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24.01.15

Sony Xperia Z3 im Test 2/3: Vandalöse Fotografie und Lade-Tücken

Das Xperia Z3 ist das aktuelle Smartphone-Flaggschiff von Sony. Neuerdings.com hat es getestet. Wie gut meistert es die üblichen Smartphone-Aufgaben?

Jeder hat seine eigenen Prioritäten bei einem Smartphone. Die wichtigste Funktion für mich ist nicht einmal das Telefonieren, das das Z3 aber allen Unkenrufen zum Trotz bestens beherrscht, sondern E-Mail. Hier hat es sogar zwei Lösungen zu bieten: Das normale Mailprogramm, das POP3, IMAP und Microsoft Exchange beherrscht und mehrere Accounts zusammenfassen kann, sowie die Gmail-App, die neben Gmail-Accounts aber auch IMAP- und POP-Accounts abrufen kann. Sie ist in Handling und Features jedoch der "normalen" App unterlegen, die im Gegensatz zu anderen Smartphones auch Push-Mail bei IMAP erlaubt.

MS Exchange konnte ebenfalls brauchbar verwendet werden, mit einer Störung im Laufe des Tests: Es wurde plötzlich tagelang nichts mehr aktualisiert. Dies konnte später wieder behoben werden, soll aber gelegentlich vorkommen, wenn man Foreneinträgen zum Gerät glauben kann.

Ungeschickt ist allerdings, dass die Symbole für "Zurück" und "Beantworten" praktisch identisch und direkte übereinander angeordnet sind: Man öffnet immer wieder ungewollt eine Antwortmail, wenn man doch eigentlich nur wieder raus aus der aktuellen Mail möchte.

Die Wortergänzungs-Automatik beim Tippen auf der Bildschirm-Tastatur ist dafür durchaus brauchbar und kann zumindest teilweise über das seit einigen Smartphone-Generationen durchgehende Fehlen einer echten Tastatur hinwegtrösten.

Als Browser ist Google Chrome vorgesehen, Videos können flüssigst wiedergegeben und mit bis zu 4K aufgenommen werden können, allerdings nicht für längere Zeit: Das Gerät kann in diesem Modus überhitzen und stoppt dann die Aufnahme.

Still-Fotografie ist natürlich ebenfalls möglich, mit einer für ein Smartphone guten Qualität, wobei die volle Auflösung von 20 Megapixeln im Automatikmodus nicht zur Verfügung steht. Dafür kann man mit Effektprogrammen Dinosaurier, Spiegel, Brandlöcher und Überschwemmungen in die aufgenommenen Bilder einbauen - sozusagen virtuellen Vandalismus betreiben und dem Gegenüber ein Loch ins Jackett oder seinen Stuhl brennen. Dabei wird das Smartphone auch ohne echtes Feuer wieder heiß und schaltet dann einen Effekt auch mal wieder aus, was aber nicht so störend ist wie bei einer Videoaufnahme.

Zur Wasserdichtheit nach IP 65/68 ist das Z3 vorne und hinten glas-iert. Damit liegt es etwas rutschig in der Hand, insbesondere, wenn es tatsächlich nass wird. Will man so etwas vermeiden, ist eine Schutzhülle als Zubehör sinnvoll. Die vergleichsweise teure Original-Schutzhülle SCR 24 ist lediglich eine Kunststoff-Hülle, die selbstklebend montiert wird. Damit ist sie nach der Montage fest am Gerät, kann nicht zur Reinigung abgenommen werden, hat aber auch nicht das Risiko, dass das Smartphone ungewollt hinausfällt. Da die Oberfläche rauh ist, liegt das Z3 nun sicher in der Hand. In weiß dürfte sie nach einigen Monaten allerdings gammlig aussehen. Steckverbinder bleiben erreichbar, ein neuer Adapter für die Dockingstation liegt bei. Ein Fenster soll wichtige Informationen auch bei geschlossener Schutzhülle erkennbar sein lassen. Allerdings fand ich keine App, die gerade dieses Fenster nutzte.

Docking-Station? Ja, diese ist durchaus sinnvoll, weil die kleinen Deckelchen auf den Ports sonst schnell abgenibbelt sein dürften und die Wasserdichtheit damit perdu ist. Für sie hat das Z3 noch einmal extra Kontakte, die magnetisch gehalten werden, um eine sichere Verbindung zu gewährleisten.

Leider hat die Docking-Station DK 48 einige Haken: Sie nennt sich zwar Docking-Station, doch ist ein Koppeln mit dem Computer über sie nicht möglich, weil sie nur zwei Lade-Kontakte hat. Sie kann lediglich als bequemer Ständer für das Telefon dienen, mit dem dann auch beispielsweise Videos am Schreibtisch betrachtet werden können. Allerdings nicht zusammen mit der Schutzhülle SCR 24, weil diese ja nicht abnehmbar ist.

Zum Anschluss ist das mit dem Z3 mitgelieferte USB-Micro-USB-Anschlusskabel erforderlich sowie das ebenfalls mit dem Z3 mitgelieferte Ladegerät. Der Dockingstation liegt beides nicht bei. Wer also nicht nur im Büro, sondern auch auf Reisen oder zuhause laden will, braucht ein zweites Ladegerät mit Kabel .

Zudem ist das Laden in der Dockingstation tatsächlich nur mit Ladegerät möglich, jedoch nicht am Computer: An diesem startet der Ladevorgang nicht. Dies sorgt für viel Verdruss bei Z3-Nutzern, die schnellen Verschleiß und schlechte Kontakte an der Dockingstation vermuten, doch es ist ein Designfehler.

Wer also vom Computer aus auf das Z3 zugreifen will, muss das USB-Micro-USB-Kabel von Ladegerät und Dockingstation entfernen und an Computer und Z3 anstecken. Oder ein zweites bzw. drittes Verbindungskabel. das hätte wirklich eleganter gelöst werden können.

Update - Erklärung von Sony hierzu:
Es liegt daran, dass der USB Port nicht genug Strom liefert und der Magnetladeanschluss nur die volle Leistung akzeptiert. Die Dockingstation DK48 ist keine Daten-Dockingstation, sondern lädt über 2 Kontakte den Akku. Daher erfolgt auch keine Ladung am PC, weil dieser nicht über die fehlenden Datenleitungen mit dem Smartphone kommunizieren kann (dies regelt die Stromausgabe). Liegt an der USB-Spezifikation.

Nun aber die entscheidende Frage: Wie steht es mit der Musikwiedergabe? Dies beantwoten wir in Teil III des Tests.

 

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