Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

24.02.14

Sony Xperia Z2: Großer Bruder ohne nennenswerte neue Eigenschaften

Wieder wasserdicht, etwas größer: Das Xperia Z2. Alle Bilder: Sony

Jedes halbe Jahr ein neues Spitzenmodell: Sony verwundert mit einem Xperia Z2, das im Vergleich zum Z1 kaum Veränderungen aufweist: es ist etwas größer, dabei leichter, soll bessere Fotos schießen und kann jetzt 4K-Videos aufnehmen. Das war es aber auch schon im Prinzip. Soll es am Ende gar kein neues Flaggschiff sein?

 

Es wirkt fast ein wenig beruhigend, dass Sony bei einem Detail auf die Bremse getreten hat, das im Vorfeld erwartet wurde und hitzige Diskussionen auslöste: Das Display des Xperia Z2 löst wieder "nur" in Full HD auf (1.920 x 1.080 Pixel) und hat nicht etwa eine noch höhere Auflösung spendiert bekommen. Zwar mag bei der Auflösung tatsächlich noch etwas Luft nach oben sein. Doch nachdem der Vorgänger Z1 trotz dessen überdurchschnittlich anmutendem 3.000-mAh-Akku beim Durchhaltevermögen etwas enttäuschte, wollte Sony das weitaus dringendere Akku-Thema offenbar nicht noch weiter verschärfen.

Auch der Akku im Z2 hat 3.000 mAh Ladekapazität, das Display ist mit 5,2 im Vergleich zu 5,0 Zoll etwas größer. Die Hauptkamera löst wieder mit 20,7 Megapixeln auf, der Sensor soll aber im Vergleich zum Z1 um 30 Prozent größer sein. Die Frontkamera hat nun 2,2 statt 2,0 Megapixel. Auffälligste Neuerung offenbar: 4K-Videoaufzeichnung.

Update: Johannes Knapp war für uns in Barcelona und hat das Xperia Z2 in Augenschein genommen:

www.youtube.com/watch

Alles beim Alten?

Sony präsentiert sich damit als Anlaufstelle für Filmer, die hohe Qualität suchen. So lassen sich damit Videos in der vierfachen Full-HD-Auflösung aufzeichnen und in voller Auflösung auf neuartigen Ultra-HD-Fernsehern wiedergeben. Das ist Luxus und bisher nur für einen geringen Teil der Bevölkerung überhaupt relevant. Es schadet allerdings auch nicht, dass Sony das nun mitbringt.

Was sonst im Vergleich zum Z1 noch neu ist: Prozessor ist wieder ein Snapdragon 800, diesmal mit 2,3 statt 2,2 GHz. 3 GB RAM statt vorher 2 GB RAM sind sicher auch nicht zu verachten. Auch das Xperia Z2 ist wieder staub- und wasserdicht nach IP55/58. Diesmal ist Android 4.4 installiert, statt im Z1 Android 4.3. Was sonst laut Sony noch neu ist: Die Geräuschunterdrückung beim Musikgenuss über Kopfhörer. Ansonsten sind uns hier keine nennenswerten Verbesserungen aufgefallen. "Details sorgen für den Unterschied", sagt Sony im offiziellen Produktvideo. Aber wo sind diese Details?

www.youtube.com/watch

Kein neues Modell, nur eine Variante des Z1?

Das Ergebnis kann man nur zweierlei interpretieren: Man könnte sagen, dass Sony ein ohnehin schon sehr starkes Smartphone, das Xperia Z1, nicht mehr weiter verbessern konnte. Laut Datenblatt verfügt das Z2 ebenso wie schon das Z1 eigentlich über alles, was man sich wünschen kann. Oder wie wäre es mit der Theorie, dass das Z2 kein neues Spitzenmodell sein soll, sondern einfach eine weitere Variante des Z1 in einem etwas größeren Gehäuse?

Denn wenn wir ehrlich sind, ist der Überraschungseffekt hier diesmal gleich null, über neue Innovationen verfügt das Z2 praktisch nicht. Böse gesprochen: Sony hat ein sehr gutes Smartphone genommen, 4K-Unterstützung dort eingebaut und es ein bisschen aufgepustet. Mehr eigentlich nicht.

Das Xperia Z2 soll im zweiten Quartal des Jahres für eine unverbindliche Preisempfehlung von 599 Euro auf dem europäischen Markt erscheinen.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer