30.07.13

UltraHD-Filme fürs Regal: Sony und Panasonic arbeiten gemeinsam an 300-GB-Disk

4K-Auflösung

Sony und Panasonic wollen gemeinsam bis 2015 eine 300GB-Disk entwickeln. Zielgruppe sollen vor allem Businesskunden sein. Es ist vorstellbar, dass auch Privatkunden Interesse an dem Speichermedium haben, obwohl der Trend zu Geräten ohne optische Laufwerke längst in voller Blüte steht.

4K-Auflösung im Vergleich zu niedrigeren Auflösungen. Foto: audio.sk

Vor allem für die neuen 4k-Filme dürfte dieses geplante Speichermedium interessant sein. Blu-rays schaffen als Single-Layer 25 GB und als Double-Layer ungefähr das Doppelte. Für 4K-Filme ist dies zu wenig, denn diese benötigen für 2 Stunden Filmmaterial mit dem H.265-Codec ungefähr 120GB. Hat der Film Überlänge und wird zudem noch mit Extras ausgestattet, reicht nicht einmal mehr die BDXL-Version der Blu-ray mit 4 Layern und 128GB Speicherkapazität aus.

Heute wird eher über Streaming für 4K-Filme nachgedacht, weil diese nicht auf optische Datenträger passen. Hier ergeben sich aber wieder neue Probleme. So stellen sich viele Filmsammler lieber eine Kopie des Films ins Regal. Aber noch viel entscheidender ist die technische Komponente. Nicht jeder hat eine schnelle Internetverbindung, um 4K-Filme im Stream anzusehen. Noch dazu würden gigantische Datenmengen anfallen. Nach den Plänen der Deutschen Telekom zur Drosselung ihrer DSL-Anschlüsse auf 75 GB könnte jeder "DSL 16.000"-Kunde jeden Monat einen halben 4K-Film schauen, bevor seine Leitung gedrosselt würde. Hinzu kommt das derzeit eher überschaubare Angebot an Streaming-Diensten in Deutschland.

Optische Speichermedien sind fehleranfällig

Für den privaten Einsatz sind 300GB-Rohlinge weniger interessant, weil sich hier externe Festplatten bereits durchgesetzt haben. Dazu kommt, dass optische Laufwerke bei immer mehr Computern nicht einmal mehr eingesetzt werden - gerade bei modernen Desktops und Ultrabooks und bei Tablets ohnehin nicht.

Mit einer relativ geringen Lebensdauer von wenigen Monaten bis 10 Jahren - je nach Nutzungshäufigkeit und Lagerbedingungen - sind Datenverluste bei beschädigten 300GB-Disks hoch. Ganz abgesehen von der Schreibgeschwindigkeit.

Bis 2015 vergeht allerdings noch eine Menge Zeit. Wie alltagstauglich die UHD/4K-Fernseher bis dahin sind und wie gut das 4K-Streaming verbreitet sein wird, werden wir in Zukunft sehen. Vielleicht setzt sich auch eine ganz andere Lösung durch.

Ist ein neues Format noch notwendig?

In der Vergangenheit gab es in Zeiten der Umstellung auf neue Speichermedien immer wieder Formate, die parallel vertrieben wurden, sich letztendlich aber nicht durchsetzten. Im Video-Bereich hat sich der Begriff "Formatkrieg" eingebürgert, der die Konkurrenzkämpfe in den späten 70ern bis in die frühen 80er beschreibt, wo sich VHS letztlich gegen Betamax und Video 2000 durchsetzte. Dieser Kampf wiederholt sich immer wieder, wenn die technischen Gegebenheiten neue Speichermedien erfordern, zuletzt beim Formatkrieg zwischen Bluray und HD-DVD, den Bluray letztlich für sich entschied. Die Konkurrenz könnte auch diesmal nicht untätig zuschauen, wenn Sony und Panasonic gemeinsam neue Datenträger entwickeln.

Vielleicht ist es diesmal aber auch anders. Wenn mit Fiber to the Home Glasfaser in jeden Haushalt kommt, Online-Videotheken beliebte Serien und Filme direkt nach der Originalaustrahlung anbieten und die Internetprovider weiterhin unbegrenzte Breitbandanschlüsse anbieten, selbst wenn die Kunden Terabytes versurfen. Dann ließe sich ein neues Format für optische Datenträger überspringen. Oder kommt vielleicht aus der Ecke der Flash-Speicher die Lösung in Form von erschwinglichen (!) SDXC-Karten, die ja theoretisch eines Tages bis zu 2 TB fassen können? Nach derzeitigem Stand der Entwicklung klingt es eher so, als käme man um ein neues optisches Format nicht herum, wenn man UHD genießen will.

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