankheiten entweder direkt oder indirekt. Das Spiel "Fold it" zum Beispiel wurde von Biologen entwickelt und soll dabei helfen, eine Heilung für HIV oder Alzheimer zu finden. Die Macher setzen hier auf die Schwarmintelligenz der Spieler.

Eine Therapie, die auf dem Prinzip von Computerspielen basiert, wird wiederum derzeit bei Schizophrenie-Patienten getestet. Schizophrenie ist nicht heilbar und geht mit Wahrnehmungsstörungen einher, die den Alltag des Patienten sehr belasten können. Mit einem eigens für diese Zwecke angepassten Computerspiel möchte man die Areale des Hirns trainieren, die nicht richtig funktionieren. Auch wenn man damit die Krankheit nicht heilen kann, lassen sich so - ersten Studien zufolge - die Symptome fast komplett beheben. Die Therapiemethode befindet sich allerdings immer noch in der Erprobung. Man zeigt sich aber zuversichtlich.

Während Computerspiele in der Vergangenheit häufig verrufen waren und Shooter als "Killerspiele" abgewertet wurden, hat man in der jüngsten Vergangenheit feststellen können, dass Ego-Shooter (Spiele in denen man in der Ego-Perspektive Gegner erschießen muss) nicht nur die Reflexe trainieren, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit.

Computerspielexperten erhoffen sich durch diese Studien eine größere Akzeptanz von virtuellen Spielen in der Gesellschaft. Auch wenn es noch ein langer Weg ist, entwickelt es sich in die richtige Richtung, wie ich finde. Oder was meint ihr?

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