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22.01.14

Open Source Nest: Bau dir dein eigenes schlaues Thermostat für 50 Euro

Selbst gemacht aus Holz, Acrylglas und viel Elektronik: Open Source Nest. Bilder: Spark/Nest

Warum 180 Euro für das lernfähige Thermostat "Nest" ausgeben (das zudem bald Google in die Hände fällt), wenn man es für 50 Euro selbst bauen kann? Das fragte sich ein kleines Team aus Ingenieuren und baute es mit Eigenkomponenten an nur einem Tag nach. Die Anleitung dazu ist jetzt online zu finden.

 

So ein Nest-Thermostat ist schon nicht schlecht. Es erkennt selbstständig, wann jemand zu Hause ist, es regelt die Temperatur basierend auf den Vorlieben des Nutzers, es lässt sich fernsteuern, ist lernfähig, und ganz nebenbei sieht es noch gut aus. Es gibt nur zwei Probleme: Es soll 250 US-Dollar kosten, also gut 180 Euro. Und: Nicht jeder traut Google über den Weg, unser aller Datenkrake, die Nest vergangene Woche für stolze 2,3 Milliarden Euro übernommen hat.

Aber wo ist das Problem, dachte sich das Team von Spark Devices aus Minnesota. Ihr wollt ein schlaues Thermostat, das auch noch gut aussieht? Wir zeigen euch wie das geht, und ihr könnt es nachbauen. Bühne frei für das Open Source Nest.

Lernfähig und vernetzt

Herzstück des Open Source Nest ist eine angepasste Version der Mikroplatine Spark mit integriertem WLAN-Modul, die das kleine Unternehmen aus Minneapolis selbst im vergangenen Jahr erfolgreich auf Kickstarter fördern ließ. Die erfüllt einen ähnlichen Zweck wie das Mini-Board Arduino und ist damit auch kompatibel; der Open Source Nest ebenfalls.

 

Um Temperatur und Feuchtigkeit in einem Raum zu messen, verwendet das Spark-Team einen Sensor von Honeywell. Ein integrierter Bewegungsmelder erkennt, ob sich in einem Raum gerade eine Person befindet. Ein Ruby-on-Rails-System verbindet das Thermostat auf Wunsch mit der Cloud, so dass man den Open Source Nest auch über das Web steuern kann.

Milliardenschweres Unternehmen an einem Tag bauen

Um dem Vorbild in nichts nachzustehen, ist auch der Algorithmus der Open-Source-Variante lernfähig. Das Team stanzte das Gehäuse und die Abdeckung dank des vorhandenen Werkzeugs aus Holz und Acrylglas schnell selbst aus. Alles in allem haben die 3,5 Ingenieure einen guten Arbeitstag an dem Komplettpaket gearbeitet. Um 10 Uhr morgens legten sie los, um 3 Uhr nachts war der funktionierende Open Source Nest fest in der Wand montiert. 3,5 Ingenieure deswegen, weil der vierte früh schlafen gehen wollte und nicht bis zum Ende dabei blieb. Augenzwinkerndes Fazit des Spark-Teams: Man kann ein 2,3 Milliarden Euro schweres Unternehmen auch an einem Tag bauen.

 

Ganz stimmt das natürlich nicht. Der Original-Nest hat ein deutlich vielseitigeres Display, wirkt robuster und - nun ja - sieht schon noch deutlich besser aus. Aber immerhin: Wer ein schlaues Thermostat will, ein kleineres Budget zur Verfügung hat und Google am liebsten nicht in die Wohnung lassen möchte, der kann sich nun ein Open Source Nest selbst zusammenbauen. Alle Komponenten zusammen kosten laut der dreieinhalb Ingenieure inklusive des Spark-Mikrocontrollers 70 US-Dollar, also etwas mehr als 50 Euro. Ein fertiger Bausatz ist allerdings noch nicht erschienen.

Weitere Infos gibt es im Original-Blogbeitrag zum Open Source Nest, auf der Github-Seite zum Projekt und hier zur Spark-Platine. Gefunden haben wir die Geschichte auf Slashgear.

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