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11.06.13

PS4: Sonys neue Spielkonsole verzichtet auf Gängelung der Nutzer

Die PS4 mit Zubehör und möglichen Zweitbildschirmen. Alle Bilder: Sony

Sony hat auf der Spielemesse E3 in Los Angeles die bereits angekündigte neue Konsole PS4 nun auch offiziell vorgestellt. Einen besonderen Spaß machten sich die Japaner daraus, die Unterschiede zu Microsofts "Spionage-Konsole" Xbox One herauszustellen und zu betonen: "Bei uns keine Überwachung, kein Always-on nötig und auch gebrauchte Spiele laufen."

Die PS4 mit Zubehör und möglichen Zweitbildschirmen. Alle Bilder: Sony

Die wichtigsten Details: Sonys PS4 soll bis Ende des Jahres, also voraussichtlich noch im Weihnachtsgeschäft, in Europa auf den Markt kommen und 400 Euro kosten. Das wären 100 Euro weniger, als Microsoft für die Xbox One verlangt. Prozessor ist ein Octacore AMD Jaguar, eine 64-bit-Maschine auf X86-Architektur. Die GPU ("AMD Radeon Graphics Core Next Engine") bietet 1,84 Teraflops. 8 GB Arbeitsspeicher (GDDR5) sind drin, Gigabit-Ethernet und natürlich wieder ein Kombilaufwerk aus DVD- und Bluray-Player.

Dazu gibt es die Kamerasteuerung "Eye Camera", die über vier eingebaute Mikrofone verfügt und damit eine ähnliche Lösung bietet wie Microsofts Kinect-Steuerung. Nur eben, und das ist der Hauptunterschied, gibt es die Produkte bei Sony ohne die bei Microsoft standardmäßig eingebaute Überwachung.

 

 

Die offizielle Facebook-Seite der Playstation wiederholt noch einmal, was Sony gestern bei der Präsentation bereits ankündigte: Die PS4 wird gebrauchte Spiele unterstützen. Der Großteil der Spiele für die Vorgängerkonsole PS3 soll über die eigene Cloud-Lösung verfügbar sein. Disc-basierte Spiele können auch offline gespielt werden - eine Internetverbindung ist dafür keine Voraussetzung. Die PS4 verlangt von den Spielern auch nicht, für Single-Player-Games einzuchecken. Die Spiele laufen auch, wenn man sich binnen 24 Stunden nicht registriert hat. "Wir haben euch zugehört", heißt es von Sony wörtlich.

"Wir sind die Guten"

Das ist nicht nur ein kleiner Seitenhieb auf Microsoft, das ist eine volle Breitseite. Zur Erinnerung: Die Xbox One verlangt vom Spieler, die Games online zu registrieren. Ohne Netzzugang sollen die Spiele nicht lauffähig sein. Gebrauchte Spiele und solche für die Xbox 360 wird man nicht nutzen können. Und die Kinect-Kamera und -Mikros überwachen ständig das "Spielzimmer"; die Daten daraus werden an einen Microsoft-Server geschickt. Microsoft hat angekündigt, dass man die Überwachung würde ausschalten können. Der Auswertung der Daten, wenn eingeschaltet, kann man allerdings nicht widersprechen. Sonys Botschaft also: "Seht her. Alles, was bei Microsoft angeblich nicht möglich ist, geht bei uns."

Cloud-Lösungen und soziale Funktionen wie das direkte Streamen von Spielen auf Ustream sind vorhanden, aber optional. Die PS4 kann sich mit der tragbaren Konsole PS Vita, einem Smartphone oder Tablet vernetzen. Während Smartphone und Tablet über eine neue Playstation App als Zweitbildschirm für Zusatzinformationen dienen können, soll man Spiele der PS4 via Remote Play und WLAN auf der PS Vita spielen können.

Kurzfazit

Ähnliche Funktionalität, ähnliche Überwachungsmöglichkeiten durch die Eye Camera - aber allein durch cleveres Marketing steht Sony nun als Lichtgestalt da und Microsoft im Schattenreich. Zusammen mit dem hundert Euro günstigeren Anschaffungspreis der PS4 und der Möglichkeit, alte Spiele nutzen, dürften das für viele Spieler genug Kaufargumente sein. Microsoft wird sich noch etwas einfallen lassen müssen, um dagegen zu halten.

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